Stadt Waiblingen reagiert

Ganze Kita wird geschlossen - wegen gefährlicher Corona-Variante aus Indien

Ein Kind und seine Mutter gehen zum Eingang einer Kita. Heute startet in Berlin wieder der eingeschränkte Regelbetrieb für Kitas.
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Waiblingen ordnete für Kinder und Kita-Angestellte 14 Tage häusliche Quarantäne an (Symbolbild).
  • Sina Alonso Garcia
    VonSina Alonso Garcia
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Nach einem Corona-Ausbruch in einer Kita in Waiblingen müssen 150 Kinder und 45 Beschäftigte zwei Wochen lang in Quarantäne. Es besteht Verdacht auf die indische Mutation, die viele Experten als gefährlicher ansehen, da sie sich offenbar leichter überträgt.

Waiblingen - Während die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg insgesamt zurückgeht, beeinflussen noch immer hochansteckende Mutationen das Infektionsgeschehen. In einer Kita in Waiblingen (Rems-Murr-Kreis) ist nun das Worst-Case-Szenario eingetreten: Nach einem Corona-Ausbruch mit Verdacht auf die indische Variante wird die Kindertagesstätte zwei Wochen lang dicht gemacht.

Wie der SWR berichtet, handelt es sich um das Kinderhaus Mitte - mit 150 Kindern und etwa 45 Beschäftigten die größte Kita in Waiblingen. Bereits am Montag seien zwei Gruppen, in denen es Corona-Infektionen gegeben hatte, in Quarantäne geschickt worden. Als am Dienstag weitere Infektionen festgestellt wurden, fackelten die Betreiber der Einrichtung nicht lange - und ordneten eine häusliche Quarantäne bis einschließlich 28. Juni für alle Kinder und Mitarbeiter an.

Corona-Ausbruch in Waiblinger Kita: „Es führt kein Weg dran vorbei, die Kinder müssen in Quarantäne“

Der Verdacht auf die indische Variante B1.617.2, auch bekannt als Delta-Variante, kam auf, nachdem Proben im Labor untersucht wurden. Laut SWR wurde hierbei eine Mutation festgestellt, die auch bei der Delta-Variante vorkommt. „Es führt kein Weg dran vorbei, die Kinder müssen in Quarantäne“, sagte der Waiblinger Oberbürgermeister Andreas Hesky (parteilos) dem SWR. Auch eine Freitestung aus der Quarantäne sei nicht möglich, heißt es in einem Brief, den die Stadt an die Eltern verschickt hat. Angehörige müssen zwar nicht in Quarantäne, für sie besteht jedoch eine Testpflicht.

„Unser gemeinsames Ziel heißt natürlich, dass das Kinderhaus Mitte und die Stadt Waiblingen nicht zu einem Hotspot zur Verbreitung der Delta-Variante werden möchten und wir alles tun, um die Ausbreitung dieses Virus zu verhindern“, sagte OB Andreas Hesky dem SWR.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Indische Variante heißt ab sofort „Delta-Variante“

In Baden-Württemberg trat die indische Corona-Variante erstmals auf, als Reiserückkehrer sie im April einschleppten. Um die Stigmatisierung einzelner Länder zu vermeiden, hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Anfang Juni beschlossen, Varianten des Coronavirus nach dem griechischen Alphabet zu benennen. Demnach sollen Mutationen nach der Reihenfolge ihrer Entdeckung benannt werden:

  • Corona-Mutation aus Großbritannien B.1.1.7: Alpha-Variante
  • Corona-Mutation aus Südafrika B.1.351: Beta-Variante
  • Brasilianische Variante P.1: Gamma-Variante
  • Indische Variante B.1.617.2: Delta-Variante
  • Indische Variante B.1.617.1: Kappa-Variante

Zwar hat die Delta-Variante mit 2,1 Prozent nur einen kleinen Anteil an den Corona-Infektionen in Deutschland. Das Robert-Koch-Institut stuft die Delta-Variante jedoch als besorgniserregend ein.

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