Kulturveranstaltung nur geimpft?

Digitaler Impfpass noch 2021! Bald viel mehr Rechte für Corona-Geimpfte?

  • Anna-Maureen Bremer
    vonAnna-Maureen Bremer
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Coronavirus: Der digitale Impfpass ist noch für dieses Jahr geplant - mit ihm könnten die Privilegien für geimpfte Personen kommen. Etwa bei Reisen oder im Restaurant...

Schon über ein Jahr kämpft die Welt mit der Corona-Pandemie. Während viele mit dem Frühjahr auf Besserung hoffen, warnen Experten derzeit ausdrücklich vor einer dritten Welle. Besondere Sorge bereiten dabei die auftretenden Virus-Mutationen. Die größte Hoffnung liegt deshalb auf den Impfungen, denn nur, wenn eine Herdenimmunität eintritt, ist eine Rückkehr zum normalen Leben denkbar. Wie echo24.de* berichtet, geht es in Deutschland nun auch in Sachen digitaler Impfpass rasant voran. Am Montag beschlossen, soll er noch im zweiten Quartal des Jahres zur Verfügung stehen.

Digitaler Impfpass: Haben Menschen mit Corona-Impfung bald mehr Rechte im Privatleben

Obwohl die Infektionszahlen in Baden-Württemberg* und ganz Deutschland noch zu hoch sind, ist weiterhin bisher nicht von einer Impflicht die Rede. Allerdings dürfte es eine Frage, der persönlichen Ansprüche werden, ob sich jemand impfen lassen wird. Wie bild.de berichtet, ist es durchaus denkbar, dass geimpfte Personen mittels des digitalen Impfpasses wieder Zugang zu Konzerten oder anderen kulturellen Veranstaltungen erhalten. Auch Besuche im Restaurant können durch den Impf-Nachweis wieder ermöglicht werden. Im Bericht heißt es „Ab Januar 2022 sollen die Impf-Daten zusätzlich in der elektronischen Patientenakte für Mobilgeräte gespeichert werden können.“

Noch immer ist das Leben in Deutschland durch den Lockdown stark eingeschränkt. Zwar gelten nicht mehr überall nächtliche Ausgangssperren - die Zahlen beispielsweise in Heilbronn sind allerdings weiterhin inkonstant. Ständig fragen sich die Menschen im Hotspot: Gilt hier grade eine Ausgangssperre oder nicht?*

Das Misstrauen gegenüber der Corona-Impfung* nimmt zu - die Angst vor Nebenwirkungen und das Bekanntwerden dieser bekräftigen die Befürchtung einiger. Studien zeigen, dass sich viele Menschen in Deutschland eigentlich nicht impfen lassen wollen. Dazu kommt, dass die Impfstoff herstellenden Unternehmen immer wieder von Liefer- und Produktionsproblemen sprechen. Wer also eine Impfung möchte, muss erstmal einen Termin bekommen.

Digitaler Impfpass kann andere schützen - Veranstalter können eigene Entscheidungen treffen

Der Ulmer Virologe und Chef Ständigen Impfkommission des Bundes (Stiko), Thomas Mertens, rechnet fest damit, dass mit dem digitalen Nachweis, das Privatleben bestimmt werden wird und damit viele Privilegien, die vorher keine Waren, eintreten könnten. Bereits als Ticketveranstalter Eventim angebracht hatte, nur noch geimpfte Gäste auf die eigenen Veranstaltungen* zu lassen, war der Aufschrei groß gewesen.

Enorm sei doch der Eingriff in die freie Entscheidung, ob man sich nun impfen lassen wolle.  „In unserem Rechtssystem ist möglich, so habe ich auch alle Juristen verstanden“, sagte Mertens laut eines SWR-Berichts. Es diene auch dem Schutz aller, die zum Beispiel in einem Flugzeug sitzen oder eine Veranstaltung besuchen.

Mehr Rechte mit Impfung? Keine Entscheidung, die allein in Deutschland fällt

Mertens stellt außerdem fest, dass die Entscheidung darüber, was durch einen (digitalen) Impfnachweis wieder möglich sei, bei Weitem nicht allein in Deutschland fallen kann. Er ist überzeugt, dass international Länder bereits an einem Impfnachweis arbeiten und dort entsprechende Regulären greifen werden. Das mache auch eine Einführung in Deutschland unausweichlich.

Es gibt laut dem Fachmann allerdings auch noch einen ganz wesentlichen Punkt, der zu beachten ist: Im öffentlichen Bereich kann sich der Mertens nicht vorstellen, dass der Impfnachweis dort gefordert werden wird. Nicht infrage kommt er demnach beispielsweise in Kliniken oder Heimen. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN MEDIA.

Rubriklistenbild: © Christin Klose/dpa

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