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Kretschmann berichtet von tragischem Familienereignis - „Meinen älteren Bruder habe ich nie kennengelernt“

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Von: Nadja Pohr

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Winfried Kretschmann
Winfried Kretschmann berichtete in einer Rede von der Flucht seiner Eltern nach dem Zweiten Weltkrieg. © Philipp von Ditfurth/dpa

In einer Rede vor dem Landtag gibt Ministerpräsident Winfried Kretschmann einen selten Einblick in seine Vergangenheit und berichtet von einem tragischen Ereignis.

Stuttgart - Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann* (Grüne) gibt hin und wieder einen seltenen Einblick in sein Privatleben. Beispielsweise lebt Kretschmann statt in einer luxuriösen Dienstvilla mit 15 Zimmern lieber bescheiden in seiner Heimatstadt Sigmaringen (BW24* berichtete). Gemeinsam mit seiner Ehefrau Gerlinde verbringe er dort gerne Zeit im Garten.

Aber auch über seine Vergangenheit spricht Winfried Kretschmann nicht häufig. Zuletzt erzählte er Anfang des Jahres im Zuge der Jährung des Radikalenerlasses von 1972 über seinen Werdegang und seine politische Karriere. Er berichtete davon, wie er vom Verfassungsfeind zum Ministerpräsidenten* wurde - Kretschmann war damals ein Links-Rebell und Maoist. Vor dem Landtag in Baden-Württemberg teilte Ministerpräsident Kretschmann nun eine weitere Geschichte, die ihn geprägt hat.

Winfried Kretschmann berichtet von tragischem Ereignis in seiner Vergangenheit

Im Zuge einer Rede zum Ukraine-Krieg berichtete Winfried Kretschmann in Stuttgart von einem tragischen Ereignis in seiner Vergangenheit. Denn: Seine eigene Familie war früher selbst auf der Flucht gewesen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs flüchteten seine Eltern aus dem ostpreußischen Ermland nach Baden-Württemberg*.

Als wäre die Flucht der Eltern nicht bereits eine traurige Erfahrung gewesen, ereignete sich für Familie Kretschmann auch ein schlimmer Verlust. „Meinen älteren Bruder habe ich nie kennengelernt, er ist als Säugling auf der Flucht gestorben“, erzählt der Ministerpräsident vor seinen Kollegen aus der Politik in Baden-Württemberg*. Für ihn sei es deshalb unerträglich, dass es in Europa erneut zu Flüchtlingsbewegungen mit solchen Folgen komme. Der Landtag reagierte auf die bewegende Rede mit Applaus.

Ministerpräsident Kretschmann verspricht weiterhin Unterstützung

Für die geflüchteten Menschen aus der Ukraine verspricht Ministerpräsident Winfried Kretschmann weiterhin Unterstützung. So soll das Bildungsangebot in Baden-Württemberg stark für die Integration von Flüchtlingskindern aufgestellt werden. In Kitas werden beispielsweise bereits Dolmetscher eingesetzt. Aus Stuttgart berichtet man allerdings, dass Flüchtlingskinder vorerst nicht in die Kitas kommen*, sondern es alternative Betreuungsangebote gibt.

Ukrainischen Studierenden sollen die Studiengebühren erlassen und so ermöglicht werden, dass sie die Universitäten im Land besuchen können. Darüber hinaus will Baden-Württemberg weiterhin die Ukraine mit Hilfsgütern vor Ort unterstützen. Zudem soll die Wirtschaft in Baden-Württemberg* durch erneuerbare Energien gestärkt und unabhängiger werden. Hierzu nimmt Kretschmann aber auch die Bürger in die Pflicht und ruft zum Energiesparen auf. *BW24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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