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Nach wütendem Facebook-Kommentar: Rentner aus Waiblingen muss 1.000 Euro Strafe zahlen

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Von: Sina Alonso Garcia

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Symbolfoto: Gestellte Aufnahme zum Thema Hasskommentare in Sozialen Netzwerken. Neben dem Gefaellt mir Button von facebo
Der Hass in den sozialen Medien zeigt sich insbesondere auf Facebook geballt (Symbolfoto). © Imago/ photothek

Als er erfuhr, dass Grünen-Politiker Anton Hofreiter jahrelang keine Steuern für seine Zweitwohnung in Berlin gezahlt hatte, packte einen Rentner aus Waiblingen die Wut. Auf Facebook beleidigte er Hofreiter - und muss jetzt die Konsequenzen tragen.

Waiblingen - Hass und Hetze sind heutzutage aus den sozialen Medien nicht mehr wegzudenken. Angesichts der zahlreichen Beleidigungen und Kraftausdrücke, die täglich unsere Startseiten säumen, haben viele sich fast schon daran gewöhnt. Umso wichtiger ist es, ein Zeichen gegen Hasskommentare zu setzen - und sie, falls möglich, strafrechtlich zu verfolgen. Ein Rentner aus Waiblingen (Rems-Murr-Kreis) etwa muss nun die Konsequenzen eines Netz-Ausrasters tragen: Weil er den Grünen-Politiker Anton Hofreiter beleidigte, wurde er zu einer Geldstrafe von 1.000 Euro verdonnert.

Wie Bild berichtet, las der Rentner aus Baden-Württemberg im März 2021 einen Artikel von Focus Online auf Facebook, in dem es um Hofreiter ging. Dort hieß es, der Politiker habe jahrelang keine Steuern für seine Zweitwohnung in Berlin gezahlt. Der Bericht machte den Waiblinger so wütend, dass er kommentierte: „Diese Sau gehört vergast.“ Hofreiter erstattete daraufhin Anzeige. Der Vorwurf: Beleidigung mit öffentlicher Aufforderung zur Straftat.

Rentner aus Waiblingen zeigt nach Hasskommentar Reue: „Das ist eigentlich nicht meine Art“

Vor Gericht zeigte sich der Verfasser des Hasskommentars einsichtig. Er habe sich reingesteigert, seine Sicherungen seien durchgebrannt. „Ich bin ausgerastet, das ist eigentlich nicht meine Art“, sagte er. Sein Facebook-Profil habe er mittlerweile auch gelöscht. Nachdem die Staatsanwaltschaft eine Geldstrafe in Höhe von 3.200 Euro gefordert hatte, urteilte der Richter milder: Der Waiblinger Rentner muss nun 50 Tagessätze zu je 20 Euro Strafe zahlen - in der Summe 1.000 Euro.

Dass der Rentner für seinen Hasskommentar büßen muss, ist nicht selbstverständlich. Denn nicht immer werden Hass und Hetze im Internet verfolgt - wie etwa eine Recherche des ZDF Magazin Royale zeigt. Im Rahmen eines Feldversuchs zeigten Moderator Jan Böhmermann und seine Kollegen, dass ein Großteil der Strafanzeigen von Hasskommentaren nicht Ernst genommen oder weiterverfolgt wird. Es dürfte also nicht verwundern, dass der Rentner aus Waiblingen seinen Kommentar ohne die Konsequenzen zu überdenken in die Welt posaunte.

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