Nach mehr als 150 Jahren

Wolf kommt der Region Stuttgart immer näher

Ein Wolf wandert im Wald umher.
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Der Wolf kommt der Region Stuttgart immer näher.
  • Berkan Cakir
    vonBerkan Cakir
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Zuletzt wurde ein Wolf in der Nähe des Rems-Murr-Kreises gesichtet. Sollte er sesshaft werden, wäre er der erste Wolf, der sich der Stuttgarter Region nähert.

Stuttgart - Anfang Mai machte ein Autofahrer eine bemerkenswerte Beobachtung: Er filmte von seinem Auto aus ein Tier, das für die Region sehr ungewöhnlich war. Später sichteten auch Experten das Beweis-Foto und bestätigten den Verdacht: In Schwäbisch Hall trieb sich ein Wolf umher. Das war nicht nur deshalb bemerkenswert, weil der Wolf in Deutschland seit mehr als 100 Jahren als ausgestorben galt, sondern auch, weil das Tier an der Grenze zum Rems-Murr-Kreis gesichtet wurde - im Ballungsraum der Landeshauptstadt Stuttgart.

Drei Wölfe sind in Baden-Württemberg bereits zu Hause. Im März ist bestätigt worden, dass nach 155 Jahren der erste Wolf im Odenwald ansässig geworden ist. Zwei weitere Tiere leben im Schwarzwald. Beide Gebiete wurden als sogenannte Fördergebiete ausgewiesen. Ob der Wolf, der in der Nähe von Schwäbisch Hall gesichtet wurde, dort sesshaft geworden ist und die Region als Fördergebiet ausgewiesen wird, ist allerdings noch unklar. Dafür müsse der Wolf „über sechs Monate hinweg nachgewiesen werden“, sagt Felicitas Rechtenwald, Artenschutzreferentin beim Naturschutzbund Nabu, gegenüber der Stuttgarter Zeitung.

Der Wolf tauchte im nordöstlichen Ballungsraum von Stuttgart auf

Falls der Wolf sich tatsächlich niederlassen sollte, wäre es vom Rand des Kreises Schwäbisch Hall nicht mehr allzu weit in den Stuttgarter Raum. Der Rems-Murr-Kreis liegt am nordöstlichen Rand der Landeshauptstadt und ist vom Entdeckungsort des Tieres in Kirchberg nur rund 30 Kilometer entfernt.

Die Naturschützer würde es freuen. „Aus Artenschutzsicht ist es toll, dass der Wolf aus freien Stücken zurückgekommen ist“, sagte Felicitas Rechtenwald zur Stuttgarter Zeitung. Allerdings sei noch viel Aufklärungsarbeit nötig. „Es ist uns wichtig, sachlich über den Wolf aufzuklären und nichts zu beschönigen“, sagt sie.

Das Auftauchen des Wolfs in der nähe von Stuttgart freut die Tierschützer

Auf der anderen Seiten versetzt der Wolf viele Tierhalter in Sorge. Erst zuletzt wurden zwei tote Ziegen in Gernsbach aufgefunden, für deren Tod ein Wolf unter Verdacht steht. Tierhalter werden deshalb angehalten, ihr Vieh durch entsprechende Sicherheitsvorkehrungen wie Elektrozäune besser zu schützen. Fest steht für Felicitas Rehwald vom Nabu:  „Ich denke, es wird in der nächsten Zeit immer häufiger Begegnungen wie jene in Kirchberg an der Jagst geben. Es ist auf jeden Fall faszinierend.“

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