Zollernalbkreis

Spaziergängerin will Wolf in Landkreis gesehen haben, wo er noch nie zuvor gesichtet wurde

Ein europäischer Grauwolf.
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In Schömberg hat eine Spaziergängerin ein „großes Tier“ gesehen. Möglicherweise handelte es sich dabei um einen Wolf. Es wäre der erste überhaupt im Zollernalbkreis (Symbolbild).
  • Valentin Betz
    VonValentin Betz
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Der Wolf ist in Baden-Württemberg längst keine Seltenheit mehr. Immer wieder wird das scheue Raubtier gesichtet - so womöglich auch zum ersten Mal im Zollernalbkreis.

Schömberg - Der Wolf ist in Baden-Württemberg schon seit geraumer Zeit kein Unbekannter mehr. In Deutschland war das Raubtier 150 Jahre lang ausgerottet, erst im Jahr 2000 wurden wieder erste Welpen in freier Wildbahn geboren. Im Südwesten gibt es seit 2015 immer wieder Sichtungen einzelner Tiere.

Laut Umweltministerium waren es alleine im vergangenen Jahr 63 sichere Nachweise von Wolfssichtungen. Dazu gehört auch der Wolf aus Italien, der im Südwesten Schafe und Ziegen riss. Zudem sind in Baden-Württemberg vier einzelne Wölfe inzwischen sesshaft. Das mag viel erscheinen, ist im gesamtdeutschen Vergleich aber der niedrigste Wert - in Brandenburg leben alleine 49 Rudel, die aus mindestens zwei Tieren bestehen.

Trotzdem sind im Südwesten Experten besorgt, weil sich immer mehr Wölfe ausbreiten. Dazu trägt das Erlebnis einer Spaziergängerin im Zollernalbkreis bei. Die Frau war mit ihrem Hund bei Schömberg unterwegs, als sie nur einen Kilometer von einem Wohngebiet entfernt ein „großes Tier“ stehen sah, wie der Schwarzwälder Bote berichtet.

Zollernalbkreis: Spaziergängerin glaubt an Wolfssichtung - und stößt auf ähnliche Berichte

Die Spaziergängerin ist sich sicher, dass es sich bei dem großen Tier um einen Wolf gehandelt haben muss. Ihr Erlebnis teilte sie auf Facebook - wo andere von ähnlichen Vorfällen berichteten. Demnach sei das „große Tier“ auch zwischen den Orten Neuhaus und Wellendingen gesehen worden.

Auch der Leiter des zuständigen Kreisforstamtes hält es nicht für gänzlich unmöglich, dass ein Wolf durch den Zollernalbkreis streift. Das Raubtier ist viel unterwegs und legt dabei weite Strecken zurück. Angesichts der Tatsache, dass die Spaziergängerin am Nachmittag auf das große Tier stieß, noch dazu an einem gut frequentierten Weg, hält er einen Wolf aber für wenig wahrscheinlich.

Möglicher Wolf im Zollernalbkreis: Als Nachweis gelten nur handfeste Fakten

Bleibt es bei der Sichtung durch die Spaziergängerin, wird sich wohl nie zweifelsfrei beweisen können, ob das große Tier tatsächlich ein Wolf war. Denn als eindeutiger Nachweis gilt nur ein Lebendfund, ein Totfund, ein genetischer Nachweis, ein Foto oder Video sowie die Telemetrieortung. Sollte es sich bei dem von der Frau beschriebenen Tier in Schömberg tatsächlich um einen Wolf handeln, wäre das jedenfalls in der Region eine Premiere. „Es hat bisher noch keinen sogenannten C1-Nachweis (eindeutiger Wolfs-Nachweis) im Zollernalbkreis gegeben“, schrieb das Umweltministerium Baden-Württemberg auf Anfrage von BW24.

Vermeintliche Wolfsrufe oder Beobachtungen wie die der Spaziergängerin gelten als „nicht bestätigte Hinweise“, da sie nicht überprüfbar sind. Ohnehin wäre damit noch lange nicht klar, ob der Wolf auch im Zollernalbkreis bleibt oder nur auf der Durchreise ist.

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