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„Ich will mein eigener Chef sein“: „Die Höhle der Löwen“-Investorin Sarna Röser brennt für ihre Start-ups

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Von: Franziska Vystrcil

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Sarna Röser hält ein Mikrofon
Hat viele Talente: Gast-Löwin und Unternehmerin Sarna Röser. © IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON

Als Gast-Löwin betrat Geschäftsfrau Sarna Röser die VOX-Sendung „Die Höhle der Löwen“. Sie brennt nicht nur fürs Unternehmertum, sondern auch für ihre Start-ups.

Köln/Mundelsheim - Sich als Frau unter Männern durchzusetzen, ist nicht immer leicht. Geschäftsfrau Sarna Röser wurde das Unternehmertum jedoch in die Wiege gelegt. In Mundelsheim (Baden-Württemberg) aufgewachsen, half sie schon früh im Familienunternehmen mit, wobei ihr Vater sie ins Geschäft einführte. Das Familienunternehmen Zementrohr- und Betonwerke Karl Röser & Sohn GmbH besteht seit knapp hundert Jahren und ist seit drei Generationen in Familienhand.

„Die Höhle der Löwen“-Investorin Sarna Röser: „Ich brenne für das Unternehmertum“

Doch Sarna Röser hat auch außerhalb des Unternehmens bereits viel erreicht: Seit 2018 ist sie Bundesvorsitzende des Wirtschaftsverbands „Die jungen Unternehmer“ und Mitglied im Kuratorium des Deutschen Start-up-Verbands. Wer hätte da besser auf den Investorenstuhl in der Erfolgssendung „Die Höhle der Löwen“ gepasst, als sie? Neben den Löwinnen Judith Williams und Dagmar Wöhrl fügt sie sich blendend in die Reihen der Investoren ein. Zwar hat die 34-Jährige weitaus weniger Erfahrung als ihre Mit-Investoren, kampflos geschlagen geben wollte sie sich im Buhlen um die Start-ups jedoch nicht. Denn vorab versprach Sarna Röser, dass sie um ihre Gründer kämpfen will.

Dass Sarna Röser für die Gründer Feuer und Flamme ist, war in der Sendung vom 25. April bei VOX zu sehen. Auch für ihr Familienunternehmen würde sie alles tun. Schon jetzt macht sie sich Gedanken darüber, wie es in den nächsten Jahrzehnten mit dem Mundelsheimer Betrieb weitergeht. Vor allem das Coronavirus hat der jungen Geschäftsfrau gezeigt, wie hart das Unternehmertum sein kann. „Es sind heftige Zeiten“, gibt sie im Interview mit Stern zu. „Aber ich brenne für das Unternehmertum, ich will mein eigener Chef sein, eigene Ideen in die Tat umsetzen und andere Menschen begeistern. Daher jammere ich nicht.“

Sarna Röser hat Einstieg in Familienbetrieb trotz vieler Komplikationen nie bereut

Dabei macht der Krieg in der Ukraine ihrem Betrieb ebenfalls in vielen Belangen einen Strich durch die Rechnung. Steigende Energiepreise sowie Probleme mit den Lieferketten lässt auch das Beton- und Zementwerk der Familie nicht unbeschadet zurück. „Beispielsweise fehlen unserem Lieferanten für Gummidichtungen Vorprodukte wie Ruß, der normalerweise aus der Ukraine oder Russland kommt. Wir schauen im Moment von Woche zu Woche, wo wir was herbekommen und zu welchen Preisen, auch Transport oder unsere Rohstoffe wie Zement und Sand sind extrem teuer geworden“, erklärt Sarna Röser. Und dann wäre da noch der Fachkräftemangel.

Die Investorinnen Judith Williams, Sarna Röser und Dagmar Wöhrl bei „Die Höhle der Löwen“
Geballte Frauenpower bei „Die Höhle der Löwen“: Sarna Röser (Mitte) verstärkte als Gast-Löwin die Investorinnen Judith Williams (links) und Dagmar Wöhrl. © RTL/Bernd-Michael Maurer

Ihre Entscheidung, mit in den Familienbetrieb einzusteigen, hat Sarna Röser trotz der vielen Komplikationen, die sie sich tagtäglich stellen muss, niemals bereut. Für sie ist der Betrieb und dessen Mitarbeiter wie eine zweite Familie. „Es gibt hier Mitarbeiter, die sind länger im Betrieb als ich alt bin. Man kennt sich, man kennt oftmals auch deren Kinder, das ist schon was anders als in einem Konzern, wo man oft nur eine Nummer ist.“ Auch Löwe und Investor Nils Glagau arbeitet im Familienunternehmen und hat nach dem Tod seines Vaters den Betrieb übernommen.

Sarna Röser als erfolgreiche Investorin - darauf legt sie bei den Start-ups Wert

Ganz ohne Konfliktpotenzial geht es in einem Familienbetrieb jedoch nicht. „Aber zum Glück verstehe ich mich mit meinen Eltern und mit meiner Schwester sehr gut. Wir arbeiten gerne zusammen und treffen uns trotzdem noch am Wochenende zum Grillen oder machen gemeinsam Urlaub“, verrät Sarna Röser im Stern-Interview.

Bei den Start-ups ist jedoch Sarna Röser federführend. Mit einer eigens gegründeten Beteiligungsgesellschaft hat sie bereits erfolgreich in die Online-Sprachschule „Lingoda“ aus Berlin sowie in die Bewertungsplattform „Proven Expert“ oder das vegane Food-Start-up „Another Milk“ investiert. Bei „Die Höhle der Löwen“ könnte sich ihre Erfolgsserie fortsetzen. Welche Start-ups sie interessieren? „Mich müssen immer die Idee und das Gründerteam begeistern. Bei der Idee sind drei Faktoren wichtig: Innovation, Skalierbarkeit und Relevanz.“

Auch von mehr weiblichen Gründern wäre die Geschäftsfrau begeistert. „Ja, wir brauchen mehr Gründerinnen und ich würde mich freuen, wenn wir mehr Frauen motivieren können, mutig zu sein, auszuprobieren, dafür setze ich mich auch ein“, sagt sie. „Aber ich möchte andererseits auch keine große Unterscheidung machen zwischen Gründerin und Gründer. Mir geht es darum, dass sie oder er Biss, eine Vision, eine tolle Idee hat.“ Überzeugen konnten sie die Start-ups „Xeem“ sowie „Le Gurque“. Während die Gründerinnen von „Xeem“ einen Mega-Deal bekamen, platzte das Geschäft mit dem Gemüse-Schwamm. Das Netz spottete über den Spülschwamm „Le Gurque“.

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