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Urteil im Waffen-Prozess gegen selbst ernannten „Druiden“ erwartet

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Karl B. (M), einer der Angeklagten, spricht im Verhandlungssaal des Landgerichts mit seinen Anwälten.
Karl B. (M), einer der Angeklagten, spricht im Verhandlungssaal des Landgerichts mit seinen Anwälten. © Jan Peter/dpa

Für einen Zusammenbruch des Staates wollten sie gerüstet sein - ein selbst ernannter «Druide» und seine Mitstreiter häuften Waffen, Munition und Sprengstoff an. Ob auch er wie seine drei Sympathisanten mit einer Bewährungsstrafe davonkommt?

Mannheim (dpa) - Aus Angst vor Anarchie sollen vier Männer ein Waffenarsenal angelegt haben - drei von ihnen kamen mit einer Bewährungsstrafe davon. Gegen ihren Anführer, einen selbst ernannten «Druiden», wird das Landgericht Mannheim am Freitag (9.00) nach den Plädoyers voraussichtlich das Urteil verkünden. Der 71-Jährige hat die Vorwürfe der Anklage unter anderem wegen des unerlaubten Erwerbs, der Weitergabe und Veräußerung von Munition sowie wegen Volksverhetzung bereits gestanden.

Für ihn ist eine Verständigung zwischen Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung im Gespräch. Das würde für ihn eine mildere Strafe und für das Gericht eine verkürzte Verhandlungsdauern bedeuten. Der Senior mit langem weißem Bart und langen weißen Haaren wird der Szene der «Reichsbürger» zugerechnet. Er ist auch wegen rassistischer und antisemitischer Äußerungen angeklagt, insbesondere wegen Leugnung des Holocausts.

Der Verteidiger will eine Bewährungsstrafe für seinen Mandanten wegen Verstoßes gegen das Waffenrecht erreichen. Als mögliche Spanne gab die Strafkammer 4 eine Strafe von eineinhalb bis zweieinhalb Jahren an. Im Fall einer bis zu zweijährigen Strafe könnte diese zur Bewährung ausgesetzt werden. Für die Volksverhetzung kommt danach eine Geldstrafe von 210 bis 300 Tagessätzen für den Rentner in Betracht.

Bei einer Razzia im Januar 2017 waren bei dem Hauptangeklagten und seinen Anhängern Waffen, Munition und Sprengstoff gefunden worden. Der aus dem nordhessischen Grebenstein stammende Mann soll versucht haben, auf einem Campingplatz in Sachsen-Anhalt für den Fall einer von ihm befürchteten Invasion etwa von Russen oder Außerirdischen autark zu leben.

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