Traurige Gewissheit

Rettungshunde suchten Vermissten - deshalb fasste ein Hundehasser einen perfiden Plan

Polizeihund folgt einer Geruchsspur.
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Der Vermisste aus Sontheim wurde tagelang unter anderem mithilfe von Hunden der Rettungshundestaffel gesucht. (Symbolbild)
  • Anna-Lena Schüchtle
    vonAnna-Lena Schüchtle
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Am Donnerstag wurde ein Mann aus Sontheim im Landkreis Heidenheim als vermisst gemeldet. Die umfangreiche Suche nach dem Vermissten soll angeblich durch einen Hundehasser behindert worden sein. Gestern Abend wurde der Mann nun tot gefunden, wie die Polizei bestätigt.

  • Ein Mann aus Sontheim war seit Donnerstag verschwunden und unter großem Aufgebot von Einsatzkräften gesucht.
  • Die Ermittlungen nach dem Vermissten wurden angeblich durch die anonyme Mail eines Hundehassers behindert.
  • Sonntagabend wurde der Mann tot geborgen.

Sontheim/Heidenheim - Bereits seit Donnerstag wurde in Sontheim an der Brenz im Landkreis Heidenheim etwa 100 Kilometer östlich von Stuttgart ein 30 Jahre alter Mann vermisst. Laut Polizeiangaben soll der Mann eine psychische Erkrankung gehabt haben und auf die Einnahme von Medikamenten angewiesen gewesen sein. Das berichtete die Augsburger Allgemeine.

Besonders groß war daher das Aufgebot an Rettungskräften, die nach dem Vermissten in Sontheim gesucht hatten. Die Suche beschränkte sich am Freitag zunächst auf die Gegend rund um Sontheim, wo unter anderem die Feuerwehr, ein Hubschrauber, Boote und eine Rettungshundestaffel im Einsatz waren.

Die Einsatzkräfte erweiterten ihre Suchbemühungen auch auf der bayrischen Seite bei Bächingen, nachdem ein Polizeihund eine Fährte aufgenommen hatte. Zuletzt waren Helfer aus der ganzen umliegenden Region, etwa aus Heidenheim, Schwäbisch Gmünd, Ulm und dem Alb-Donau-Kreis sowie auch aus Bayern im Einsatz gewesen.

Seit Sonntagabend gibt es nun traurige Gewissheit: Eine Sprecherin des zuständigen Polizeipräsidiums in Ulm, das dem Landespolizeipräsidium in Stuttgart untersteht, bestätigte auf Nachfrage von BW24, dass der Vermisste am Sonntagabend tot aufgefunden wurde. Genauere Informationen zu den Umständen seines Todes werde die Polizei jedoch nicht bekanntgeben.

Traurige Gewissheit: Polizei bestätigt den Tod des Vermissten aus Sontheim im Landkreis Heidenheim

Nicht nur das Verschwinden des Vermissten aus Sontheim selbst sorgte für Aufsehen in der Region, sondern auch ein Zwischenfall während der Sucharbeiten. In der Nacht von Samstag auf Sonntag ging ein anonymer Hinweis zum Aufenthaltsort des vermissten Mannes per Email bei der Rettungshundestaffel Heidenheim ein. Für Sonntag wurde daraufhin nach Rücksprache mit der Polizei ein weiterer Einsatz mit den Rettungshunden am Ortsausgang von Bergenweiler etwa drei Kilometer nördlich von Sontheim geplant. Diesen brachen die Einsatzkräfte jedoch kurzfristig wieder ab.

Die Polizei hatte parallel zu den Einsatzplanungen den Hintergrund der angeblichen Hinweis-Mail überprüft und war dabei auf einige Ungereimtheiten gestoßen. Der Absender konnte nicht ermittelt werden, was die Beamten stutzig machte. „Durch diese Erkenntnisse vermuteten wir die Irreführung der Suchmaßnahmen in ein bereits polizeilich bekanntes Giftködergebiet, mit dem Ziel den Rettungshunden zu schaden“, erklärte die BRH Rettungshundestaffel Heidenheim auf ihrer Facebook.

Bei Giftködern handelt es sich um Leckerlis oder beispielsweise Wurststückchen, die von Hundehassern absichtlich mit Gift oder scharfkantigen Gegenständen versehen und an Orten platziert werden, wo viele Hunde anzutreffen sind. Ziel ist es den Vierbeinern zu schaden. Der Einsatz sei laut BRH Rettungshundestaffel Heidenheim aus diesem Grund abgebrochen worden.

Viele Menschen aus der Region zeigten sich aufgrund des Vorfalls entsetzt. Eine Kommentatorin bei Facebook schreibt etwa: „Es ist unfassbar, was für Menschen es gibt! Die Hundeführer setzen sich ehrenamtlich ein, gehen in ihrer Freizeit mit ihren Hunden trainieren. Ein Hund braucht bis zu 4 Jahre, Geduld und Herzblut bis er ausgebildet ist und dann kommen Menschen auf solche Ideen.“

Suche nach dem Vermissten aus Sontheim im Landkreis Heidenheim wurde durch die Mail von Hundehasser behindert

Sogenannte Hundehasser gibt es immer wieder. Vor zwei Wochen schloss etwa ein Unbekannter in Stuttgart die Heckklappe eines Fremden Autos, in dessen Inneren ein wehrloser Hund saß. Bei hohen Außentemperaturen erlitt das arme Tier einen Hitzschlag und starb später beim Tierarzt.

Nicht nur der Hass gegen Hunde, treibt Menschen an, Tieren schlimme Dinge anzutun. Zur Zeit begegnen Menschen immer wieder Schlangen. Insbesondere Ringelnattern sind derzeit oft anzutreffen. Aus Angst vor den Tieren, hat die Begegnung mit einem Menschen für die Schlangen jedoch oftmals fatale Folgen.

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