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Neue Vorfahrtsregel beschlossen - Autofahrer müssen sich umstellen

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Wer hat Vorfahrt, wenn aus zwei Fahrspuren eine wird? Laut Bundesgerichtshof niemand. Es gilt gegenseitige Rücksichtnahme. © NXP/dpa

Wo sich zwei Fahrstreifen zu nur einer Straße verbinden, sollten Fahrer nicht auf Vorfahrt pochen, lautet der Beschluss des Bundesgerichtshofs. Heißt: Niemand hat hier Vorfahrt.

Karlsruhe (dpa) - Wo sich zwei Fahrstreifen der Straße zu nur einem verbinden, sollten Fahrer nicht auf Vorfahrt pochen. «Ein regelhafter Vorrang eines der beiden bisherigen Fahrstreifen besteht nicht», entschied der Bundesgerichtshof (BGH) zu einem Unfall, der sich 2018 in Hamburg ereignet hatte. Insbesondere habe nicht das Fahrzeug rechts Vorfahrt - stattdessen gelte das «Gebot der wechselseitigen Rücksichtnahme». (Az. VI ZR 47/21)

Bei dem Unfall waren ein Auto und ein Lastwagen gleichauf unterwegs gewesen - das Auto rechts, der Laster links. Hinter einer Ampel wurde die Straße einspurig, auf der Fahrbahn war die Stelle mit dem Zeichen für «beidseitige Fahrbahnverengung» markiert. Der Laster-Fahrer zog nach rechts, weil er das Auto nicht gesehen hatte. Die Frau am Steuer wiederum war davon ausgegangen, dass sie Vorfahrt habe. Beide Fahrzeuge wurden beschädigt. Der Fall ging vor Gericht, weil die Eigentümerin des Autos den Schaden nicht teilen wollte.

Anmerkung der Redaktion

Dieser Artikel erschien ursprünglich am 3. Mai 2022. Da er für unsere Leser noch immer eine Relevanz hat, hat die Redaktion ihn aktualisiert.

Laut BGH hatte aber nicht nur der Lkw-Fahrer Schuld: Anders als bei der «einseitig verengten Fahrbahn» ende hier nicht ein Fahrstreifen, «sondern beide Fahrstreifen werden in einen Fahrstreifen überführt». Dies führe «zu einer erhöhten Sorgfalts- und Rücksichtnahmepflicht der auf beiden Fahrstreifen auf die Engstelle zufahrenden Verkehrsteilnehmer», entschieden die obersten Zivilrichterinnen und -richter. Die Fahrer hätten sich also verständigen müssen, wer zuerst fahren darf. «Gelingt die Verständigung nicht, sind sie dazu verpflichtet, im Zweifel jeweils dem anderen den Vortritt zu lassen.» Wer rechts fährt und wer links, spielt demnach überhaupt keine Rolle.

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