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Die Höhle der Löwen: trivida-Deal platzt im Nachgang zur Sendung

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Von: Franziska Vystrcil

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Olympiasiegerin Kristina Vogel und die Gründer von trivida, Dr. Christine Pflaumbaum, Wolf Dietrich Pflaumbaum und Christian Czapek
Nach einem Unfall ist Olympiasiegerin Kristina Vogel auf den Rollstuhl angewiesen. „Als behinderter Mensch wird einem ganz oft die Mündigkeit genommen“, erklärt sie den Löwen. Trivida soll mehr Freiheiten schaffen. ©  RTL / Bernd-Michael Maurer

Mit ihrem Pitch trafen die Gründer von trivida die Löwen Mitten ins Herz. Es kam zu einem millionenschweren Deal. Doch dieser platzte nach der Sendung.

Köln - Ein eigenes Unternehmen aufzubauen und seine Geschäftsidee auch an den Mann und die Frau zu bringen, ist kein leichtes Unterfangen. In einigen Bundesländern, etwa in Baden-Württemberg, wird viel unternommen, um Start-ups vor allem in der schwierigen Anfangszeit zu unterstützen. Sowohl finanzielle als auch unternehmerische Hilfe suchen auch viele Teilnehmer der VOX-Sendung „Die Höhle der Löwen“.

So auch „trivida“. Um die Löwen von ihrem Vorhaben zu überzeugen, brachten die Gründer Dr. Christine Pflaumbaum, Wolf Dietrich Pflaumbaum und Christian Czapek einen prominenten Gast mit in die zwölfte Staffel: Bahnrad-Olympiasiegerin Kristina Vogel, die seit einem schweren Trainingsunfall querschnittsgelähmt ist, stellte sich den Löwen als Markenbotschafterin vor. Denn trivida erleichtert auch ihr Leben: trivida ist ein teilbares Rollstuhlrad, das den Ein- und Ausstieg in den Rollstuhl vereinfachen soll.

Die Löwen waren begeistert. „Wow, das ist ja echt mega“, sagte Ex-Rennfahrer Nico Rosberg nach dem Pitch mit einem Lächeln im Gesicht. Das Team forderte eine hohe Summe: Eine Million Euro für zehn Prozent der Firmenanteile. Carsten Maschmeyer, Nico Rosberg und Dagmar Wöhrl wollen gemeinsam investieren und verlangten 20 Prozent. Die Gründer schlugen zu. Doch wie nun bekannt wurde, scheiterte der Deal im Nachgang zur Sendung.

Gründer wollen mit trivida Menschen helfen: „Mir geht es nicht ums Geld“

Dabei war der Pitch vielversprechend. trivida ist für die Gründer ein Herzensprojekt. Nachdem der Bruder von Christian Czapek einen Schlaganfall erlitten hatte, konnte er vieles nicht mehr selbstständig tun. Selbst für den Gang zur Toilette brauchte er Hilfe von mindestens zwei Personen. Das wollte Christian Czapek ändern. Fast 50 Jahre tüftelte er am trivida-Rad, steckte eine Million Euro in die Entwicklung, das Konzept und die Firma. „Ich bin stolz, dass ich Millionen Menschen ein barrierefreies Leben schenken kann. Mir geht es nicht ums Geld“, sagte er in der VOX-Sendung. Er wolle damit den Menschen helfen, das sei sein Ziel.

Investor Carsten Maschmeyer testet das Rollstuhlrad
Das weltweit erste klappbare Rollstuhlfahrrad soll Betroffenen dabei helfen, ihre Selbständigkeit so lange wie möglich zu bewahren. © Bernd-Michael Maurer/RTL

Dr. Christine Pflaumbaum und ihr Vater Wolf Dietrich Pflaumbaum steckten ebenfalls nochmal 3 Millionen Euro in das Start-up. Das Geld brauchte das kleine Unternehmen auch dringend, um so weit zu kommen. „Allein die Entwicklung des Carbon-Segments, um das so leicht zu machen, kostete 350.000 Euro“, erklärte Wolf Dietrich Pflaumbaum den Löwen. Die waren hin und weg. „Ich finde, ihr seid ein Gründer-Team, mit dem möchte man gerne den Erfolgsweg gehen“, sagte Familienunternehmern Nils Glagau.

Da das Projekt für sie alleine zu groß ist, wollten die Gründer einen Löwen ins Boot holen. „Wir brauchen Unterstützung von erfahrenen, international arbeitenden Leuten, die sich mit da rein hängen, die auch diese Vision haben, dass das nicht nur ein Produkt ist für Baden-Württemberg oder für Deutschland. Das sollte weltweit groß werden“, sagt Wolf Dietrich Pflaumbaum.

trivida-Gründer trotz gescheitertem Deal optimistisch - „schon jetzt profitiert“

Carsten Maschmeyer, Nico Rosberg und Dagmar Wöhrl wollten den Weg mit trivida gehen. Für ein Investment von einer Million Euro für 20 Prozent der Firmenanteile. Dass es dann doch nicht zum Geschäft kam, dürfte viele Zuschauer überraschen, war doch die Begeisterung auf allen Seiten groß gewesen. „Leider ist der Deal so nicht zustande gekommen“, erklärt Christine Pflaumbaum auf Nachfrage von Gründerszene. Zwar ist dadurch kein Geld geflossen, auf die Löwen war aber dennoch Verlass. „Das Schöne ist, dass wir von den Löwen trotzdem Unterstützung erhalten haben. Wir konnten wirklich gute neue Kontakte knüpfen, von denen wir in vielerlei Hinsicht schon jetzt profitiert haben“, erklärt die Geschäftsführerin.

Der Grund für den geplatzten Deal: trivida hielt der Finanzprüfung nicht stand. Genauer gesagt war es der Finanzplan von Co-Gründer Wolf Dietrich Pflaumbaum, der den Löwen Magenschmerzen bereitete. Dieser Plan sah vor, dass trivida in den kommenden fünf Jahren und nach der Million bis zur Profitabilität kein weiteres Investment brauchen würde.

Zudem stellte sich laut Gründerszene in den Nachverhandlungen heraus, dass trivida bereits einen hohen Anteil an Fremdkapital besitzt. Wie Gründerszene erfahren haben will, befürchteten Nico Rosberg, Dagmar Wöhrl und Carsten Maschmeyer, ihre Investition würde für die Tilgung des Kredits eingesetzt werden. Sie zogen ihr Angebot zurück. Nicht der erste geplatzte Deal der Show: In Staffel elf hatte vor allem Millionär Carsten Maschmeyer eine Pechsträhne.

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