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„Die Höhle der Löwen“: Strahlenschutzunterhose sorgt für Aufregung - „ausgemachter Blödsinn“

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Von: Franziska Schuster

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Das Start-up „Silverton“ stellt seine Strahlenschutz-Unterwäsche in Folge 2 von „Die Höhle der Löwen“ vor.
Richard Getz (l.) und Constantin Ricken präsentierten die strahlungsresistente Boxershort „Silverton“. © RTL/Bernd-Michael Maurer

Mit dieser Idee konnten die Gründer nicht punkten: Die Strahlenschutzunterwäsche „Silverton“ erntete in der zweiten Folge der elften Staffel von „Die Höhle der Löwen“ viel Spott.

Köln - In der zweiten Folge von „Die Höhle der Löwen“ (DHDL) sorgten die Gründer für Gesprächsstoff. Neben Strahlenschutz-Unterhosen und Abführmittel für zu Hause wurden den Investoren auch interaktive Hörbücher, ein Leihhandel für Elektrowerkzeuge und Naturkosmetik aus Sheabutter vorgestellt.

Während sich Carsten Maschmeyer und Georg Kofler den Deal mit den interaktiven Hörbüchern von „audory“ sicherten, schlugen Judith Williams und Nils Glagau gemeinsam beim Abführmittel „Laxplum“ zu. Ralf Dümmel wird künftig Gründerin Sandra Fischer mit ihrer Naturkosmetik „Shea Yeah“ unterstützen.

Die restlichen Start-ups mussten ohne Deal nach Hause gehen. Zu allem Übel bekam die Strahlenschutzunterhose nicht nur in der Sendung, sondern auch auf Social Media ihr Fett weg. Dabei hatte der Pitch vielversprechend begonnen.

„Die Höhle der Löwen“: Unterwäsche von „Silverton“ wird von Löwen zerrissen

Die Löwen waren im ersten Moment von der Idee hinter „Silverton“ begeistert. Richard Getz und Constantin Ricken wollten mit einer ganz besonderen Unterhose die Löwen dazu bringen, in ihr Unternehmen einzusteigen. Dank eines speziellen Stoffs und positiv geladenen Silberfäden sollen das beste Stück und die Kronjuwelen des Mannes vor schädlicher Strahlung geschützt werden. „Heute sind wir durch Smartphones, Laptops, WiFi-Router und viele andere elektronische Geräte praktisch rund um die Uhr von elektromagnetischen Strahlungen umgeben“, erklärte Unternehmensgründer Constantin Ricken beim Pitch.

Auch Studien hätten ergeben, dass diese Strahlung gesundheitsschädlich sei, erklären die Gründer selbstbewusst. „Angefangen bei der Libido, Erektionsstörungen, Energielosigkeit bis hin zum Kraftverlust beim Training durch zu wenig Testosteron“, so Constantin Ricken weiter. Immer mehr Paare hätten zudem Schwierigkeiten, Kinder zu bekommen, da sich die durchschnittliche Spermienzahl des Mannes in den letzten vier Jahrzehnten nahezu halbiert habe. Ihre Anti-Strahlen-Unterwäsche wolle genau hier ansetzen. „Man nennt uns auch die Retter der Kronjuwelen“, wirft Richard Getz mit ein.

Hörte sich im ersten Moment nach einer sinnvollen Sache an. Auch den Löwen war die Neugier sichtlich anzusehen. Vor allem als Investor Nico Rosberg die Hüllen fallen ließ und selbst in die Boxershort schlüpfte, um sich damit den anderen Löwen zu präsentieren, schien ein Deal mit den Gründern sicher. Für 15 Prozent der Firmenanteile forderten die beiden Geschäftsmänner 120.000 Euro von den VOX-Löwen. Nico Rosberg war vom Konzept überzeugt, auch der beachtliche Preis von 49 Euro je Unterhose schien ihm gerechtfertigt. Doch je länger der Austausch mit den Löwen dauerte, desto mehr fiel das „Silverton“-Kartenhaus in sich zusammen.

„Silverton“ kann nicht überzeugen: „Aluhut auf dem Kopf, Strahlenschutz in der Buxe“

Die Löwen wollten es ganz genau wissen: Was genau besagten die Studien zu Fertilität im Zusammenhang mit der angeblich schädlichen Strahlung? Die Gründer wussten keine Antwort, erwähnten dennoch immer wieder vage Studien. Wie genau diese aussahen, wussten sie allerdings selbst nicht. Georg Kofler konnte schließlich nicht mehr an sich halten. Die meisten dieser Studien seien seiner Meinung nach sowieso „Hokuspokus“, für „jeden Blödsinn“ gebe es heutzutage eine Studie, so der Löwe. Sein Fazit: „Das hier halte ich für ausgemachten Blödsinn.“

Auch den andern Löwen fehlten die Beweise für den Zweck und Nutzen der Anti-Strahlen-Unterwäsche. Schließlich wandte sich selbst Nico Rosberg von einem Deal ab. Nicht nur der war am Ende mehr als enttäuscht vom Produkt. „Silverton“ konnte auch die Zuschauer nicht überzeugen. Bei Twitter hagelte es Spott für die Geschäftsidee. „Aluhut auf dem Kopf, Strahlenschutz in der Buxe“, witzelte einer. Oder: „Wir sind die Gründer von Silverton, wir schützen Ihre Hoden vor der gefährlichen 5G Strahlung!“

„Höhle der Löwen in einem Satz: Überflüssige Ideen werden dank überflüssiger Investoren zu überflüssigen Produkten“, kritisierte ein anderer Zuschauer die Sendung. Andere kommentierten den Pitch mit Humor. „Seitdem Matz Hummels unsere Schlüppis trägt, hat er Energie für 4 Frauen - das wäre ein erfolgreicher Pitch gewesen!“, kommentierte eine Userin. Bleibt zu hoffen, dass die internationalen Start-ups und die versprochene Frauenpower in Staffel 11 die DHDL-Zuschauer künftig mehr überzeugen können. In Folge drei von „Die Höhle der Löwen“ werben wollige Gäste für bunte Balkone, wie die fuldaerzeitung.de* berichtet.

„Silverton“: Auf Instagram verteidigen die Unternehmer ihr Produkt

Nach Ausstrahlung der Sendung verteidigten die Gründer Richard Getz und Constantin Ricken ihre Unterwäsche und ihr Geschäftsmodell. „Ein Jahr nach Aufzeichnung der Sendung haben wir uns erneut mit mehr als 400 Studien auseinandergesetzt und sind nach wie vor der Überzeugung, dass Alltagsstrahlung unsere Leistungsfähigkeit beeinflusst“, schreiben sie auf Instagram.

Je nach Art und Aufbau der Studie kämen die Wissenschaftler zu unterschiedlichen Ergebnissen, so die Unternehmer weiter. „Insgesamt zeigen die Daten aber klar in Richtung Prävention“, verteidigen sie den Zweck ihres Produkts und listen verschiedene Studien und deren Ergebnisse auf. Mit solchen detaillierten Informationen hätten sie es bei „Die Höhle der Löwen“ vielleicht doch noch geschafft, einen Deal an Land zu ziehen. Jetzt ist es dafür allerdings zu spät. *fuldaerzeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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