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Neue Tierart breitet sich aus: Goldschakal-Nachwuchs in Baden-Württemberg nachgewiesen

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Von: Nadja Pohr

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Goldschakal-Welpen
Bereits im vergangenen Jahr konnte im Schwarzwald-Baar-Kreis Goldschakal-Nachwuchs nachgewiesen werden. (Archivfoto) © Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg/dpa

In Baden-Württemberg hat es erneut Goldschakal-Nachwuchs gegeben. Das Raubtier hat sich mittlerweile in Deutschland angesiedelt und breitet sich aus.

Stuttgart - Immer mehr Wildtierarten scheinen sich in Baden-Württemberg wohlzufühlen. Nicht nur der Wolf wird in den regionalen Wäldern immer häufiger gesichtet und breitet sich zunehmend aus. Auch andere Tiere lassen sich mittlerweile in neuen Gebieten finden. Nach fast einem Jahrhundert kehrt auch das ausgerottete Raubtier, der Fischotter, beispielsweise wieder nach Baden-Württemberg zurück. Und nun hat sich auch der wolfsähnliche Goldschakal im Südwesten nachweislich niedergelassen.

Erneut Goldschakal-Nachwuchs in Baden-Württemberg entdeckt

Der Goldschakal kann mit seinem rötlich-grauen Fell und der weißlichen Schnauze auf den ersten Blick auch mit einem Fuchs oder gar mit dem Wolf verwechselt werden. Bereits im vergangenen Jahr konnte im Schwarzwald-Baar-Kreis erstmals belegt werden, dass sich Goldschakale in Deutschland vermehrt haben. Nun ist in dem Landkreis in Baden-Württemberg erneut Nachwuchs auf die Welt gekommen. Mindestens vier Goldschakal-Welpen tappten in die Fotofalle, wie National Graphic berichtet.

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Auch im niedersächsischen Landkreis Uelzen gab in diesem Jahr schon drei Welpen. „Deutschland hat eine neue Tierart“, erklärte Jörg Tillmann von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt. Wie viele Exemplare genau jedoch derzeit in Deutschland heimisch sind, lasse sich nicht sagen. Da die Tiere nachtaktiv sind und versteckt leben, gehe man davon aus, dass die tatsächliche Zahl weit über den bisherigen Beobachtungen liegt, sagt Tillmann.

„Raubtier aus Asien“: Klimawandel ist Grund für Ausbreitung des Goldschakals in Deutschland

Der Goldschakal kommt ursprünglich aus den tropischen und subtropischen Regionen Asiens und wird deshalb auch als „Raubtier aus Asien“ bezeichnet. Das Wetter in Deutschland schafft inzwischen jedoch beste Bedingungen für das Tier. „Der Klimawandel ist ein Grund für die Ausbreitung“, sagt auch Jörg Tillmann.

Der Goldschakal ernährt sich in der Regel von kleinen Säugetieren wie etwa Mäusen oder aber auch Insekten, Amphibien, Fischen und Beeren. Das „Raubtier aus Asien“ hat in Deutschland dennoch schon sein Unwesen getrieben: Erste Fälle von gerissenen Schafen sind bereits bekannt. Für den Menschen ist das Tier nicht gefährlich. Tierfreunde fürchten jedoch, dass der Goldschakal zum „Problemtier“ abgestempelt werden könnte und deshalb zum Abschuss freigegeben wird. Derzeit darf das Raubtier in Deutschland nicht gejagt werden, weil es laut der Naturschutz-Richtlinie FFH der Europäischen Union zu den schützenswerten Arten zählt.

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