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„Ich habe nichts zu verbergen“: Wolfgang Grupp zeigt Privatleben bewusst in der Öffentlichkeit

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Von: Sina Alonso Garcia

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Trigema-Chef Wolfgang Grupp mit Familie
Wolfgang Grupp scheut die Medien nicht und gewährt ihnen sogar hin und wieder Zutritt in seine eigenen vier Wände - wie hier 2013 (Archivbild). © Felix Kästle/dpa (Archivbild)

Anders als viele andere wohlhabende Menschen stört sich Trigema-Chef Wolfgang Grupp nicht daran, der Außenwelt Einblicke in sein Privatleben zu geben. Seine Kinder traten schon früh in den Medien auf und auch sein Wohnhaus ist alles andere als geheim.

Burladingen - Die Welt der Superreichen übt auf die Öffentlichkeit häufig eine besondere Faszination aus. Trotz des enormen Interesses an den Lebensumständen der Wohlhabenden halten sich viele von ihnen bedeckt. So existieren beispielsweise von Lidl-Gründer Dieter Schwarz kaum öffentlich einsehbare Fotos seiner Person. Schwarz meidet die Öffentlichkeit und erstickt jegliche Vorstöße der Medien im Keim.

Ganz anders handhabt Trigema-Chef Wolfgang Grupp - auch bekannt als „König von Burladingen“ - das Thema. Der Firmenpatriarch scheut die Aufmerksamkeit durch die Presse keineswegs. Im Gegenteil: Er empfängt sogar Reporter bei sich Zuhause, präsentiert sein Wohnzimmer voller Jagdtrophäen, seinen 46 Meter langen Pool, in dem er jeden Morgen schwimmt, seine private Kapelle, in der er betet und seinen Rittersaal, in dem er feiert. Auf dem Burladinger Friedhof hat der Trigema-Chef bereits eine 675 Quadratmeter große Grabanlage für sich und seine Familie bauen lassen - auch diese sorgt nicht nur in Burladingen für Gesprächsstoff.

Wolfgang Grupp zeigt bei „Maischberger“ offen seinen Lebensstil und Wohlstand

In einem Video-Ausschnitt zeigt die Sendung Maischberger (ARD) Aufnahmen von Grupps großzügiges Anwesen in Burladingen sowie Bilder seines Hubschraubers. Auch eine Szene, in der Familie Grupp gemeinsam zu Mittag isst, während ihr hauseigener Butler sie bedient, ist zu sehen. Moderatorin Sandra Maischberger befragte Wolfgang Grupp in ihrer Sendung dazu: „Anders als viele andere sehr reiche Familien in Deutschland zeigen Sie Ihren Wohlstand und ihren Lebensstil sehr offen - warum machen Sie das?“ Grupps Antwort kommt wie aus der Pistole geschossen: „Ich habe nichts zu verbergen. Das wäre fatal, wenn ich sage: Das darf keiner sehen - dann hätte ich ein schlechtes Gewissen.“

„Das, was ich hier habe oder zeige, ist ja kein Schloss oder sonst etwas“, erklärt Grupp in Bezug auf sein Wohnhaus. „Das ist ein kleineres Häuschen oder so ähnlich. Aber ich sag mal, das ist schön gemacht und alles und das kann ich zeigen, weil ich nie einem anderen etwas schuldig geblieben bin und ich immer die Haftung und Verantwortung für alle meine Entscheidungen habe.“ Erklärend fügt er hinzu: „Bevor Sie als Steuerzahler für mich wie bei allen Pleiten bezahlen müssen, habe ich nicht mal mehr ein Dach über dem Kopf, weil ich voll mit meiner Rechtsform e. K. (eingetragener Kaufmann, Anm. d. Red.) geradestehe für alles, was ich entscheide. Und das ist der Unterschied zwischen dem, was heute ist - heute sagt man: Scheitern ist kein Problem.“

Wolfgang Grupp: „Auf die eigene Tasche zu scheitern, das muss man erstmal machen“

Grupp findet: „Natürlich ist es kein Problem, wenn ich auf Kosten des anderen scheitern kann. Aber auf die eigene Tasche zu scheitern, das muss man erstmal machen. Und das wird heute sehr selten gemacht. Man macht mal schnell Insolvenz und dann geht es munter weiter. Auch, wenn Sie daran denken, dass unsere Großkunden Karstadt, Kaufhof, die Versandhauskönige - Quelle und so weiter - pleite gemacht haben, das hätte man sich vor 30 Jahren nicht vorstellen können.“ In Bezug auf die heutigen Führungskräfte warnte der Trigema-Chef bereits vor größenwahnsinnigen Managern. Statt Geldgier erhofft sich Grupp in Zukunft mehr Verantwortungsbewusstsein von Nachwuchs-Führungskräften.

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