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Wolfgang Grupp sorgt vor: 675 Quadratmeter große Grabanlage als letzte Ruhestätte für den Trigema-Chef

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Von: Sina Alonso Garcia

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Familiengrab Wolfgang Grupp Burladingen
Es ist alles vorbereitet: Familiengrab von Unternehmer Wolfgang Grupp. © Arnulf Hettrich/Imago/Bernd Weißbrod/dpa (Fotomontage BW24)

Trigema-Chef Wolfgang Grupp gilt als einer, der nichts dem Zufall überlässt. Auch auf seinen eigenen Tod will er vorbereitet sein - und ließ sich deshalb in Burladingen eine pompöse Grabanlage errichten.

Burladingen - In Burladingen wird sie spöttisch als „Nekropole von Burladingen“ bezeichnet: Die Grabanlage, die sich Trigema-Chef Wolfgang Grupp in seinem Heimatort auf der Schwäbischen Alb errichten ließ, erweckt Aufsehen. So erinnert die mehr als 675 Quadratmeter große Grabstätte mit den weißen Mauern fast schon an ein modernes Mausoleum. Wer näher hinschaut, erkennt, dass auf einer Tafel in goldenen Buchstaben bereits Name und Geburtsdatum von Wolfgang Grupp eingraviert sind. Während die 45 Meter lange und 15 Meter breite Grabkammer für einige protzig wirkt, erwidert Grupp, dass das Blödsinn sei. Für ihn sei es „kein Pomp und auch kein Mausoleum“, wie er gegenüber der Süddeutschen Zeitung erklärte. Stattdessen plane er lediglich „ein paar Reihengräber inmitten einer Parklandschaft nebst Springbrunnen“.

Als 2009 der Startschuss für die Bauarbeiten des Grabs fiel, tuschelten die Burladinger hinter vorgehaltener Hand. Öffentlich äußern wollte sich darüber zwar niemand, eine Verkäuferin einer Bäckerei berichtete damals jedoch der Augsburger Zeitung, dass sich viele Kunden über das protzige Familiengrab ärgerten. Da er in der Region für Arbeitsplätze sorgt, wollte den „König von Burladingen“ aber offensichtlich niemand öffentlich angreifen. „Viele hängen halt von seiner Arbeit ab“, sagte die Bäckerei-Verkäuferin damals. Auch eine Apothekerin im Ort sagte: „Ohne ihn ginge es vielen hier schlechter - also soll er doch meinetwegen dieses Luxusgrab bauen.“

Wolfgang Grupp steht dem Tod erstaunlich gelassen gegenüber

Im April 2022 feierte Wolfgang Grupp seinen 80. Geburtstag. Noch immer thront er auf dem Chefsessel von Trigema. Seine Nachfolge wird einmal eines seiner Kinder übernehmen. Ob Sohn Wolfgang Grupp Junior (32) oder Tochter Bonita Grupp (30) in Papas Fußstapfen tritt, ist noch nicht abschließend geklärt. In letzter Instanz würde nach Wolfgang Grupps Tod seine Frau Elisabeth über Trigema entscheiden - so machte der Patriarch sie zur Alleinerbin, die das Recht hat, „alle seine Vorgaben zu ignorieren und anders zu entscheiden.“

Anmerkung der Redaktion

Dieser Artikel erschien ursprünglich am 8. Juni 2022. Da er für unsere Leser noch immer eine Relevanz hat, hat die Redaktion ihn aktualisiert.

Angesichts der wirtschaftlichen Krise, in der die Firma wegen explodierender Rohstoffpreise steckt, steht Geschäftsführer Grupp dem Tod erstaunlich gelassen gegenüber. So bestürzte er in der SWR Landesschau mit der Aussage: „Wenn ich morgen umfallen würde, wäre es mir recht.“ Beinahe scherzhaft fügte er hinzu: „Ein anderer bestimmt ja, wie lange ich lebe. Und wenn er vorhat, mich zu holen, dann bin ich bereit.“

Wolfgang Grupp: 12.000-Einwohner-Ort Burladingen wird sich nach seinem Tod noch lange an ihn erinnern

Ganz gleich, was man davon halten mag: Durch die pompöse Grabstätte wird sich das 12.000-Einwohner-Örtchen Burladingen auch nach seinem Tod noch lange an den Firmenmogul mit den markigen Sprüchen erinnern. In der Region hat er sich auf jeden Fall mehr als verdient gemacht. Während andere Firmen längst ins Ausland abgewandert sind, setzt Grupp auf „100 Prozent Made in Germany“ und sichert den Kindern seiner Beschäftigten garantiert einen Ausbildungsplatz zu.

Warum er trotz bereits bestehendem Familiengrab in Burladingen nochmal ein neues baute, erklärte Grupp im Gespräch mit der Bild 2009 folgendermaßen: „Wir hatten schon immer ein Familiengrab in Burladingen. Aber darin ist maximal noch Platz für meine Mutter und meine Tante. Dann ist es voll und meine Familie und ich haben keinen Platz mehr. Nachdem der Friedhof erweitert wurde, hat mir der Bürgermeister dieses Eck, nur wenige Meter vom alten Familiengrab entfernt, angeboten.“

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