Budenzauber im Miniformat

Trotz Corona: In diesen Städten in Baden-Württemberg gibt es doch noch Weihnachtsmärkte

Eingangstor zum Stuttgarter Weihnachtsmarkt.
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Weihnachtsmärkte finden dieses Jahr - wenn überhaupt - nur in abgespeckter Form statt (Symbolbild).
  • Sina Alonso Garcia
    vonSina Alonso Garcia
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Das Aus für die Weihnachtsmärkte wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg nimmt vielen die Vorfreude aufs Fest. In manchen Städten finden jetzt aber kleinere Alternativen statt.

Stuttgart - Für viele Menschen gehören Weihnachtsmärkte einfach zur Vorweihnachtszeit dazu. Glühwein trinken, um die Buden schlendern und Freunde treffen - all das war bis dato für viele ein jährliches Pflichtprogramm vor Weihnachten. Doch das Coronavirus in Baden-Württemberg durchkreuzt derzeit jegliche Pläne von Veranstaltungen. Weihnachtsmarkt-Fans müssen stark sein: Es gibt keine Aussicht auf traditionellen Budenzauber in der Landeshauptstadt Stuttgart - und auch sonst nirgends.

Ein klein wenig Vorweihnachtsstimmung könnte in einigen Städten in Baden-Württemberg nun doch noch aufkommen: Vielerorts finden unter Hygiene-Auflagen abgespeckte Versionen der Weihnachtsmärkte statt. Das kommt auch den Schaustellern in der Krise zugute.

Weihnachtsmarkt in Stuttgart: „Adventszauber“ im Zentrum der Stadt

Schon im Oktober wurde der übliche Weihnachtsmarkt in Stuttgart abgesagt - doch es gibt eine Alternative. Hier wird einer der größten Weihnachtsmärkte Europas in einer kleinen Version veranstaltet. Statt 300 gibt es beim „Adventszauber“ nun 33 Stände, verteilt in der ganzen Innenstadt: Auf der unteren Königstraße, auf dem Schlossplatz, dem Marktplatz und an weiteren Plätzen.

Eine Prise Weihnachtsstimmung zum Mitnehmen bieten die Händler mit typischen Süßwaren wie gebrannten Mandeln, Magenbrot oder Schokofrüchten. Der Adventszauber in Stuttgart ist bereits geöffnet und dauert bis einschließlich 9. Januar 2021.

Weihnachtsmarkt in Karlsruhe: Kleine Budenlandschaft auf dem Marktplatz

Auch die Stadt Karlsruhe versucht, in der Corona-Zeit etwas weihnachtlichen Flair in die Innenstadt zu bringen. Gut 20 Stände sind derzeit in der City verteilt. Auf dem Marktplatz stehen rund um den großen Christbaum ein paar schön geschmückte Hütten. Erst kurz vor knapp war klar, dass eine kleine Budenstadt hier überhaupt möglich ist.

„Es ist aber kein eingetragener Markt und keine Veranstaltung, sondern eine Corona-Notlösung“, erklärte die Vorsitzende der Schausteller, Susanne Filder, den Badischen Neuesten Nachrichten.

Weihnachtsmarkt in Tübingen: „Schöne Weihnachtsgeschenke im Angebot“

Der Tübinger Weihnachtsmarkt soll trotz Corona an zwei Wochenenden in reduzierter Form stattfinden. Vom 4. bis 6. Dezember sowie vom 11. bis 13. Dezember verteilen sich jeweils 30 Stände über die ganze Altstadt. „Auch, wenn wir diesmal auf Waffeln, Glühwein und Musikprogramm verzichten müssen, lohnt ein Bummel über den Weihnachtsmarkt“, so Bürgermeisterin Daniela Harsch in einer Pressemitteilung der Stadt Tübingen. „Viele Vereine, gemeinnützige Organisationen und Privatpersonen haben schöne Weihnachtsgeschenke im Angebot.“ Zum Verkauf stehen unter anderem Schaffelle, Töpferwaren, Honig, Schmuck oder Gestricktes.

Weihnachtsmarkt in Freiburg: „Toll, dass das hier möglich geworden ist“

Den „echten Weihnachtsmarkt“ gibt es auch in Freiburg nicht. Doch der Budenzauber bleibt in der schönen Altstadt nicht aus: Lokale Einzelhändler haben eine Patenschaftsaktion gestartet und überlassen den Weihnachtsmarktbeschickern Flächen vor und in ihren Geschäften.

22 Kunsthandwerker und fünf Schausteller bieten ihre Waren an - von Crêpes über Krippenfiguren und Bienenwachskerzen bis zu Mützen und Schals. „Es ist toll, dass das hier möglich geworden ist“, lobt ein Schausteller gegenüber der Badischen Zeitung. Es seien die ersten Einnahmen seit acht Monaten.

Weihnachtsmarkt in Wertheim: „Winterzauber“ an drei Adventswochenenden

Die Stadt Wertheim im Norden Baden-Württembergs an der Grenze zu Bayern wird ebenfalls einen Mini-Weihnachtsmarkt ausrichten. Mit dem „Wertheimer Winterzauber“ möchten die Verantwortlichen die Innenstadt im Advent trozt Corona-Pandemie attraktiv gestalten.

20 Buden sind am zweiten, dritten und vierten Adventswochenende jeweils Freitag und Samstag von 12 bis 19 Uhr geöffnet. Zum Angebot zählen Töpferwaren, Glasbläserarbeiten, Holzhandwerk, Süßwaren, Bratwürste und Getränke. Alkohol wird nicht ausgeschenkt.

Weihnachtsmarkt in Heidelberg: „Drive-In-Weihnachtsmarkt“ mit Leckereien „to go“

In Heidelberg haben sich die Veranstalter eine kreative Alternative zum Weihnachtsmarkt überlegt. Dort gibt es demnächst einen „Weihnachtsmarkt zum Mitnehmen“. Auf dem Neckarmünzplatz wird am 4. und 5. Dezember ein „Drive-In“ aufgebaut, der limitierte Glühweintassen und adventliche Leckereien to go anbietet. „Heidelberg Marketing“ will mit der Aktion die besonders gebeutelten Schausteller unterstützen. Pro verkauftem Geschenkset bekommen die Schausteller drei Euro zusätzlich als Spende obendrauf, so die Rhein-Neckar-Zeitung.

Online-Weihnachtsmärkte in Ludwigsburg, Ulm und Esslingen

Dass die Corona-Krise kreativ macht, zeigen auch Städte wie Ludwigsburg: Da der beliebte Barock-Weihnachtsmarkt in diesem Jahr nicht stattfinden kann, wurde kurzerhand ein Online-Shop erstellt. Alle Händler, die normalerweise auf dem barocken Marktplatz ihre Hütten aufbauen würden, bieten dort ein großes Sortiment an weihnachtlichen Wunsch-Produkten. Um ihre Lieblingsstände zu finden, können Besucher der Website sich einen Standplan vom Vorjahr herunterladen. So halten es auch andere größere Städte in Baden-Württemberg, beispielsweise Ulm und Esslingen.

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