Silvester 2020

Kunden sind verwirrt: Lidl, Aldi und Co. werben in Prospekten trotz Böller-Verbot für Feuerwerk

  • Sina Alonso Garcia
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Der Verkauf von Raketen und Böllern ist vor Silvester 2020 auch in Baden-Württemberg verboten. Kataloge von Lidl und Aldi sorgen nun jedoch für Verwirrung.

Neckarsulm - Wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg sind Feuerwerk und Silvesterböller zum Jahreswechsel im öffentlichen Raum verboten. Auch die Landeshauptstadt Stuttgart hat ein komplettes Verbot von Feuerwerk erlassen. Im privaten Raum, beispielsweise im eigenen Garten, ist Böllern grundsätzlich erlaubt. Das Bundesinnenministerium hat jedoch ein Verkaufsverbot für Pyrotechnik erlassen.

Einige Händler verkaufen dieses Jahr keine Silvester-Böller, darunter Obi und Hornbach. Andere wiederum, wie die Discounter Lidl oder Aldi Süd, werben aber offenbar mit Prospekten für Feuerwerk. Das sorgt für Verwirrung. Lidl hat sogar eine Sonderausgabe gedruckt, in der Raketen, Böller und Co. knallbunt und plakativ die Blicke auf sich ziehen - mit dem Hinweis: „Verkauf ab Dienstag, 29. Dezember.“

Verbot von Böllern in Baden-Württemberg: Lidl und Aldi drucken trotzdem Werbe-Prospekte

Bei den Bürgern sorgen die Kataloge von Lidl, Aldi und Co. für Verwirrung: Da hatte man sich auf ein Silvester ohne Feuerwerk eingestellt, und dann landet doch ein Haufen Werbung für Böller im Briefkasten. Was stimmt denn nun? Auf Twitter sorgen die Werbe-Prospekte für Unmut und Spot. Kommentare wie „Selten so etwas Sinnloses gesehen“ oder „Und trotzdem musste man einen Prospekt drucken? Auf der einen Seite auf Umweltschutz machen und dann sowas“ richten sich gegen die Discounter.

Feuerwerksverbot in Baden-Württemberg: Wieso Discounter wie Lidl weiter für Böller werben

Eine Sprecherin des Discounters Aldi erklärte gegenüber dem Portal t-online, dass der Druck der Prospekte lange vor dem Beschluss des Feuerwerkverbots stattgefunden habe. „In einem Teil der Auflage, die an die Haushalte verteilt wird, konnten wir einen entsprechenden Hinweis zum Verkaufsverbot noch platzieren. In unseren Filialen weisen wir unsere Kunden mit Plakaten auf das Feuerwerksverkaufsverbot hin.“

Ähnlich wird es Rivale Lidl mit Sitz in Neckarsulm ergangen sein. Auch Lidl musste das von langer Hand geplante Aktionsangebot abblasen. Ursprünglich hatte man den Kunden die Möglichkeit gegeben, Feuerwerkskörper per App im Voraus zu reservieren, in der Filiale abzuholen und dort zu bezahlen. Doch auch diese Idee ist angesichts des Verkaufsverbots von Raketen und Böllern hinfällig geworden. Nun verkündete Lidl auf seiner Facebook-Seite, dass alle Bestellungen über die App automatisch storniert wurden.

Feuerwerksverbot in Baden-Württemberg: Lidl legt Silvester-Aktion lahm

Bundesweit gilt durch den harten Lockdown ein Böllerverbot. Dieses bezieht sich jedoch nur für den öffentlichen Raum. „Befinden Sie sich auf Ihrem Privatgrundstück, dürfen Sie zum Jahreswechsel böllern“, erklärte der Stuttgarter Polizeisprecher Stephan Widmann den Stuttgarter Nachrichten. Aufgrund des Verkaufsverbots von Feuerwerk bleiben dafür jedoch nur noch die übrig gebliebenen Raketen vom Vorjahr.

Obwohl das Zünden von Feuerwerk auf dem Privatgelände erlaubt ist, appelliert das Land Baden-Württemberg an die Bürger: „Feuerwerkskörper und Böller aus den Vorjahren können unter Umständen durch falsche Lagerung beschädigt sein und sollten ebenfalls nicht gezündet werden, da dies mit einer erhöhten Verletzungsgefahr einhergeht.“ Der Appell soll daran erinnern, dass die Krankenhäuser neben der hohen Anzahl an Corona-Patienten nicht noch zusätzlich belastet werden sollen. BW24 hat nochmal zusammengefasst, welche Regeln in Baden-Württemberg an Silvester gelten.

Rubriklistenbild: © Tobias Hase/dpa

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