Zoos in Baden-Württemberg

Zoo-Besuch wird teurer: Karlsruhe und Heidelberg erhöhen Eintrittspreise

Zwei Erdmännchen-Jungtiere spielen in ihrem Gehege im Zoo miteinander.
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Zwei Erdmännchen-Jungtiere spielen in ihrem Gehege im Zoo Heidelberg miteinander.
  • Sabrina Kreuzer
    vonSabrina Kreuzer
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Nachdem die Zoos in Baden-Württemberg im März wieder öffnen durften, erhöhen die Zoos in Karlsruhe und Heidelberg die Eintrittspreise. In Stuttgart ist das nicht geplant.

Karlsruhe/Stuttgart/Heidelberg - Monatelang hatten die Zoos in Baden-Württemberg für Publikumsverkehr geschlossen. Nach dem jüngsten Coronagipfel der Bundeskanzlerin Angela Merkel mit dem Ministerpräsidenten der Länder konnten viele Tierparks wieder öffnen. So auch in Baden-Württemberg: Ein Besuch in der Wilhelma sowie den Zoos in Heidelberg und Karlsruhe ist unter bestimmten Bedingungen wieder möglich.

Erhöhung der Eintrittspreise im Zoo Karlsruhe

Wie die Badischen Neuen Nachrichten (BNN) berichten, kündigte nun der Zoologische Stadtgarten Karlsruhe eine Erhöhung seiner Eintrittspreise an. Ab dem 1. Oktober dieses Jahres sollen Tagestickets für Erwachsene zwölf statt elf Euro, für Kinder und Jugendliche von sechs bis zwölf Jahren sechs statt wie bisher fünf Euro kosten. Das entspreche einer Erhöhung von neun beziehungsweise 20 Prozent, so die BNN. Des Weiteren sollen sich auch die Preise für die Jahreskarten erhöhen: Um zwei Euro teurer werden die für Erwachsene und kosten zukünftig 44 Euro, die für Kinder und Jugendliche 22 statt 20 Euro. Besitzer ermäßigter Jahreskarten zahlen ab dem 1. Oktober 34 Euro, Kleingruppen 30,50 Euro. Der Eintritt für Kindergartengruppen bleibt weiterhin frei. Für Schüler, die einen Klassenausflug in den Zoo machen, liegt der Preis weiterhin bei fünf Euro pro Kopf.

Wie die Stadt Karlsruhe den BNN zufolge berichtet, sei bereits zum 1. Januar eine Preiserhöhung geplant gewesen. Aufgrund der Schließung des Zoos wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg, sei dies jedoch verschoben worden. Die Erhöhung zum 1. Oktober sei für den Zoo verpflichtend, heißt es in der Vorlage für den Gemeinderatsbeschluss zur Haushaltsstabilisierung. Die neuen Eintrittspreise seien ein „Stabilisierungsbeitrag“. Zudem seien in den Jahren 2018 bis 2020 zahlreiche Tiergehege neu gebaut und erweitert worden, damit diesen den Ansprüchen an eine naturnahe Tierhaltung gerecht werden. Mit seinen Eintrittspreisen liege der Zoo seit Jahren im Vergleich mit anderen Zoos im unteren Preisniveau, so die BNN.

Junge Erdmännchen im Zoo Karlsruhe.

Wilhelma Stuttgart bietet Sondertarife für Besucher

In der Wilhelma in der Landeshauptstadt Stuttgart sind die Preise etwas höher als in Karlsruhe. Das liegt jedoch auch daran, dass der Zoo in Stuttgart größer ist und mehr Tiere beherbergt. „Wir haben 200 Tierarten und 11.000 einzelne Tiere“, sagt Pressesprecher Harald Knitter gegenüber BW24. Diese Tiere müssen versorgt werden. Dennoch sind die Kosten für Futter nur ein geringer Teil der Kosten: Viel mehr zu Buche schlagen würden ständige Betriebskosten wie Personal, das Beheizen der Gewächshäuser oder die Instandhaltung der Schlossanlage - auch während der Schließung der Wilhelma wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg, lief im Hintergrund alles wie gewohnt. Knitter beruhigt dennoch Tierfreunde, die oft um das Wohlergehen der Tiere besorgt seien: „Bei uns muss kein Tier hungern.“ Die kleinsten Affen der Welt und die anderen Tiere in der Wilhelma sind allzeit gut versorgt.

