Vogelgrippe ist wieder da

Geflügelpest erreicht Baden-Württemberg - Behörden greifen durch

Ein Mann in gelber Schutzkleidung sammelt tote Vögel auf und watet durchs Wasser.
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Ein Mann in Schutzkleidung sammelt tote Vögel auf. Tausende Kadaver sind im November an der Küste von Schleswig-Holstein aufgefunden worden - jetzt gibt es auch Fälle in Baden-Württemberg (Symbolbild).
  • Sina Alonso Garcia
    vonSina Alonso Garcia
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Die Vogelgrippe ist wieder in Baden-Württemberg angekommen und versetzt das Land in Aufruhr. Jetzt sollen schnell Maßnahmen ergriffen werden.

Villingen-Schwenningen - Für Bauern ist es eine Horror-Nachricht: Die Geflügelpest, im Volksmund auch bekannt als Vogelgrippe, hat Baden-Württemberg erreicht. Erstmals seit drei Jahren breitet sie sich wieder in den heimischen Gefilden aus. In Donaueschingen, rund 13 Kilometer südlich von Villingen-Schwenningen, wurde ein infizierter Mäusebussard gefunden. Das teilte ein Sprecher des Landwirtschaftsministeriums in der Landeshauptstadt Stuttgart mit.

Verbreitet wird das Virus mit dem Namen H5N8 zum Beispiel durch Kot oder andere Ausscheidungen von Geflügeltieren. Besonders gefährdet sind Hühner und Puten, aber auch Fasane, Wachteln, Perlhühner und Wildvögel. Wenn die Vogelgrippe in einem Betrieb ausbricht, müssen alle Tiere getötet werden. Der Grund: Eine Behandlung der erkrankten Tiere ist verboten. Für Landwirte bedeutet das einen enormen wirtschaftlichen Schaden, der gerade zur falschen Zeit kommt. Erst kürzlich wurden Bauern in Baden-Württemberg mit einer Seuche konfrontiert: der afrikanischen Schweinepest.

Vogelgrippe: Risiko der Verbreitung in Baden-Württemberg hoch

Wegen des neuen Virus verhängten die Landratsämter im Schwarzwald-Baar-Kreis und im Landkreis Tuttlingen mit sofortiger Wirkung eine flächendeckende Stallpflicht. Das berichtete die Deutsche Presseagentur (dpa). Geflügelhalter müssen ihre Tiere vor dem Kontakt mit Wildvögeln schützen. Hühner, Enten und andere Nutzvögel sollen in geschlossenen Ställen gehalten werden. Auch gelten Hygieneregeln für den Umgang mit den Tieren: Händewaschen, Schutzkleidung und Meldepflicht. Einwegkleidung soll unverzüglich im Hausmüll entsorgt werden.

Das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz in Baden-Württemberg stuft das Risiko weiterer Ausbrüche der Vogelgrippe bei Wildvögeln im Land als hoch ein. Schon seit einigen Wochen grassiert das Virus vermehrt in Europa und auch in Deutschland. Hohe Verluste verzeichnen die Landratsämter vor allem bei wildlebenden Wasservögeln. „Allein in Schleswig-Holstein wurden bis Weihnachten fast 16.000 tote und sterbende Wasservögel erfasst“, heißt es in einer Pressemitteilung auf der Homepage des Schwarzwald-Baar-Kreises.

2016 wurde die Geflügelpest erstmals in Europa festgestellt. Seither tauchen immer wieder Befunde auf. Infektionsketten zwischen Wildvögeln und gehaltenen Vögeln sollen so gut wie möglich verhindert werden. Für Menschen ist die Vogelgrippe ungefährlich. Auch sind bisher keine Übertragungen auf andere Tiere wie Katzen oder Hunde festgestellt worden.

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