Vakzin abgelaufen

Zu geringe Nachfrage: Kommunen müssen Corona-Impfstoff entsorgen

Spritzen zur Corona-Impfung.
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Weil sich kaum noch jemand impfen lässt, müssen Corona-Impfdosen nun schon weggeworfen werden.

Noch im Herbst und Winter war der Andrang bei den Corona-Impfzentren groß. Nun wird Impfstoff im Südwesten wegen mangelnder Nachfrage weggeworfen. Und bei Zehntausenden Dosen rückt das Ablaufdatum immer näher.

Stuttgart (dpa/lsw) - Weil die Nachfrage nach Corona-Impfungen weiter abnimmt, der Impfstoff aber nur begrenzt haltbar ist, haben Städte und Landkreise im Südwesten bereits Tausende Dosen vernichten müssen. Das zeigt eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bei sechs Kommunen im Land.

Im Kreis Konstanz wurden bereits rund 14 500 Impfdosen vernichtet, wie eine Sprecherin des Landratsamtes mitteilte. Ein Teil des derzeit vorrätigen Impfstoffs sei zudem nur noch bis Anfang Mai haltbar. Da der Impfstoff nur noch aufgetaut geliefert werde, sei die Haltbarkeit sehr begrenzt.

Das für die Impfkampagne der Landeshauptstadt zuständige Klinikum Stuttgart hat bislang rund 3000 Dosen des Impfstoffs von Moderna entsorgt, wie ein Sprecher mitteilte. Das Klinikum habe aber immer wieder von anderen Einrichtungen, wie etwa geschlossenen Impfzentren, Impfdosen übernommen, die teilweise nur noch kurz haltbar gewesen seien. Derzeit lagern im Klinikum demnach unter anderem noch 23 000 Dosen des Biontech/Pfizer-Impfstoffs, die Ende Juni ablaufen.

Auch im Kreis Karlsruhe wurde nach Angaben einer Sprecherin Corona-Impfstoff vernichtet. Durch Lieferverzögerungen sei bestellter Impfstoff nur noch begrenzt haltbar gewesen, als er in den Impfstützpunkten angekommen sei, gleichzeitig sei die Nachfrage stark gesunken. Genaue Zahlen nannte die Sprecherin auf Anfrage nicht. Durch kurzfristige Termine sei aber vermieden worden, Impfstoff in größerer Zahl zu vernichten. Im Kreis Reutlingen wurden seit Ende des vergangenen Jahres rund 500 Impfdosen vernichtet, wie eine Sprecherin sagte.

In Mannheim sind dagegen fast alle Impfdosen rechtzeitig geimpft worden, wie es von der Stadt hieß. Nur in Einzelfällen hätten Impfdosen entsorgt werden müssen, etwa weil Menschen ihre Termine nach wahrnahmen, sagte eine Sprecherin. Im Kreis Breisgau-Hochschwarzwald wurden nach Angaben eines Sprechers gar keine Impfdosen vernichtet. Dies sei durch kurzfristig mögliche Bestellungen vermieden worden. Von dem zentral auf die Landkreise verteilten Impfstoff von Novavax sei derzeit noch ein größerer Bestand vorrätig, sagte der Sprecher in Freiburg. Dieser sei aber noch einige Wochen haltbar.

Wie auch in anderen Kommunen besteht in Freiburg demnach die Möglichkeit, Impfstoff an niedergelassene Ärztinnen und Ärzte abzugeben, bevor die Dosen bei den Impfstützpunkten verfallen. Auch in Reutlingen lagern derzeit noch Hunderte Dosen Corona-Impfstoff, die bereits im Laufe des Monats verfallen. Eine Sprecherin betonte, der Landkreis habe etwa beim Impfstoff von Novavax keinen Einfluss auf die Menge der gelieferten Dosen gehabt. Von diesem sei derzeit noch am meisten vorrätig.

Die Nachfrage nach Corona-Impfungen hat im Vergleich zum vergangenen Herbst und Winter deutlich nachgelassen. So gab es zuletzt selbst bundesweit nur an wenigen Tagen mehr als 100 000 neue Impfungen, meist lag die Zahl der vom Robert Koch-Institut (RKI) verzeichneten täglichen Impfungen deutlich darunter. Der Großteil davon entfiel laut RKI-Angaben auf die zweite Auffrischungsimpfung, die von der Ständigen Impfkommission derzeit für Menschen ab 70 und Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen empfohlen wird. Das bedeutet, es kommen kaum neue Erst- oder Zweitimpfungen hinzu.

In Baden-Württemberg lag der Anteil der mindestens einmal Geimpften zuletzt bei rund 75 Prozent. Knapp 74 Prozent der Menschen im Südwesten verfügen über eine Grundimmunisierung mit meist zwei Impfungen. Eine erste Auffrischungsimpfung haben rund 58 Prozent der Menschen erhalten. Über einen zweiten sogenannten Booster verfügen erst 3,4 Prozent.

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