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Zahl der Motorradunfälle steigt um 15,2 Prozent

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Am Freitag ereigneten sich drei Motorradunfälle – sie alle endeten tödlich (Symbolbild).
Im ersten Halbjahr des Jahres ereigneten sich 2055 Motorradunfälle - 15,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, wie die Dpa aus dem Innenministerium erfuhr. (Symbolbild). © Panama Pictures / IMAGO

Motorradfahrer haben kein schützendes Blech um sich herum - das macht Biken zu einem sehr gefährlichen Hobby. Die Zahl der Unfälle und der dabei Verletzten im Südwesten nimmt zu.

Stuttgart (dpa/lsw) - Die Zahl der Motorradunfälle im Südwesten hat zuletzt deutlich zugenommen. Im ersten Halbjahr des Jahres ereigneten sich 2055 Unfälle - 15,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, wie die Deutsche Presse-Agentur aus dem Innenministerium erfuhr. 1121 Unfälle wurden von Motorradfahrern selbst verursacht - diese Zahl stieg aber nur um 3,4 Prozent. Bei vier von fünf Unfällen wurden laut Ministerium Beteiligte verletzt. 23 Motorradfahrer kamen bei den Unfällen im ersten Halbjahr ums Leben. Im Vorjahreszeitraum waren es 31. 545 Motorradfahrer und -Beifahrer wurden schwer verletzt, das sind 1,1 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2021. 1142 Motorradfahrer und -Beifahrer wurden leicht verletzt, 16,3 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

«Fast 26 Prozent weniger getötete Motorradfahrer machen deutlich: Die Konzepte zur Vermeidung tödlicher Motorradunfälle greifen», kommentierte Innenminister Thomas Strobl (CDU) die Statistik. Die Polizei habe beim ersten landesweiten Aktionsmonat Motorrad im Mai mehr als 5500 Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer kontrolliert. Man werde die Präventionsarbeit fortsetzen und den Kontrolldruck hochhalten, versicherte Strobl. «Über 2000 Motorradunfälle im ersten halben Jahr sind zu viele, und auch die Anzahl der Schwerverletzten ist leider anhaltend hoch. Wir lassen nicht locker.»

Im ersten Halbjahr wurden bei Kontrollen 3700 Verstöße festgestellt

Im ersten Halbjahr 2022 wurden laut Ministerium bei rund 750 Kontrollaktionen mehr als 12 300 Motorräder kontrolliert. Dabei wurden mehr als 3700 Verstöße festgestellt. An Platz eins stehen Verstöße wegen technischer Mängel. «Was wir nicht durchgehen lassen können sind technisch manipulierte Motorräder», sagte Strobl der dpa. «Vor allem bei Veränderungen an Abgaseinrichtungen schreiten wir gezielt gegen Motoradnutzer mit überlauten Maschinen ein. Die Polizei prüft auch, ob die Motorräder vor Ort stillgelegt werden können – das trifft illegale Tuner oft mehr als ein Bußgeld.» In rund 1050 Fällen wurden Geschwindigkeitsverstöße zur Anzeige gebracht.

Das Ministerium kündigte an, am Fünf-Punkte-Plan zur Reduzierung von Motorradunfällen festhalten zu wollen: die Entschärfung gefährlicher Strecken, eine strenge Überwachung, Technik-Check-Angebote, Schärfung des Gefahrenbewusstseins bei Bikern «Ü50» und eine offensive Öffentlichkeitsarbeit.

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