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Zahl der Ukraine-Flüchtlinge in Baden-Württemberg nimmt weiter zu

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Ukrainische Flüchtlinge kommen mit einem Bus in Deutschland an
Da die Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine ohne Visum einreisen können, dürfte die tatsächliche Zahl im Südwesten deutlich höher sein. (Symbolbild). © IMAGO/Martin Dziadek

Die Zahl der Ukraine-Flüchtlinge, die in Baden-Württemberg Zuflucht suchen, wächst weiter. Das Land geht aufgrund verschiedener Faktoren davon aus, dass die Zahl sich erhöhen wird.

Stuttgart (dpa/lsw) - Mit jedem Kriegstag in der Ukraine nimmt auch die Zahl der Menschen zu, die in Baden-Württemberg Zuflucht suchen. Nach Zahlen des Migrationsministeriums vom Montag sind seit Beginn der russischen Angriffe vor mehr als einem Monat rund 9.500 Ukrainerinnen und Ukrainer in den Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes angekommen. Derzeit sind fast 7.400 Menschen dort untergebracht, davon 3.707 Ukrainerinnen und Ukrainer (Stand: 27. März), wie es weiter hieß.

Da die Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine ohne Visum einreisen können, dürfte die tatsächliche Zahl im Südwesten deutlich höher sein. Die Kommunen waren bislang davon ausgegangen, dass etwa 12.000 Menschen entweder privat oder in einer Erstunterbringung in Städten und Gemeinden untergekommen sind. Es wird zudem damit gerechnet, dass sich die Zahl der Geflüchteten angesichts des andauernden russischen Angriffskriegs in der Ukraine noch deutlich erhöhen wird.

Stuttgart sucht händeringend nach Unterkünften

Die Landeshauptstadt Stuttgart gründete kurz nach den ersten Angriffen auf die Ukraine einen Koordinationsstab, um unter anderem nach Wohnungen für die Ukraine-Flüchtlinge zu suchen. Aufgrund der zunehmenden Zahl werden mittlerweile auch weitere Möglichkeiten geprüft und händeringend nach Unterkünften Ausschau gehalten.

Um mehr Unterkunftsplätze zu schaffen, werden in der Region Stuttgart bereits erste Sporthallen für die Nutzung umfunktioniert. Die Landeshauptstadt plant, Turnhallen allerdings als „letztes Mittel“ einzusetzen. Darüber hinaus werden auch leer stehende Bürogebäude als Option geprüft. 

Zahl der Geflüchteten wegen fehlender Grenzkontrollen vermutlich höher

Die Bundespolizei hat bislang 272.338 Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine festgestellt. Es gibt allerdings keine festen Grenzkontrollen, deshalb dürfte die Zahl deutlich höher liegen, wie das Bundesinnenministerium in Berlin mitteilte. In Polen trafen nach Angaben des Grenzschutzes bisher mehr als 2,3 Millionen Flüchtlinge aus dem Nachbarland ein. Es gibt derzeit keine offiziellen Angaben dazu, wie viele der Kriegsflüchtlinge in Polen geblieben und wie viele bereits in andere EU-Staaten weitergereist sind.

Die Ukraine - flächenmäßig das größte Land in Europa - hatte vor Beginn des russischen Angriffs mehr als 44 Millionen Einwohner.

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