Coronavirus in Baden-Württemberg

Lahr: Massiver Corona-Ausbruch bei Zalando - Folgen für Mitarbeiter

Ein Zalando-Mitarbeiter packt Pakete im Logistikzentrum.
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57 Mitarbeiter des Zalando-Logistikzentrums in Lahr haben sich mit dem Coronavirus infiziert (Symbolbild).
  • Franziska Vystrcil
    VonFranziska Vystrcil
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Im Zalando Logistikzentrum in Lahr kam es zu einem Corona-Ausbruch. Fast 60 Mitarbeiter haben sich infiziert. Das bleibt nicht ohne Folgen.

Lahr - In Baden-Württemberg sind bereits 62,5 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft (Stand vom 27. September 2021). Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt im Land unterdessen. In Lahr allerdings machte sie nun einen Sprung nach oben: Knapp 60 Mitarbeiter des Zalando-Logistikzentrums haben sich mit Covid-19 angesteckt.

Ab sofort gilt in der Firma die 3G-Regel. Also nur wer geimpft, genesen oder negativ getestet ist, erhält Zutritt zum Zalando-Gelände. Doch wie konnte es überhaupt zu so vielen Ansteckungen in Lahr kommen?

Corona-Ausbruch bei Zalando - Auslöser waren wohl Reiserückkehrer

Der aktuelle Corona-Ausbruch ist nicht der erste im Logistikzentrum des Modeversandhauses Zalando. Bereits im Mai 2020 wurden fünf Mitarbeiter positiv auf Covid-19 getestet, berichtet die Lahrer Zeitung (LZ). Das Gesundheitsamt Offenburg bestätigte die jüngsten Infektionen. 57 Angestellte seien erkrankt, sagte Behördensprecher Kai Hockenjos gegenüber der Zeitung.

Auch in anderen großen Unternehmen kommt es seit Beginn der Coronapandemie immer wieder zu Ansteckungen. Anfang des Jahres etwa gab es bei Kärcher einen massiven Corona-Ausbruch, über 200 Mitarbeiter mussten in Quarantäne. Bei dem Hersteller von Reinigungsgeräten traten zuerst einzelne Fälle im Werk in Obersontheim auf. Nach weiteren Tests wurden 36 Mitarbeiter positiv getestet. Letztendlich schickte Kärcher über 200 Mitarbeiter sicherheitshalber in Quarantäne. Auch Versand-Riese Amazon war letztes Jahr von einer Infektionswelle betroffen. Rund 100 Mitarbeiter steckten sich im Amazon-Verteilzentrum in Garbsen bei Hannover an.

Warum es ausgerechnet beim Online-Versandhändler Zalando zu einem extremen Corona-Ausbruch kam, kann nicht genau gesagt werden. An mangelnden Schutzmaßnahmen könne es laut Gesundheitsamt nicht gelegen haben. „Wir gehen davon aus, dass das Virus vereinzelt hereingetragen wurde, vor allem durch Reiserückkehrer“, äußerte sich Zalando-Sprecherin Katharina Hein gegenüber der LZ.

57 Corona-Fälle: Gesundheitsamt entscheidet sich gegen Schließung von Zalando-Logistikzentrum

Eine Schließung des Zalando-Zentrums zog das Gesundheitsamt Offenburg trotz der vielen Ansteckungen nicht in Betracht. „Dies wäre aus unserer Sicht unverhältnismäßig und überzogen, nicht zuletzt, weil sich der Betrieb sehr kooperativ zeigt“, begründet Kai Hockenjos, Sprecher des Gesundheitsamts, die Entscheidung.

Unter den Infizierten bei Zalando waren auch bereits geimpfte und getestete Mitarbeiter. Alle 57 müssen nun für zehn Tage in Quarantäne. Auch deren enge, nicht geimpfte Kontaktpersonen, insgesamt 40 in der Zahl, müssen sich zehn Tage lang isolieren.

Zalando bietet unterdessen seinen Mitarbeitern die Möglichkeit an, sich kostenlos impfen zu lassen. Seit Beginn der Impfkampagne im Juni seien im betriebseigenen Impfzentrum in Lahr 638 Impftermine vergeben worden, so Katharina Hein. Damit wolle man die Impfungen vorantreiben und die Verbreitung des Coronavirus verhindern.

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