Marco Wanderwitz

Ost-Beauftragter: Ostdeutsche wählen AfD, weil sie nicht in Demokratie angekommen sind

Teilnehmer der Demonstration von AfD und Pegida in Chemnitz recken die Arme in die Höhe
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Sind viele Ostdeutsche nie in der Demokratie angekommen? Teilnehmer einer Demonstration von AfD und Pegida in Chemnitz.
  • Sabrina Hoffmann
    vonSabrina Hoffmann
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Der Ost-Beauftrage der Bundesregierung, Marco Wanderwitz, glaubt, dass viele Menschen in Ostdeutschland noch immer nicht in der Demokratie angekommen sind.

Berlin - Mehr als 30 Jahre sind seit dem Mauerfall vergangen. Genug Zeit, damit zwei ehemals getrennte Staaten zusammenwachsen und alle Barrieren überwinden können. Oder? Anderer Ansicht scheint der Ost-Beauftragte der Bundesregierung, Marco Wanderwitz (CDU), zu sein, wie er nun erklärte.

Bei Ostdeutschen gebe es laut dem CDU-Politiker eine stärkere Neigung zur Wahl rechtsradikaler Parteien als im Westen, sagte er in einem Podcast der FAZ. „Wir haben es mit Menschen zu tun, die teilweise in einer Form diktatursozialisiert sind, dass sie auch nach dreißig Jahren nicht in der Demokratie angekommen sind“, sagte Marco Wanderwitz. Der Unionspolitiker fuhr fort: Ein Teil der Bevölkerung habe „gefestigte nichtdemokratische Ansichten“.

Unfähig zu Demokratie? Marco Wanderwitz fällt hartes Urteil über viele Bürger in Ostdeutschland

Marco Wanderwitz ist seit 2020 neuer Ost-Beauftragter der Bundesregierung. Er trat die Nachfolge von Christian Hirte an, der nach einem Aufsehen erregenden Kommentar zurücktreten musste. Hirte hatte dem kurzzeitigen FDP-Ministerpräsidenten Thomas Kemmerich zur Wahl in Thüringen gratuliert, der durch Stimmen der AfD gewählt worden war. Der Vorfall galt als die erste Zusammenarbeit bürgerlicher Parteien mit Rechtsextremen seit der NS-Machtübernahme und führte letztlich zu Kemmerichs Rücktritt.

Der neue Ost-Beauftragte der Bundesregierung, Marco Wanderwitz, schlägt den gegenteiligen Weg ein, distanziert sich scharf von der AfD und von rechtsextremen Kräften in Ostdeutschland. Nach seiner Einschätzung sei ein geringer Teil der AfD-Wähler „potenziell rückholbar“, sagte er in dem FAZ-Podcast.

Es bleibe nur Bildungsarbeit und das Hoffen „auf die nächste Generation“, so das harte Urteil von Marco Wanderwitz über einen Teil der Menschen in Ostdeutschland. Die CDU dürfe sich nicht von der AfD treiben lassen und müsse sich auf den politischen Wettbewerb mit anderen Parteien fokussieren, forderte der Ost-Beauftragte.

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