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Verlegerverbandschef: „Rahmenbedingungen sind grauenhaft schlecht“

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Valdo Lehari jr., Verleger und Geschäftsführer des «Reutlinger General-Anzeigers» sowie Vizepräsident des Zeitungsverlegerverbands BDZV, spricht auf den 33. Medientagen München in der Messe München.
Verlegerverbandschef Valdo Lehari jr. hat mehr politische Rückendeckung für Zeitungen im Konkurrenzkampf gegen große Digitalkonzerne gefordert. © Felix Hörhager/dpa

Baden-Württembergs Verlegerverbandschef Valdo Lehari jr. hat mehr politische Rückendeckung für Zeitungen im Konkurrenzkampf gegen große Digitalkonzerne gefordert.

Stuttgart (dpa) - Baden-Württembergs Verlegerverbandschef Valdo Lehari jr. hat mehr politische Rückendeckung für Zeitungen im Konkurrenzkampf gegen große Digitalkonzerne gefordert. «Wir haben im Grunde genommen eine Dominanz der Algorithmen und der großen Megaplattformen und Technologiekonzerne, die in zehn Jahren nahezu alle Medien weggefressen haben werden und alles dominieren», sagte der Vorsitzende des Verbandes Südwestdeutscher Zeitungsverleger (VSZV) am Montag bei einer von der SPD-Fraktion initiierten Diskussionsveranstaltung zu Demokratie und Pressevielfalt im Landtag. Lehari jr. kritisierte unfaire Wettbewerbsbedingungen.

«Medienpolitik muss Chefsache werden in den Parteien und Regierungen», forderte der Verbandschef. Man rufe nicht nach Subventionen, aber nach Unterstützung, um etwa die Zustellung der Zeitungen noch gewährleisten zu können. «Die Rahmenbedingungen für uns sind grauenhaft schlecht.» Die Medien wollten schlicht ihre Arbeit machen, die Politik müsse die Rahmenbedingungen dafür schaffen - und den Digitalkonzernen kartellrechtlich endlich sagen, wo es langgehe. «Google hat keinen einzigen Redakteur eingestellt und weigert sich bis heute noch das Leistungsschutzrecht zu akzeptieren und den entsprechenden Betrag zu zahlen», sagte Lehari jr. «Wo ist da der Aufschrei in der Politik?»

Die Medien seien ohne Zweifel in einer sehr schwierigen Lage und in einer «Existenzfrage» - unter anderem durch die Herausforderungen der Digitalisierung und durch den enormen Kostendruck aufgrund von Energie- und Papierpreissteigerungen. Lehari jr. sprach von einer Steigerung des Papierpreises von 168 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Gleichzeitig gebe es in der Bevölkerung eine unglaubliche Nachfrage nach glaubwürdiger Information und Orientierung. Das Glas sei diesbezüglich nicht halb leer, sondern halb voll.

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