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Wolf im Zollernalbkreis: Tier tappt in Fotofalle – Experten bestätigen Sichtung

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Von: Julia Hawener

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Wolf spaziert durch ein Gehege.
Ein Wolf spaziert im Bayerwald-Tierpark durch das Gehege. © dpa/Armin Weigel

Im Zollernalbkreis wurde ein Wolf von einer Wildkamera fotografiert. Es ist es die erste gesicherte Sichtung des Raubtieres in dem Landkreis.

Burladingen – Raubtiere wie der Wolf, Luchs oder Schakal waren einst in Deutschland und Baden-Württemberg weit verbreitet. Nachdem sie jahrelang gejagt und dadurch ausgerottet wurden, kehren sie nun immer mehr zurück. So sind Wolfsichtungen in bestimmten baden-württembergischen Regionen schon lange keine Seltenheit mehr.

Drei sesshafte Wölfe sind etwa im Schwarzwald bekannt. Auch in den Kreisen Heilbronn und Reutlingen und dem Alb-Donau-Kreis wurden bereits Wölfe gesichtet. Und das teilweise mehrfach und sogar erst vor Kurzem: Ende Oktober wurde auf der Schwäbischen Alb in der Nähe von Trochtelfingen ein Wolf mit einer Kamera eingefangen. Zu diesen Regionen hat sich nun ein weiterer Landkreis dazugesellt. Zum ersten Mal gab es Mitte November im Zollernalbkreis eine gesicherte Wolfssichtung. Das Raubtier tappte in den Wäldern von Burladingen in eine Fotofalle.

Wolf wurde zuvor noch nie sicher im Zollernalbkreis gesichtet

Eine Person hatte die Wildkamera oberhalb von Killer am Himberg aufgestellt, wie der Zollernalbkurier berichtet. Die Fotofalle habe noch keine zwei ganzen Tage gestanden, da fing sie am 11. November den Wolf ein. Die Aufnahme ist für die Fachleute der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt in Freiburg (FVA) ein sicherer Nachweis dafür, dass ein Wolf im Zollernalbkreis unterwegs war. Eine Premiere für den Landkreis.

Bereits Anfang des Jahres hatte eine Spaziergängerin auf Facebook davon berichtet, wie sie bei Schömberg im Zollernalbkreis ein „großes Tier“ stehen sah. Jedoch konnte nie zweifelsfrei bewiesen werden, ob es sich bei dem Tier tatsächlich um einen Wolf gehandelt hatte. Als eindeutige Beweise für den Aufenthalt von Wölfen in Baden-Württemberg gelten nämlich laut dem Landesumweltministerium nur Lebendfang, Totfund, Telemetrieortung, Video, genetisches Material oder wie in diesem Fall ein Foto.

Ob sich der gesichtete Wolf derzeit noch im Landkreis aufhält oder schon weitergezogen ist, ist noch unklar. Auch zum Geschlecht und der Herkunft des Tieres könne man noch keine genaueren Angaben machen. Das alles werde noch untersucht, heißt es.

Wolf könnte im Landkreis zum Problem werden

In Deutschland war der Wolf 150 Jahre lang ausgerottet und kehrte erst 2000 wieder in die freie Wildbahn zurück. Im Südwesten werden seit 2015 immer wieder Sichtungen einzelner Tiere gemeldet. Besonders bei Landwirten und Schafzüchtern wächst die Sorge bei jedem weiteren bestätigten Tier, dass sich die Raubtiere an Herdentieren vergreifen.

Auch im Zollernalbkreis könnte das Raubtier in dieser Hinsicht zum Problem werden – sollte es dort sesshaft werden. Denn die betroffenen Gemeinden des Landkreises liegen im Moment noch außerhalb der beiden Fördergebiete Wolfsprävention. Innerhalb dieser Gebiete unterstützt das Land Baden-Württemberg Tierhalter finanziell. Etwa bei der Anschaffung von „wolfsabweisenden Zäunen“ oder Herdenschutzhunden.

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