Beitrag sorgt für Verwunderung

Fans boykottieren Europapark nach Aufregung um rechten Podcast - „billige Ausrede“

Michael Mack auf einer Pressekonferenz
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Der Chef des Europaparks, Michael Mack, entschuldigte sich für seinen Tweet (Symbolbild).
  • Nadja Pohr
    VonNadja Pohr
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Michael Mack, Chef des Europaparks, hat die Empfehlung auf Twitter für einen fragwürdigen Podcast wieder gelöscht. Er habe dessen Inhalt vorab nicht geprüft.

Rust - Der Europapark steckt in den Vorbereitungen für die Parksaison 2022. Neben dem Abbau der riesigen Parabolantenne werden auch viele weitere beliebte Attraktionen im Europapark umgebaut. Die Veränderungen begleitet auch Europapark-Chef Michael Mack auf Twitter - allerdings verwunderte er dort vor allem mit einem anderen Beitrag.

Auf dem Kurznachrichtendienst teilte Michael Mack die Empfehlung für den Podcast „indubio“ des Blogs „Achtgut.com“. Die Seite, die von Henryk Broder, Dirk Maxeiner und Michael Miersch gegründet wurde, biete nach eigenen Angaben „Raum für unabhängiges Denken“. Im Jahr 2015 sorgte der Ausstieg von Mitbegründer Miersch für Aufsehen: Er hatte den Blog aufgrund „unerträglicher Islamphobie“ verlassen und kritisierte, dass einige Autoren mit rechten Parteien wie Pegida oder der AfD sympathisieren.

Anmerkung der Redaktion

Dieser Artikel wurde ursprünglich am 11.02.2022 veröffentlicht. Da er für unsere Leser noch immer Relevanz besitzt, haben wir ihn erneut auf Facebook gepostet.

Nachdem der Europapark-Chef den Podcast geteilt hatte, zog er sofort die Kritik vieler weiterer Nutzer auf sich. „Herr Mack, Betreiber des größten Freizeitparks Deutschlands, teilt einen rechten Querdenker Podcast. Uff“, schrieb ein Nutzer darunter. Mack argumentierte daraufhin noch: „Wer sagt, dass er rechts ist?“ oder „Ist das so? Dann hätten Sie ihn mal anhören sollen.“

Europapark-Chef löscht Tweet wieder und entschuldigt sich

Mittlerweile hat der Europapark-Betreiber Michael Mack seinen Beitrag mit der Empfehlung wieder gelöscht und ruderte bei seiner Meinung zum Podcast zurück. „Aufgrund neuer Erkenntnisse zu den Hintergründen des von mir geteilten „indubio“ Podcasts habe ich diesen Tweet gelöscht“, schreibt er, obwohl er ihn zuvor noch verteidigt hatte.

Er bedauere zudem, dass er den Podcast vorab nicht gründlicher geprüft und ihn nicht schneller wieder zurückgenommen habe. „Da die zugrunde liegenden Werte in keinster Weise mit den meinigen übereinstimmen“, betont der Chef des Parks in Baden-Württemberg.

Europapark-Fans glauben Mack nicht - „Billige Ausrede“

Bei den Fans des Europaparks kommt die Entschuldigung dennoch nicht gut an. Sie bezweifeln die plötzliche Kehrtwende von Mack. „Mir fällt es schwer zu glauben, dass Michael Mack nicht in den Podcast herein gehört hatte“, meint ein User. Eine andere findet, dass jeder nach zwei Minuten des Podcasts merken würde, was Sache sei: „Billige Ausrede, wurde ja auch lange genug versucht, den Tweet zu verteidigen.“

Einige gehen sogar so weit und boykottieren den Europapark in Zukunft. „Für unsere Enkel gehts auf jeden Fall nicht mehr in diesen Park“, kommentiert ein Nutzer. Eine weitere schreibt, sie werde ihren Familienausflug jetzt nicht mehr im Europapark machen. Nach der Erhöhung der Eintrittspreise des Europaparks hatten bereits zuvor viele Fans einen zukünftigen Besuch abgelehnt.

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