Petition an die EU

Offener Brief: SAP, Volvo und Ikea fordern Verbot für Verbrenner und Hybride

Ein Mann geht in einem Autohaus an Gebrauchtwagen vorbei.
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Mehrere Unternehmen setzen sich für ein Verbrenner-Verbot ein.
  • Sina Alonso Garcia
    vonSina Alonso Garcia
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Mehrere internationale Unternehmen verschiedener Branchen haben sich zusammengetan. Sie fordern ein Ende des Verbrenners - und zwar bald. Dabei scheint die Forderung nicht ganz uneigennützig.

Walldorf - Die Europäische Union (EU) bemüht sich aktuell, dem Klimawandel wirksam entgegenzutreten und plant ein Verbrenner Verbot. Noch ist jedoch nicht klar, wann genau die Produktion von Verbrennern komplett eingestellt werden soll. Große Unternehmen wie Coca-Cola Europa, Ikea, SAP und Volvo machen deshalb jetzt Druck. In einer Petition fordern sie die EU auf, den Verbrenner bis zum Jahr 2035 zu verbieten. Neben Benzinern und Dieselmotoren sollen laut der Forderung aber auch Plug-in-Hybride abgeschafft werden.

Auf einer eigens für die Aktion erstellten Website rufen die Initiatoren zur Unterzeichnung der Petition auf und erklären ihr Anliegen. Aus Gründen des Gesundheits- und Umweltschutzes sei der verpflichtende Verbrenner-Ausstieg ab 2035 unumgänglich, heißt es. Immerhin seien PKW und Transporter für 15 Prozent aller Kohlendioxid-Emissionen in Europa verantwortlich. Verbrenner seien außerdem die mit 26 Prozent größte Einzelquelle von Stickoxid-Emissionen.

Verbrenner-Verbot: Ikea, SAP, Volvo und Co. wollen E-Auto-Subventionen

Ihre Initiative haben die beteiligten Unternehmen unter dem Namen „ICE-Phase-out“ zusammengefasst. ICE steht dabei als Abkürzung für „Internal Combustion Engine“, zu Deutsch: Verbrennungsmotor. Neben dem Verbot von Neuzulassungen von Dieselmotoren und Benzinern fordert die Initiative auch, die Ladeinfrastruktur in Europa auszubauen. Zudem erhofft sie sich von der EU, dass diese Automobilhersteller und Zulieferer bei der Umstellung der Produktion auf E-Mobilität unterstützt. Außerdem soll ihrer Meinung nach der Flottenumbau von Unternehmen in Richtung E-Autos subventioniert werden.

Der Trend in Richtung Elektromobilität bedeutet für viele Automobilfirmen in der Tat eine nicht unerhebliche Umstellung. So hängen beispielsweise bei Daimler 95 Prozent der Jobs am Verbrenner. Dennoch haben Konzerne wie die Daimler AG kaum eine andere Wahl. Bis 2030 will Daimler die Hälfte aller verkauften Autos elektrisch oder als Hybride verkaufen. Autobauer Volvo will den Umstieg sogar noch schneller vollziehen und kündigte an, ab 2030 nur noch Autos mit E-Antrieb zu bauen. Dass Volvo die Petition zum kompletten Ausstieg aus dem Verbrenner maßgeblich mit initiiert hat, könnte also nicht ganz uneigennützige Gründe haben.

Coca-Cola, Ikea, SAP - sie alle profitieren vom Flottenausbau bei den E-Autos

Sieht man sich die anderen Unternehmen an, die hinter der Petition stehen, wird deutlich: Ob Coca-Cola, Ikea, Uber oder SAP - sie alle hätten wohl etwas von der von ihnen geforderten Unterstützung der EU bei der Umstellung zur E-Mobilität. Coca-Cola kündigte an, seine komplette Fahrzeugflotte bis 2025 auf E-Autos umstellen. Auch im Fuhrpark von SAP soll bis 2025 jeder dritte Dienstwagen ein Elektroauto oder zumindest ein Plug-in-Hybrid sein. Ähnlich sieht es bei den anderen Unterzeichnern der Petition aus.

Subventionen für den Ausbau der E-Mobilität sind nichts Neues, so gibt es beispielsweise den Umweltbonus für alle Käufer von Elektrofahrzeugen. Dadurch sind E-Autos laut ADAC sogar häufig günstiger als Verbrenner. Immer wieder werden jedoch auch kritische Stimmen laut, die gegen solche Prämien argumentieren. So warnten Autohändler, dass wegen der Elektro-Kaufprämie das „System kollabiert“.

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