Diskussion um Raubtier

Wolf reißt Kalb im Schwarzwald - Bauern fordern indirekt Abschuss: „Man wird sich noch wundern“

Wolf
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Ein im Schwarzwald sesshafter Wolf hat ein Kalb gerissen - und für den dortigen Bauernverband damit eine Grenze überschritten (Symbolbild).
  • Valentin Betz
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Erstmals hat ein Wolf in Baden-Württemberg ein Kalb gerissen. Ein Bauernverband fordert nun bessere Maßnahmen - und deutet den Abschuss als Option an.

Update vom 15. Dezember, 11.03 Uhr: Eine Genanalyse der Forstlichen Versuchsanstalt in Freiburg hat inzwischen bestätigt, dass das tote Kalb im Schwarzwald von einem dort sesshaften Wolfsrüden gerissen wurde. Wie die Badische Zeitung (BZ) berichtet, wird beim Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverband (BLHV) deshalb der Ruf nach einem besseren Schutz für die Tiere lauter.

Elektrische Weidezäune seien demnach nicht mehr ausreichend. Der Verband wünscht sich deshalb mehr Forschung, welche Mittel zur „Vergrämung eines Wolfes“ taugen könnten. Laut Badischer Zeitung spielt der Verband damit aber indirekt darauf an, dass nach einem solchen Wolfsriss keine Alternative zur Tötung bestehe. Denn die Arbeit der Landwirte sei unabdingbar für die Region. „Man wird sich noch wundern, wie der Schwarzwald ziemlich bald aussieht, wenn wir Bauern unsere Arbeit einstellten“, erklärte ein Vertreter des BLHV der BZ. Der vom Wolfsriss direkt betroffenen Landwirt klang etwas versöhnlicher: „Wir wollen auch dem Wolf seine Nische lassen, wir wollen ihn nicht ausrotten“, sagte er.

Erstmeldung vom 8. Dezember: Titisee-Neustadt (dpa/lsw) - Nach dem Fund eines toten Rinderkalbs im Schwarzwald geht das Umweltministerium davon aus, dass ein Wolf das acht Monate alte Tier getötet hat. Wie das Ministerium am Mittwoch mitteilte, hat die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt anhand einer Genanalyse herausgefunden, dass ein Wolfsrüde mit der Bezeichnung «GW1129m» für den Angriff bei Titisee-Neustadt (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) verantwortlich ist.

Das Kalb wurde den Angaben zufolge am 22. November im Fördergebiet Wolfsprävention Schwarzwald entdeckt. Dort habe sich ein männlicher Wolf mit jener Bezeichnung seit Juni 2020 niedergelassen. In dem Fördergebiet unterstützt das Land nach eigenen Angaben die Halter von Nutztieren bei der Finanzierung des Herdenschutzes. Nutztierverbände sowie die Wildtierbeauftragten der Region seien informiert worden.

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