Wie sicher sind die Veranstaltungen?

Corona: So groß ist das Risiko, sich auf dem Weihnachtsmarkt anzustecken

Menschen schlendern über den Weihnachtsmarkt in Stuttgart auf der Königstraße.
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So wird der Weihnachtsmarkt in Stuttgart dieses Jahr nicht aussehen. Ein 2G-Plus-Konzept soll für die nötige Sicherheit sorgen, damit sich niemand mit dem Coronavirus infiziert.
  • Franziska Vystrcil
    VonFranziska Vystrcil
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Viele Städte haben aufgrund steigender Corona-Zahlen die Weihnachtsmärkte wieder abgesagt. Doch wie wahrscheinlich ist eine Ansteckung dort überhaupt?

Stuttgart - Seit nun fast zwei Jahren stellt das Coronavirus in Baden-Württemberg* und in ganz Deutschland den Alltag noch immer auf den Kopf. Lange sah es danach aus, als würden Impfungen und Lockdowns dazu beitragen, dass sich die Lage beruhigt. Doch aktuell steigen die Infektionszahlen so schlimm wie noch nie.

Dabei hatten viele im Land auf ein Weihnachtsfest ohne Beschränkungen gehofft, nachdem letztes Jahr durch die Pandemie vieles nicht mehr möglich gewesen war. Vor allem die Betreiber der Weihnachtsmärkte im Land freuten sich, endlich wieder öffnen zu können. Doch aufgrund von Auflagen und Alarmstufe werden aktuell viele Märkte in Baden-Württemberg* wieder abgesagt. Denn mit der Alarmstufe tritt in vielen Bereichen die 2G-Regelung (geimpft und genesen) in Kraft. Ungeimpften wird vielerorts der Zutritt verwehrt* (BW24* berichtete). Viele Weihnachtsmärkte halten an dem Plan fest, aufzumachen. Doch wie sicher ist ein Besuch?

Weihnachtsmärkte in Baden-Württemberg: Trotz steigender Infektionen sollen Märkte stattfinden

Lothar Wieler, Chef des Robert Koch-Institutes, plädierte jüngst sogar dafür, dass große Veranstaltungen abgesagt werden, berichtet der SWR. In der Landeshauptstadt Stuttgart* soll der Weihnachtsmarkt dennoch stattfinden. Die Stuttgarter Weihnachtsmarktbesucher bekommen allerdings Armbändchen*, die sie als Geimpfte und Genesene ausweisen. Nur mit Bändchen darf Essen und Trinken gekauft und verzehrt werden. Doch wegen Personalmangels sagen nun reihenweise Budenbesitzer dem Stuttgarter Weihnachtsmarkt ab*. Insgesamt haben schon 90 Stände ihre Teilnahme zurückgezogen.

Mit einem Bändchen-System wie auf dem Weihnachtsmarkt in Osnabrück soll der „2G-Plus“-Nachweis in Stuttgart erfolgen.

Auch die Auflagen für den Markt in der Landeshauptstadt wurden verschärft. Es gilt das „2G-Plus“-Modell. Heißt konkret: Rein dürfen nur geimpfte und genesene Personen, die vor Ort an den Zugangskontrollen einen negativen Corona-Schnelltest einer offiziellen Teststelle vorweisen können. Dieser kann alternativ auch an einer der neun Teststationen am Markt durchgeführt werden. Selbst durchgeführte Schnelltests werden nicht akzeptiert.

Kaltes Wetter in Deutschland: Gefahr, wenn zu viele Menschen auf engem Raum zusammenstehen

Eine Ansteckung mit dem Coronavirus scheint unter solch strengen Maßnahmen kaum möglich. Allerdings gelten nicht auf allen Märkten im Land so strenge Hygienekonzepte wie in Stuttgart. Muss man sich also vor einer Ansteckung fürchten? Wichtig ist hier laut Christof Asbach, Präsident der Gesellschaft für Aerosolforschung (GAeF), genügend Abstand zu halten.

Unter freiem Himmel sei eine Ansteckung durch Aerosole sehr gering, sagte er in der Sendung SWR Aktuell. Wichtig sei jedoch genügend Abstand zueinander. Auch das kalte Wetter in Deutschland* tue sein Übriges: Die warme Luft steigt bei Kälte beim Ausatmen schnell nach oben und verteilt sich. Gefährlich wird es laut Christof Asbach allerdings, wenn zu viele Menschen auf zu engem Raum zusammenkommen.

Ansteckungsgefahr auf Weihnachtsmärkten: Aerosole können 1,5 Meter weit fliegen

Denn Aerosole können etwa 1,5 Meter weit fliegen. Deshalb sollte man auch an der frischen Luft immer den nötigen Mindestabstand einhalten. Von einem Besuch von Buden, die man betreten kann, rät Christof Asbach daher ab. Sobald kein Abstand von 1,5 Metern zu anderen Personen mehr möglich ist und es sich um geschlossene Räume handelt, steige die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung laut dem Experten. Es gilt also wie während der gesamten Pandemie: Maske und Abstand bieten den besten Schutz im Umgang mit anderen Menschen.

Ulrich Pöschl, Professor am Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz, empfiehlt daher ebenfalls, in großen Menschenmengen immer eine Maske zu tragen. Am besten seien hierbei FFP2- oder sogar FFP3-Masken. Seiner Meinung nach wäre es allerdings am besten, Menschenmengen gänzlich fernzubleiben. „Ich persönlich würde in einer Situation wie jetzt, in der die Ansteckungszahlen sehr massiv hochgehen, es mir gut überlegen, ob ich überhaupt in so eine Menschenmenge reingehe“, sagte er dem SWR. *BW24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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