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Ein Wolf treibt sich im Alb-Donau-Kreis herum und hinterlässt Spuren

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Von: Nadja Pohr

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Junge Wölfin auf Reviersuche im Bayerischen Wald gesichtet
Wie das Umweltministerium mitteilte, war der Wolf im Frühjahr im Alb-Donau-Kreis unterwegs. Festgestellt wurde dies anhand von Spuren an einem Lamm und einem Reh, die dem Tier eindeutig zugeordnet werden konnten (Archiv- und Symbolbild). © -/Nationalpark Bayerischer Wald/dpa/Archivbild

Im Alb-Donau-Kreis wurden kürzlich zwei tote Tiere gefunden, auf denen Spuren eines Wolfs nachgewiesen werden konnten.

Ehingen/Illerrieden - Mittlerweile erobern immer mehr Wildtiere die Landkreise in Baden-Württemberg. Dabei machen sie inzwischen nicht mal mehr Halt vor Stadtgebieten und treiben sich beispielsweise auch in Stuttgart herum. Fuchs, Waschbär oder Nilgänse treiben in der Landeshauptstadt ihr Unwesen. Das gefürchtetste Wildtier hierzulande dürfte jedoch der Wolf sein.

In Deutschland war der Wolf 150 Jahre lang ausgerottet und kehrte erst 2000 wieder in die freie Wildbahn zurück. In Baden-Württemberg werden seit 2015 immer wieder Sichtungen einzelner Tiere gemeldet. „Die Gefahr steigt“, warnen Experten und zeigen sich aufgrund der Ausbreitung der Wölfe im Südwesten besorgt. Einige Zeit war es ruhig um die Raubtiere geworden - nun allerdings deuten Spuren darauf hin, dass sich ein Tier im Alb-Donau-Kreis herumtreibt.

Wolf im Alb-Donau-Kreis: Spuren an Tieren konnten eindeutig dem Raubtier zugeordnet werden

Wie das baden-württembergische Umweltministerium mitteilte, war der Wolf im Frühjahr im Alb-Donau-Kreis unterwegs. Festgestellt wurde dies anhand von Spuren an einem Lamm und einem Reh, die dem Raubtier eindeutig zugeordnet werden konnten. Das Lamm wurde im April in Ehingen tot aufgefunden. Neun Tage später fand man im 30 Kilometer entfernten Illerrieden ein gerissenes Reh. Die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt FVA untersuchte die genetischen Spuren an den Tieren.

Ob es sich dabei um ein und denselben Wolf handelte, konnte von den Experten jedoch nicht festgestellt werden, da die Qualität der Proben dafür nicht gut genug war. Es kann allerdings aufgrund der örtlichen und zeitlichen Nähe der beiden Fälle gut möglich gewesen sein, dass es sich um dasselbe Tier handelt, gab das Umweltministerium in Stuttgart bekannt. Ebenso ist unklar, ob es sich um einen bereits bekannten oder einen neuen Wolf handelt und ferner, wo sich das Tier nun befindet.

Immer wieder Wolfssichtungen in Baden-Württemberg: Einige Bürger sind skeptisch, andere freut es

In den verschiedensten Regionen in Baden-Württemberg kam es bereits zu Wolfssichtungen. Unter anderem wurde im Landkreis Heilbronn ein Wolf gesichtet oder auch im Zollernalbkreis, wo bis dato noch nie ein Wolf vorgefunden wurde. Im Schwarzwald (4) und im Odenwald (1) wurden hingegen schon sesshafte Wölfe nachgewiesen. Die Wolfsprävention legt deshalb ein besonders großes Augenmerk auf diese Regionen.

Dass es in Baden-Württemberg ein erhöhtes Aufkommen an Wölfen gibt, sehen die Menschen in der Region zwiegespalten. Während einige Bürger sich darüber freuen, dass das Tier seinen Weg zurück in die Natur gefunden hat, sind andere sehr unsicher und skeptisch, was das Thema angeht. Sie sehen die Gefahr, dass die Wölfe zunehmend Weidentiere angreifen werden und irgendwann auch auf Menschen losgehen könnten. Einen solchen Problemwolf gebe es im Südwesten allerdings bisher noch nicht, versichern Experten.

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