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Wegen Verbindung zu Putin: Heidelberger SPD fordert Parteiausschluss von Altkanzler Gerhard Schröder

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Von: Sina Alonso Garcia

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Gerhard Schröder und Wladimir Putin in inniger Umarmung bei der Eröffnung des FIFA World Cup 2018. (Archivbild)
Gerhard Schröder und Wladimir Putin in inniger Umarmung bei der Eröffnung des FIFA World Cup 2018. (Archivbild) © Alexei Druzhini/Imago

Ex-Kanzler Gerhard Schröder steht wegen seiner Russland-Verbindungen zunehmend in der Kritik. Die SPD in Heidelberg hält ihn als Parteimitglied für nicht mehr tragbar.

Heidelberg - Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine nimmt die Kritik an Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) zu. Wegen seiner Tätigkeit für russische Energiekonzerne und seiner langjährigen Freundschaft zu Wladimir Putin gilt Schröder in der SPD aktuell als „persona non grata“. Nun hat die SPD in Heidelberg eine klare Forderung gestellt. Sie spricht sich gegen den Altkanzler aus und fordert seinen Parteiausschluss.

Die Bundes-SPD verurteilte Schröders Position bereits aufs Schärfste. „Mit einem Aggressor, mit einem Kriegstreiber wie Putin, macht man keine Geschäfte“, schrieb der SPD-Bundesvorsitzende Lars Klingbeil bei Facebook. „Als Bundeskanzler a.D. handelt man nie komplett privat. Schon gar nicht in einer Situation wie der jetzigen. Es ist deswegen überfällig, die geschäftlichen Beziehungen zu Putin zu beenden. Das erwarte ich unmissverständlich.“

Gerhard Schröder: SPD Heidelberg fordert klare Distanzierung zu Putin

Ähnlich entschlossen wie Klingbeil reagierte auch die SPD in Heidelberg. „Wir fordern Gerhard Schröder dazu auf, unverzüglich von seinen Ämtern bei Rosneft und Nord Stream zurückzutreten, die Nominierung für den Aufsichtsrat bei Gazprom abzulehnen und sich von Wladimir Putin zu distanzieren. Die demokratischen Staaten müssen zusammenstehen und klar benennen, wer Kriegstreiber ist“, heißt es in einem Statement des SPD-Ortsvereins Heidelberg.

In ihrem Ultimatum, das sie Gerhard Schröder stellt*, geht die SPD Heidelberg sogar so weit, ihn ganz aus der Partei zu werfen, sofern er ihren Forderungen nicht nachkommen sollte (Heidelberg24.de* berichtete). Wie Kreisvorstand Daniel Al-Kayal auf Twitter mitteilte, habe man beantragt, Gerhard Schröder bei Weiterführung seiner Ämter umgehend aus der SPD auszuschließen. „Ich rufe alle Genossen dazu auf, Anträge auf Ausschluss in den eigenen Gliederungen zu stellen und Druck auf den Bundesvorstand aufzubauen“, so Al-Kayal.

Gerhard Schröder: Büro-Mitarbeiter kehren ihm wegen Russland-Beziehungen den Rücken

Bereits in seiner Zeit als Bundeskanzler von 1998 bis 2005 hatte Schröder den Bau der umstrittenen Ostsee-Pipeline Nord Stream 2, einer Tochter des russischen Energiekonzerns Gazprom, vorangetrieben. Nach dem Ende seiner Amtszeit wechselte Schröder dann nahtlos zu Gazprom. Als Russland 2014 die Krim annektierte, ergriff Schröder Partei für Putin. Noch kurz vor dem Ausbruch des Ukraine-Kriegs in der vergangenen Woche sprach sich der Altkanzler für seinen alten Freund Putin aus. Da Schröder noch immer keine klare Kante zeigt, haben ihm inzwischen mehrere seiner Mitarbeiter den Rücken gekehrt. *Heidelberg24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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