Kritik von Arbeitgebern und Eltern

Verdi verteidigt geplante Warnstreiks für Kitapersonal am Frauentag - „Ein Schlag ins Gesicht für Eltern“

Warnstreik im Öffentlichen Dienst
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Die Gewerkschaft Verdi plant am Weltfrauentag Warnstreiks in den Kitas in Stuttgart und Mannheim (Symbolbild).

Am Weltfrauentag plant die Gewerkschaft Verdi Warnstreiks in den kommunalen Kitas, um ein Zeichen zu setzen. Das Vorhaben kritisieren vor allem Eltern im Internet.

Stuttgart (dpa/lsw) - Die Gewerkschaft Verdi hat die geplanten Warnstreiks am kommenden Dienstag in den kommunalen Kitas verteidigt. Nach einer ergebnislosen ersten Verhandlung in der vergangenen Woche sei keine Entlastung für die Beschäftigten in Sicht, so die Gewerkschaft. Den «Stuttgarter Nachrichten» und der «Stuttgarter Zeitung» (Freitag) sagte ein Verdi-Vertreter: «Wir wollen ein starkes Signal an die Arbeitgeber und an Politik und Gesellschaft richten, dass es in dieser Runde auch um die Aufwertung von immer noch typischen Frauenberufen geht: Rund 90 Prozent der Beschäftigten sind weiblich».

Verdi ruft zu Warnstreiks in Stuttgart und Mannheim auf

Am Weltfrauentag sind Arbeitsniederlegungen vor allem in Stuttgart und Mannheim vorgesehen. Welche Kitas, Schulkindbetreuungen oder Wohngruppen dem Aufruf zum Warnstreik folgen, stehe noch nicht fest. «Wir sind aber bereit, dort Notdienstvereinbarungen abzuschließen, wo es unbedingt nötig ist», sagt Ariane Raad von Verdi Stuttgart den Blättern.

Weitere Verhandlungen in Potsdam soll es am 21. und 22. März sowie am 16. und 17. Mai geben. Verdi fordert für die bundesweit rund 330 000 betroffenen Beschäftigten Verbesserungen der Arbeitsbedingungen, Maßnahmen gegen Fachkräftemangel und eine höhere Eingruppierung vieler Beschäftigter. In Baden-Württemberg sind nach Angaben der Arbeitgeber rund 50 000 Beschäftigte im Sozial- und Erziehungsdienst von den Tarifgesprächen betroffen.

Kritik an Warnstreiks kommt von Arbeitgebern und Eltern

Die Aktionen stoßen auf heftige Kritik der Arbeitgeber. Nach Ansicht des Kommunalen Arbeitgeberverbandes ist der Bereich für die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst bereits in den Tarifrunden 2009 und 2015 ganz erheblich aufgewertet worden. Kundgebungen könne man in Berlin machen, wo der 8. März ein Feiertag sei und die Einrichtungen ohnehin geschlossen seien.

Auch im Internet ärgern sich die Bürger über die angekündigten Warnstreiks. „Ein Schlag ins Gesicht, für alle Eltern, die ihrer Kinder aufgrund von Notbetreuung seit Woche nicht in den Kindergarten bringen können“, schreibt eine Facebook-Userin. Weitere Fragen, ob der Zeitpunkt angesichts des Ukraine-Kriegs wirklich als passend empfunden wird. Eine Erzieherin findet es ebenfalls als schlechten Zeitraum zum Streiken: „Wir müssen seit zwei Jahren so viel organisieren und stemmen. Bei vielen Chefs ist die Geduld zu Ende, und ihr setzt noch einen Fehltag oben drauf“, schimpft sie.

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