Zuwachs um 15 Prozent

Bis zu einem Fünftel mehr Fahrgäste durch Gratisfahrten in Heidelberg

Frauen steigen an einer Straßenbahnhaltestelle in eine Straßenbahn ein
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Viele Menschen haben die testweise eingeführten Gratisfahrten in Bussen und Straßenbahnen in Heidelberg an den vergangenen Samstagen genutzt.

Die Gratisfahrten haben an vier Samstagen in Folge deutlich mehr Menschen als üblich in die Heidelberger Busse und Bahnen gelockt. Der Oberbürgermeister zeigt sich zufrieden.

Heidelberg (dpa/lsw) - Der Zuwachs betrug 15 Prozent und an einem Samstag sogar über 20 Prozent, wie die Stadt am Montag mitteilte. Oberbürgermeister Eckart Würzner (parteilos) bilanzierte: «Wir haben es klar gesehen: Der kostenfreie ÖPNV bewegt die Menschen zum Umstieg.» Er fügte hinzu: «Wenn wir solche Werte verstetigen und noch ausbauen könnten, wäre das ein enormer Gewinn für den Klimaschutz und die Lebensqualität in unseren Städten.»

An den Samstagen vom 26. März bis 16. April brauchten die Bürger für ihre Fahrt mit Ein- und Ausstieg im Stadtgebiet kein Ticket zu kaufen. Würzner will vom Herbst an den ÖPNV für alle Jugendlichen kostenlos anbieten. Über 60-Jährige sollen nur 365 Euro im Jahr für die Nutzung der Öffentlichen zahlen. Der bisherige Erfolg in Heidelberg solle ein klares Signal an Land und Bund sein, betonte Würzner. «Ohne deren finanzielle Unterstützung ist ein kostenloser ÖPNV nämlich nicht zu realisieren.»

Bürgerinnen und Bürger sowie Gäste brauchten für ihre Touren jeweils von samstags 0.00 Uhr und bis sonntags 3.00 Uhr keine Tickets kaufen. Unter anderem mit kostenlosem Nahverkehr will Heidelberg den Umwelt- und Klimaschutz ausbauen und folgt damit der französischen Partnerstadt Montpellier. Insgesamt 140 000 Euro hatte der Gemeinderat für die vier Samstage mit Gratisfahrten zur Verfügung gestellt.

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