Weiße Weihnachten

Wetter in Deutschland: Jahrhundertwinter dank „La Niña“ ? Prognose lässt Experten toben

  • Sabrina Hoffmann
    vonSabrina Hoffmann
    schließen

Viele prophezeien dem Wetter in Stuttgart und Deutschland einen „Jahrhundertwinter“, wegen des Wetterphänomens „La Niña“. Einen Experten verärgert das.

  • Zumindest für kurze Zeit konnten sich die Menschen in Stuttgart über einen goldenen Oktober freuen - die Temperaturen stiegen an, Niederschlag blieb vielerorts aus.
  • Laut Experten könnte Wetter in Stuttgart und Deutschland jedoch noch eine Überraschung bereithalten: Das Wetterphänomen „La Niña“ soll einen Jahrhundertwinter verursachen.
  • Es gibt jedoch auch viel Kritik an derartigen Prognosen zum Wetter in Deutschland und Stuttgart, die diese als „unwissenschaftliches und unseriöses Gerede“ abtun.

Stuttgart - Das Wetter in Stuttgart und Deutschland zeigt sich derzeit nicht von seiner freundlichen Seite. Die Hoffnung auf einen goldenen Oktober war bislang vergebens, stattdessen brachte der Herbst niedrige Temperaturen, Regen und Bodenfrost. In höheren Regionen in Baden-Württemberg und Bayern fiel sogar schon Schnee.

Erste Prognosen lassen nun darauf schließen, dass das Wetter in Stuttgart und Deutschland 2020 eher kalt bleibt. Ein heftiger Winter und womöglich auch weiße Weihnachten könnten bevorstehen. Als einen Grund nennt der Meteorologe Hartmut Mühlbauer von Wetter.com das Wetterphänomen „La Niña“.

Wetter in Deutschland und Stuttgart: Wetterphänomen „La Niña“ sorgt für besonders kalten Winter

Gibt es einen Jahrhundertwinter in Deutschland? Ein Experte ordnet die Vorhersage ein.

„Im Herbst und Winter 2020 wird dieses Phänomen ‚La Niña‘ beobachtet“, sagte der Meteorologe. Das Wetterereignis sorgte bereits 2010 für einen besonders heftigen Winter. Damals gab es übrigens auch zum letzten Mal deutschlandweit weiße Weihnachten. Winterfans können also nun hoffen, dass sich dieser Zusammenhang wiederholt und auch 2020 über Heiligabend und die Weihnachtsfeiertage Schnee in Stuttgart und Deutschland liegt.

Die Wetterphänomene „El Niño“ und „La Niña“ beeinflussen den Winter im Zusammenspiel. „Bei ‚La Niña‘ kommt kaltes Wasser von der Antarktis an Südamerika vorbei Richtung Äquator“, sagte Meteorologe Hartmut Mühlbauer. „Dort wird es dann erwärmt und kommt als sehr warmes Wasser in Australien an.“ In Australien gibt es infolgedessen viel Regen. In Südamerika Sonne.

Wetterereignis begünstigt schneereichen Winter und weiße Weihnachten in Deutschland und Stuttgart

Bei „El Niño“ sei es genau umgekehrt. „Da wird warmes Wasser Richtung Südamerika transportiert. Deshalb ist dort sehr warm und total nass, während es in Australien trocken ist.“ In Südamerika sorgt das Wetterereignis El Niño, das nur alle paar Jahre auftritt, für starke Überschwemmungen. Seinen Namen verdankt das Wetterphänomen der Tatsache, dass es um die Weihnachtszeit auftritt. El Niño bedeutet auf spanisch „Das Christkind“.

Da bei „La Niña“ kaltes Wasser von der Antarktis Richtung Norden strömt, wird häufig der Winter in Stuttgart und Deutschland besonders streng. Es gibt viel Schnee - und mit etwas Glück auch weiße Weihnachten wie 2010.

Jahrhundertwinter in Deutschland: „Unseriöses Gerede“ - Experte über Prognose verärgert

Es gibt jedoch auch viel Kritik an derartigen Wetter-Prognosen, die aufgrund von La Niña einen kalten Winter mit viel Schnee in Deutschland prophezeien. So beschwert sich etwa Meteorologe Dominik Jung vom Wetterdienst Q.met gegenüber dem Wetterportal wetter.net und erklärt derartige Vorhersagen zu „unseriösem und unwissenschaftlichem Gerede“.

Denn: „Natürlich kann La Niña Einfluss auf den Winter haben, aber es ist nur einer von ganz vielen Faktoren, die eine Rolle spielen. Der größte Unsinn in diesem Jahr: Weihnachten soll in diesem Jahr weiß und kalt werden“. Darüber könne man, so Dominik Jung, noch heute überhaupt keine Aussage treffen. „Ende Oktober eine Wetterprognose für den 25. Dezember abzugeben, ist wissenschaftlich nicht möglich“.

Der Meteorologe ärgert sich vor allem deshalb, weil es in den vergangenen Jahren immer wieder Schlagzeilen zum Wetter in Deutschland und einem angeblichen „Jahrhundertwinter“ gab - und jedes Mal hätten sich die Prognosen als falsch erwiesen. „Jedes Jahr dasselbe Gedöns. Eigentlich sind wir mittlerweile alle schon erfroren - wir haben es nur noch nicht gemerkt“, kommentiert Dominik Jung zynisch.

Rubriklistenbild: © Bernd März/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare