In Psychiatrie gebracht

In schwarzer Uniform und mit Schwert bewaffnet: 22-Jähriger hängt Hakenkreuzflaggen in Wald bei Weinheim auf

  • Valentin Betz
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Die Polizei hat bei Weinheim einen Mann verhaftet, der in einem Wald Hakenkreuzfahnen aufgehängt hatte. Bereits in der Stadt war der mit einem Schwert bewaffnete 22-Jährige aufgefallen.

  • Die Polizei hat bei Weinheim einen Mann verhaftet, der in einem Wald Hakenkreuzfahnen aufgehängt hatte.
  • Zuvor war der 22-Jährige, gekleidet in einer schwarzen Uniform, mit Hakenkreuzbinde durch Weinheim spaziert.
  • Der Mann war von einer Klinik als vermisst gemeldet worden, weil er wegen einer körperlichen Erkrankung dringend behandelt werden sollte.

Weinheim - Nicht nur wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg befinden sich viele Menschen in einem psychischen Ausnahmezustand. Immer wieder muss die Polizei anrücken, weil besonders Männer die Nerven verlieren und Gewalt anwenden. In Stuttgart war ein Streit an einer Tankstelle eskaliert, ein Mann schlug eine Frau und beraubte sie. Noch tragischer ging Anfang Juli ein Fall in Heilbronn aus. Mitten in der Nacht randalierte dort ein Mann unter Alkohol- und Drogeneinfluss und kollabierte schließlich. Obwohl die Polizei erste Hilfe leistete, verstarb der Randalierer Stunden später in einem Krankenhaus - vermutlich an einer Überdosis.

Der Mann in schwarzer Uniform und Hakenkreuzbinde spazierte zunächst durch Weinheim, bevor ihn die Polizei in einem Waldgebiet festnahm (Symbolbild).

Bei Weinheim hat die Polizei jetzt einen Mann verhaftet, der sich wohl ebenfalls in einem psychischen Ausnahmezustand befand. Der 22-Jährige war der Polizei bereits mittags gemeldet worden, weil er in schwarzer Uniform und mit Hakenkreuzbinde durch Weinheim spazierte.

Mann in schwarzer Uniform war als vermisst gemeldet - Polizei findet ihn in einem Wald bei Weinheim

Nach Angaben der Polizei Mannheim war der Mann zuvor in einer Klinik als vermisst gemeldet worden, wo er wegen einer körperlichen Erkrankung dringend behandelt werden sollte. Im Stadtgebiet von Weinheim war der Mann allerdings zunächst nicht mehr auffindbar, wie die Polizei mitteilte. Ein Zeuge meldete am Abend, dass sich der Gesuchte in einem Waldgebiet unterhalb der Burgruine Windeck aufhalte.

Die Polizei fand den Mann dort, nach wie vor in schwarzer Uniform und Hakenkreuzbinde gekleidet. Zudem trug er ein Schwert und einen Schlagstock bei sich und hatte mehrere Hakenkreuzfahnen aufgehängt. Er ließ sich widerstandslos von den Beamten festnehmen. Der Mann wurde in eine Fachklinik für psychische Erkrankungen gebracht. Gegen ihn wird nun wegen der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und Waffenbesitzes ermittelt. Ob der Mann eine rechtsradikale Gesinnung vertrat oder sich in einem psychischen Ausnahmezustand einen geschmacklosen Scherz erlaubte, konnte die Polizei auf Anfrage von BW24 noch nicht beantworten.

Erst vor wenigen Tagen musste die Polizei Mannheim wegen eines Kampfstoff-Funds bei Hockenheim anrücken. Ein Paar hatte an einem Baggersee eine Handgranate aus dem Bürgerkrieg in Jugoslawien entdeckt. Die Handgranate enthielt zwar noch Sprengstoff, allerdings fehlte glücklicherweise der Zünder.

Rubriklistenbild: © Patrick Seeger/dpa/picture alliance

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