Einen Grund, die Eintrittpreise für die Wilhelma in Stuttgart zu erhöhen, gebe es momentan nicht, so Knitter: „Wir sind ein Betrieb des Landes und unterstehen direkt dem Finanzminister.“ Die Geschäftsleitung des Zoologisch-Botanischen Gartens gehe regelmäßig in Gespräche über Einnahmen und Ausgaben. „Wir müssen 70 Prozent unserer Kosten selbst decken“, so Knitter.

Nur wenn diese Kosten beispielsweise aufgrund der Inflation nicht mehr zu decken seien, werde über eine Preiserhöhung nachgedacht. „Hier sind wir aber abhängig vom Haushalt des Landes Baden-Württemberg“, erklärt der Pressesprecher. Ungefähr alle zwei Jahre würde man sich daher intensiver mit dem Thema beschäftigen, aber eher seltener. „Die letzte Erhöhung der Eintrittsgelder hatten wir im März 2019. Dieses Jahr steht das aber auf keinen Fall an.“

Der Stuttgarter Wilhelma sei es wichtig, dass sich jeder den Eintritt in den Zoologisch-Botanischen Garten leisten kann. Deswegen gebe es momentan auch einen sogenannten Corona-Tarif. „Wir können die Häuser wegen des Virus nicht öffnen, die Besucher sehen also auch weniger bei einem Besuch in der Wilhelma. Deswegen bieten wir einen vergünstigten Tarif an, wie im Winter oder am Abend“, so Harald Knitter. Er verstehe, dass dies nicht jedem Zoo möglich sei: „Auch bei uns sind die Einbußen erheblich. Wir haben das Glück, das Land im Rücken zu haben.“

Zoo Heidelberg muss Antrag auf Bundeshilfe stellen

Im Zoo in Heidelberg sind im Februar drei Tigerbabys geboren worden - erste Bilder und eine Videoaufnahme der kleinen Raubkatzen und ihrer Mutter gibt es bereits. Im Heidelberger Zoo laufen jedoch aktuell Sparmaßnahmen in allen Bereichen, heißt es auf Anfrage von BW24. Es habe bereits Sonderhilfen durch die Stadt Heidelberg gegeben und ein Antrag auf Bundeshilfe wurde gestellt. Zudem wurden die Eintrittspreise zur Nebensaison im Winter 2020 und nun zur Hauptsaison 2021 angepasst, teilt der kaufmännische Geschäftsführer Frank-Dieter Heck mit. Die Preisentwicklungen würden jährlich bei einer Gesellschafterversammlung entschieden. Die Preisanpassungen seien moderat - um drei Prozent ist der Eintrittspreis gestiegen - und orientierten sich an den Kostensteigerungen des Zoos. Dazu zählen Sach- und Personalkosten sowie Investitionskosten.

„Ein Zoobesuch soll weiterhin für jeden möglich sein, daher gibt es neben den Standardtarifen sozial verträgliche Sonderregelungen“, sagt Frank-Dieter Heck vom Zoo Heidelberg. Zu den Sonderregelungen zähle beispielsweise der freie Eintritt für Heidelberg-Pass-Inhaber und behinderte Personen und insbesondere die Vergünstigungen in der Nebensaison. Laut Internetseite des Zoos zahlen Erwachsene momentan 13,20 Euro für ein Tagesticket, Kinder und Jugendliche von drei bis 17 Jahren zahlen 6,60 Euro Eintritt. Wie bei allen anderen Zoos, gibt es auch in Heidelberg den sogenannten Artenschutzbeitrag, dessen Höhe je nach Personengruppe schwankt.

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