Autofahrer macht Fotos

Beweis-Foto bestätigt Verdacht: Ein Wolf ist bei Schwäbisch Hall unterwegs

  • Valentin Betz
    vonValentin Betz
    schließen

Im Kreis Schwäbisch Hall hat ein Autofahrer einen Wolf aus erstaunlicher Nähe fotografiert. Die Behörden wollen wissen, ob er weiterzieht oder bleibt. 

Schwäbisch Hall - Der Wolf gilt in Deutschland und Baden-Württemberg als Inbegriff des Raubtieres, und er ist nach wie vor selten. Im Odenwald wurde nach 155 Jahren erstmals wieder ein Wolf ansässig. Doch solche Ereignisse spalten die Gesellschaft. Während sich Naturschützer freuen, fürchten andere damit verbundene Probleme.

Wie der SWR berichtet, wurde jetzt auch im Landkreis Schwäbisch Hall ein junger Wolf gesichtet. Ein Autofahrer konnte Fotos von dem jungen Raubtier machen und schickte sie an die Behörden. Prompt kommt die Frage auf: Zieht er weiter oder bleibt er?

Wolf im Kreis Schwäbisch Hall: Fotos gelten als sicherer Nachweis des Raubtiers

Die Fotos, die der Autofahrer bei Kirchberg an der Jagst im Kreis Schwäbisch Hall machte, gelten für die Fachleute der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt in Freiburg (FVA) als „sicherer Wolfsnachweis“, schreibt das Umweltministerium Baden-Württemberg in einer Mitteilung.

Ein Wolf wurde im Kreis Schwäbisch Hall gesichtet (Symbolfoto).

Bei dem jungen Wolf handelt es sich wohl um ein Tier, das bereits in Bayern mehrfach gesichtet worden war und demnach momentan abwandert. Dabei kann es vorkommen, dass der Wolf auch in der Nähe von Straßen und Siedlungen entlanggeht.

Sebastian Schüller, Leiter des Forstamts Schwäbisch Hall, freut sich über die Sichtung des Wolfes im Kreis Schwäbisch Hall. „Die Natur erobert sich die Welt und den Landkreis zurück“, sagte er dem SWR. Doch wo der Wolf ist, sind Konflikte mit dem Menschen nicht weit. Im Schwarzwald sehen Gemeinden die Rückkehr des Wolfes als „gesamtgesellschaftliches Problem“.

Sichtung eines Wolfes bei Kirchberg: Kreis Schwäbisch Hall kein Präventionsgebiet

Im Landkreis Schwäbisch Hall wird deshalb jetzt genau beobachtet, ob der bei Kirchberg gesichtete Wolf weiterzieht, oder vielleicht sogar ein Revier gründet. „Wenn er sich ansiedelt, dann wäre natürlich anzustreben, dass der Landkreis Schwäbisch Hall und dann vermutlich auch die benachbarten Landkreise als Präventionsgebiet erklärt werden“, so Sebastian Schüller zum SWR. Denn aktuell ist der Landkreis Schwäbisch Hall kein solches Gebiet wie etwa der Schwarzwald oder Odenwald. Das könnte aber für Konflikte mit dem Menschen sorgen, beispielsweise wenn der Wolf es auf landwirtschaftlicher Nutztiere abgesehen hat. Schutzzäune müssten Landwirte in Schwäbisch Hall aktuell nämlich noch aus eigener Tasche bezahlen.

Um festzustellen, ob der Wolf ein Revier in Schwäbisch Hall gründet, sind weitere Sichtungen notwendig. Dafür bittet das Forstamt auch die Bewohner der Gegend um Mithilfe. Beobachtungen sollten umgehend an die Forschungsanstalt in Freiburg gemeldet werden. Sorgen um die eigene Sicherheit bräuchte man sich wegen des gesichteten Wolfes nicht machen, erklärt Sebastian Schüller, Leiter des Forstamts Schwäbisch Hall, dem SWR: „Angst oder Panik ist hier überhaupt nicht angebracht. Der Wolf ist ein sehr scheues Tier. In der Regel merkt er den Mensch deutlich bevor der Mensch ihn merkt und verzieht sich.“ Sollte es doch zu einer Begegnung mit dem Wolf in Schwäbisch Hall kommen, hat das Umweltministerium wichtige Verhaltenstipps (echo24* berichtete). *echo24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare