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Tatort: So wird „Ein Freund, ein guter Freund“ aus Münster

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Von: Sina Alonso Garcia

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der Rechtsmediziner Prof. Karl-Friedrichs Boerne (Jan Josef Liefers) (l.) und Kommissar Frank Thiel (Axel Prahl) (r.)
Haben ihre besten Zeiten hinter sich: Rechtsmediziner Prof. Karl-Friedrichs Boerne (Jan Josef Liefers, links) und Kommissar Frank Thiel (Axel Prahl). © WDR/Martin Valentin Menke

Geht dem Kult-Duo Thiel und Boerne langsam die Puste aus? Die neue Tatort-Folge am kommenden Sonntag verheißt nichts Gutes. BW24 vergibt 1 von 5 Sternen.

Münster - In Umfragen zu den beliebtesten Tatort-Ermittler-Teams sicherten sich Kommissar Frank Thiel (Axel Prahl) und Professor Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers) in den vergangenen Jahren regelmäßig die vordersten Plätze. Nach 20 Jahren Münster-Tatort leistete sich das Team zuletzt allerdings einen gewaltigen Fehltritt: Ihr Schwurbler-Tatort im März 2022 wurde von Fans zum „schlechtesten Tatort aller Zeiten“ nominiert. Am kommenden Sonntag (13. November, 20.15 Uhr, ARD) hätte das Kult-Duo die Chance, seinen Patzer wiedergutzumachen. Statt die Zuschauer versöhnlich zu stimmen, könnte „Ein Freund, ein guter Freund“ allerdings erneut zum Flop werden.

Aufhören, wenn es am schönsten ist: Diesen Moment hat das Münster Tatort-Team offensichtlich verpasst. Der November-Tatort strotzt wie gewohnt vor Klamauk und persönlichen Verstrickungen der Ermittler. Auch der Plot wirkt konstruiert und an den Haaren herbeigezogen. Wer dranbleiben will, muss zäh sein. Nichts gegen Thiel und Boerne: Sie haben lange genug bewiesen, dass ihre Andersartigkeit durchaus sympathisch ist und bei den Zuschauern gut ankommt. Allmählich stellt sich allerdings ein Überdruss beim Ansehen ihrer abgedroschenen Kabbeleien ein. Die Geschichte ihrer Hassliebe ist auch langsam auserzählt. BW24 empfiehlt: Die 90 Minuten Lebenszeit vielleicht lieber mit einem Alternativprogramm füllen.

Münster-Tatort: Boerne und Thiel im Mafia-Dschungel

Worum geht‘s? Professor Boerne hält eine launige Abschiedsrede auf seinen alten Freund Friedhelm Fabian und dessen Frau Veronika. Neben der Münsteraner Prominenz lauschen auch Kommissar Thiel und weitere Kollegen den schwungvollen Ausführungen. Doch das Verbrechen schläft nicht und am anderen Ende der Stadt bedroht ein unzufriedener Mandant seinen Anwalt Nikolas Weber.

Als Kommissar Thiel am nächsten Morgen zu Webers heruntergekommener Kanzlei gerufen wird, erkennt er in dem Toten sofort den Haus- und Hofanwalt von Nino Agostini. Dem gefährlichen Mafiaboss traut Thiel den kaltblütigen Mord durchaus zu. Auch würde Thiel Agostini nur zu gerne überführen und für immer hinter Gitter bringen. Doch auch der ehemalige Kompagnon des Toten, Erik Nowak, macht sich verdächtig. Er verbrachte die letzten Wochen in einer psychiatrischen Klinik und ist just zu Besuch auf dem Münsteraner Bauernhof seines Vaters.

Münster-Tatort: „Time to say goodbye?“ für Thiel und Boerne?

Die Ausgangslage und Grundidee bei diesem Tatort ist sicher nicht uninteressant. Dennoch wirkt vieles an der Handlung langatmig und wirr. Fazit: Wenn der Münster-Tatort so weitermacht, könnte das seinen künftigen Beliebtheits-Werten einen Abbruch tun. Auch, wenn langjährige Fans dem Duo sicherlich die Treue halten und weiterhin brav einschalten: Auf Dauer werden der bis zum Gehtnichtmehr ausgeschlachtete Humor und die privaten Verstrickungen der Ermittler in die Fälle auch den treuesten Fans womöglich zum Dorn im Auge werden. Besser wäre, wenn die Fans ihre Helden in guter Erinnerung behalten könnten und diese nicht auf den letzten Metern eine Bauchlandung hinlegen, von der sie sich vielleicht nicht mehr erholen.

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