Weitere Anklage im Allgäuer Tierschutz-Skandal erhoben

Allgäuer Tierschutz-Skandal
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Eine Kuh streckt ihren Kopf durch die Holzlatten eines Stalls.

Nach dem Tierschutz-Skandal auf mehreren Bauernhöfen im Allgäu sind drei weitere Landwirte angeklagt worden. Die Männer aus Bad Grönenbach (Landkreis Unterallgäu) sollen sich nicht darum gekümmert haben, dass bei Erkrankungen ihrer 32 Rinder ein Tierarzt gerufen wird, wie die Staatsanwaltschaft Memmingen am Freitag berichtete. Die Anklagebehörde wirft den Männern - einem 66-Jährigen und seinen 35 und 37 Jahre alten Söhnen - Tierquälerei durch Unterlassen vor.

Memmingen - Das Memminger Landgericht muss nun entscheiden, ob die Anklage zugelassen wird und es zu einem Prozess kommt. Das Gericht hat bereits zwei weitere Anklagen gegen andere Beschuldigte vorliegen, die noch nicht verhandelt sind. Ursprünglich sollte das erste Verfahren im vergangenen Jahr beginnen, dann wurde es jedoch verschoben, weil die Strafkammer vorrangige Verfahren abarbeiten musste. Wie ein Gerichtssprecher am Freitag erläuterte, könnte es nun im Juli zu einem ersten Prozess in Memmingen kommen.

Der Skandal war im Sommer 2019 bekannt geworden. Damals gab es Medienberichte, wonach in einem der größten Milchviehbetriebe Bayerns Kühe getreten, geschlagen oder mit einem Traktor durch einen Stall geschleift werden. Andere Betriebe gerieten ebenfalls ins Visier der Ermittler. Mit der nun vorgelegten dritten Anklage hat die Staatsanwaltschaft in Memmingen das Großverfahren abgeschlossen. Die Kripo hatte eine Sonderkommission mit zeitweise 27 Polizeibeamtinnen und -beamten gegründet.

Auch die Justiz in Kempten ist mit dem Skandal befasst. Dort hatte das Landgericht Mitte Dezember 2021 im ersten Verfahren des Allgäuer Tierschutz-Skandals drei Angeklagte wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz zu Bewährungsstrafen verurteilt. Dabei ging es um einen Hof im Oberallgäu. dpa

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