Kriminalstatistik

In der sichersten Großstadt in Baden-Württemberg gingen die Verbrechen sogar noch weiter zurück

In Reutlingen herrscht dichter Verkehr auf einer Straße
+
Sicherste Großstadt in Baden-Württemberg: In Reutlingen sinkt die Kriminalitätsrate weiter
  • Julian Baumann
    vonJulian Baumann
    schließen

Trotz der Vorkommnisse und Ausschreitungen in den letzten Wochen ist die Anzahl der Verbrechen in Baden-Württemberg auf einen historischen Tiefpunkt gesunken. Das gilt besonders für die sicherte Großstadt im Bundesland.

  • Trotz der Ausschreitungen und Vorfällen in den letzten Wochen ist die Anzahl der Verbrechen in Baden-Württemberg insgesamt deutlich gesunken.
  • Das Polizeipräsidium Reutlingen stellte am Donnerstag die Kriminalstatistik vor. Daraus geht hervor, dass die Straftaten im Jahr 2019 deutlich zurückgingen.
  • Die Kriminalstatistik zeigt, das Reutlingen die sicherste Großstadt in Baden-Württemberg ist.

Reutlingen - In den vergangenen Wochen kam es wegen Demonstrationen gegen die Corona-Verordnungen und die „Black lives matter“-Demonstrationen immer wieder zu Auseinandersetzungen im Bundesland. Insgesamt sind die Verbrechen in Baden-Württemberg jedoch deutlich zurückgegangen, besonders in der laut Kriminalstatistik sichersten Großstadt im Bundesland.

Das Polizeipräsidium Reutlingen stellte am Donnerstag die Kriminalstatistik für das Jahr 2019 vor. Die Statistik bezieht sich auf den kompletten Zuständigkeitsbereich des Präsidiums. Neben dem Landkreis Reutlingen selbst zählen dazu auch die Landkreise Esslingen, Tübingen und der Zollernalbkreis. Aus der Statistik geht hervor, dass die Kriminalitätsrate im Zuständigkeitsbereich deutlich unter dem Landesdurchschnitt liegt. Die Verbrechensrate sank jedoch nicht in allen Bereichen.

Sicherste Großstadt in Baden-Württemberg: Kriminalität in Reutlingen deutlich zurückgegangen

Die Fälle von Kriminalität im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Reutlingen liegt deutlich unter dem landesweiten Durchschnitt der Verbrechen in Baden-Württemberg. Im Jahr 2019 verzeichnete die Polizei 4.471 Straftaten pro 100.000 Einwohner. „Eine erfreuliche Tatsache, zumal in ganz Baden-Württemberg die Kriminalitätsbelastung auf einen absolut historischen Tiefstand gesunken ist“, sagte Polizeipräsident Alexander Pick Ende April. „Mit etwas über 5.000 Straftaten pro 100.000 Einwohner hat sie den niedrigsten Wert seit Mitte der 80er Jahre erreicht. Unsere Bürgerinnen und Bürger leben in einer sehr sicheren Region“.

Verbrechen in Baden-Württemberg: Sicherste Großstadt hat sinkende Kriminalitätsrate

Die Stadt Reutlingen ist mit fast 116.000 Einwohnern eine von acht Großstädten in Baden-Württemberg. In der Stadt registrierte die Polizei im Jahr 2019 laut dem Reutlinger-General-Anzeiger nur 7.122 Straftaten. Das sind rund 200 Verbrechen weniger als im Jahr zuvor. Reutlingen ist damit erneut die sicherste Großstadt in Baden-Württemberg. Die Stadt Ulm verzeichnete beispielsweise fast 8500 Straftaten pro 100.000 Einwohner.

Die Statistik des Polizeipräsidiums Reutlingen zeigt jedoch keinen kompletten Rückgang der Verbrechen in Baden-Württemberg. Anhaltend hoch sind die Fälle von Gewalt gegen die Polizei - auch im Zuständigkeitsbereich der Polizei Reutlingen.

Gewalt gegen Polizisten nimm zu - auch in der sichersten Großstadt in Baden-Württemberg

Die Übergriffe auf Polizeibeamte stieg dort im Jahr 2019 um zehn Prozent. Laut der Statistik gab es in diesem Jahr im Zuständigkeitsbereich über 200 verletzte Polizisten. Die meisten Verletzungen entstanden durch Schläge und Tritte. Über 70 Prozent der Täter standen bei den Angriffen auf die Polizei unter Einfluss von Alkohol. „Tätliche Angriffe auf unsere Einsatzkräfte sind nicht akzeptabel. Es sind Angriffe auf Menschen, auf die staatliche Autorität und unsere Gesellschaft", sagte Polizeipräsident Pick.

Eine in dieser Form nie da gewesene Gewalt gegen die Polizei prägten die Ausschreitungen in Stuttgart am vergangenen Wochenende. Nach einer Rauschgiftkontrolle durch die Beamten der Polizei Stuttgart versammelten sich über 500 junge Menschen. Sie zogen durch die Innenstadt und hinterließen Verwüstung. Bei den Randalen verletzten die Täter insgesamt 19 Polizeibeamte.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare