Am Morgen nach dem Unwetter

Heftige Unwetter und Hagelmassen: In Tübingen sieht es aus wie im tiefsten Winter

Hagelkörner liegen in der Ortsdurchfahrt in Kirchheim/Teck.
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Schnee im Sommer: Massiver Hagel bedeckte am Mittwochabend in Baden-Württemberg die Straßen.
  • Julian Baumann
    VonJulian Baumann
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Winter im Juni: Die heftige Unwetterserie in Süddeutschland führte am Mittwochabend zu starkem Hagelfall in Tübingen. Die Straßen sahen aus wie Schneebedeckt.

Stuttgart/Tübingen - Nach der Hitzewelle in der vergangenen Woche erschüttert Süddeutschland derzeit eine massive Unwetterserie. Das heftige Wetter machte sich vor allem in Baden-Württemberg und Bayern bemerkbar wo Straßen zeitweise vollständig unter Wasser standen und es Schäden in Millionenhöhe gab. Laut einer Prognose müssen sich diese Regionen auch weiterhin auf starke Unwetter einstellen.

In der Universitätsstadt Tübingen südlich der Landeshauptstadt Stuttgart zeigte das Wetter in Deutschland am Mittwochabend besonders heftige Ausmaße. Straßen wurden von dem massiven Regen überflutet, Bäume durch den stürmischen Wind umgerissen und mehrere Bürger erlitten Verletzungen durch das Unwetter. Ein extremer Hagelschauer sorgte in der Stadt jedoch für ein sehr ungewöhnliches Bild, wie Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) auf Facebook dokumentierte.

Unwetter in Tübingen: Polizei spricht von „tennisballgroßen“ Hagelkörnern

In der vergangenen Woche hatte die „Sahara-Hitze uns im Griff“ und sorgte mit Temperaturen bis zu 40 Grad für eine regelrechte Hitzewelle. Für den Monat Juni waren die Temperaturen sogar deutlich zu hoch. Eine Abkühlung des Wetters kam für viele deshalb zum richtigen Zeitpunkt. Mit einer Rückkehr in den tiefsten Winter, mit schneebedeckten Straßen, hätte aber wohl niemand gerechnet. Solche Bilder zeigten sich jedoch am Mittwochabend in Tübingen. Die von Boris Palmer auf Facebook veröffentlichten Bilder von Hagelmassen in den Straßen, sehen tatsächlich wie Schnee aus. „Grauslich sieht es am Morgen danach im Städtle aus“, schrieb ein Nutzer unter den Post des Oberbürgermeisters.

Die heftige Unwetterserie machte sich am Mittwochabend nicht nur in der Stadt Tübingen, sondern auch im gesamten Landkreis und den Kreisen Reutlingen und Esslingen sowie dem Zollernalbkreis deutlich bemerkbar, heißt es in der Unwetterbilanz des Polizeipräsidiums Reutlingen. „Durch die Niederschläge mit bis zu tennisballgroßen Hagelkörnern wurden unzählige Häuser und Fahrzeuge in allen vier Landkreisen beschädigt“, schreibt die Polizei. Zudem seien durch das heftige Unwetter mehrere Menschen zum teil schwer verletzt worden. In der Hochphase des Unwetters am Mittwochabend gingen in der Zeit zwischen 18 und 20 Uhr allein in der Notrufzentrale Reutlingen rund 400 Anrufe ein.

Unwetterbilanz in Baden-Württemberg: Überschwemmungen und Unfälle

Der massive Hagelfall in Tübingen sorgte nicht nur für weiße Straßen, sondern auch zu einigen teils schlimmen Unfällen. In der Gemeinde Kusterdingen habe ein Mann versucht, die großen Hagelkörner vom Dach seines Hauses zu entfernen, heißt es im Polizeibericht. Dabei rutschte der 33-Jährige aus und zog sich beim Sturz schwere Verletzungen zu. Er musste per Krankenwagen in eine Klinik gebracht und dort stationär behandelt werden.

Neben den Hagelschäden sorgten die Unwetter auch für Überflutungen. Beispielsweise stand auch die Halle des Kreisimpfzentrums in Tübingen vollständig unter Wasser, wie eine Sprecherin des Landratsamtes mitteilte. Deshalb mussten die angesetzten Termine für eine Impfung gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg am Mittwoch und auch am heutigen Donnerstag zunächst abgesagt werden. Durch das Unwetter kam es am Mittwoch zeitweise zur Aussetzung des Nahverkehrs in mehreren Regionen. Am heutigen Donnerstag seien jedoch alle Straßen und Bahnlinien wieder befahrbar gewesen, schreibt die Polizei Reutlingen.

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