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Verletzte und Millionenschaden bei Brand - Hochzeitsfeuerwerk schuld?

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Brand auf Gelände von Reifengroßhändler in Gammertingen
Auf dem Gelände eines Reifenherstellers in Gammertingen (Landkreis Sigmaringen) ist in der Nacht zu Sonntag ein Feuer ausgebrochen. © Kohls/dpa

Eigentlich wollten sie nur Hochzeit feiern - samt DJ Ötzi und Feuerwerk. Doch dann wird der schönste Tag im Leben zu einem Inferno.

Gammertingen (dpa/lsw) - Nach einem Großbrand auf dem Gelände eines Reifenhändlers in Gammertingen (Landkreis Sigmaringen) mit fünf leicht verletzten Menschen waren Einsatzkräfte auch in der Nacht zum Montag noch mit Löscharbeiten beschäftigt. Die Feuerwehr sorge dafür, dass mögliche Glutnester den Brand nicht wieder aufflammen ließen, teilte die Polizei mit. Am Morgen sollten Gutachter auf dem Gelände die genaue Brandursache ermitteln. Zu vier Personen, die bei dem Großbrand wohl giftige Rauchgase eingeatmet hatten, seien noch keine weiteren Informationen bekannt. Sie wurden laut Angaben der Feuerwehr Sigmaringen vorsorglich in eine Klinik gebracht. Der Brand war bereits am Samstagabend ausgebrochen.

«Der entstandene Schaden kann bislang nicht genau beziffert werden, wird aber auf mehrere Millionen Euro geschätzt», teilte die Polizei mit. Die Ermittler prüfen einem Sprecher zufolge, ob ein Hochzeitsfeuerwerk im Zusammenhang mit dem Inferno stehen könnte. Wie die «Schwäbische Zeitung» online berichtete, hatte der Firmeninhaber selbst am Samstagabend seine Hochzeit gefeiert. Auch der Sänger DJ Ötzi trat dort auf. Dessen Managerin konnte zunächst keine weiteren Angaben machen. Das Unternehmen selbst reagierte auf dpa-Anfrage nicht.

Gegen 23.30 Uhr gingen Samstag die ersten Meldungen über einen Brand auf dem Firmengelände ein. In der Spitze seien 380 Feuerwehrleute aus vier Landkreisen im Einsatz gewesen, sagte der Sprecher des Kreisfeuerwehrverbands Sigmaringen, Joachim Pfänder. Brennende Reifen im Außenlager, verpackt in Folie, Teile einer Lagerhalle, Fahrzeuge und auch Gasflaschen seien in Flammen aufgegangen. «Das war schon ein ordentliches Feuer», sagte Pfänder. Die Einsatzkräfte hätten verhindern können, dass sich Flammen auf ein weiteres Reifenlager oder in Richtung eines angrenzenden Wohngebiets und des Waldes hinter dem Industriegebiet ausbreiteten, sagte der Feuerwehrsprecher. «Wir haben einen massiven Löscheinsatz gefahren.»

Mit Baggern hätten sie am Sonntagvormittag das Brandgut auseinandergezogen, um Glutnester besser löschen zu können. Überall qualmte es da noch aus den Trümmern. Auf dem Gelände waren ein ausgebranntes Fahrzeugwrack und verformte Metallgestänge zu sehen. Selbst an den Einsatzfahrzeugen der Feuerwehr hatte die Hitze ihre Spuren hinterlassen und etwa Lack aufplatzen lassen.

Neben den vier Verletzten mit Verdacht auf Rauchgasvergiftungen erlitt Pfänders Angaben zufolge eine weitere Person bei einem Sturz eine Platzwunde. Aufgrund der heftigen Rauchentwicklung wurden Anwohner in der Stadt nach Polizeiangaben per Lautsprecherdurchsagen dazu aufgefordert, Türen und Fenster vorerst geschlossen zu halten.

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