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Immer mehr Senioren-Unfälle mit Automatikautos im Ländle - Fahrer oder Fahrzeug außer Kontrolle?

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Von: Nadja Pohr

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Autofahrer fährt rückwärts in Bahnhofsunterführung und bleibt gerade noch auf Geländer hängen
Am Dienstagvormittag verlor ein 91-Jähriger in Freiberg am Neckar die Kontrolle über sein Automatikauto, prallte rückwärts gegen ein Geländer und hing zur Hälfte in der Luft. © IMAGO/Karsten Schmalz

Wenige Tage nachdem ein 91-Jähriger sein Automatikauto versehentlich auf einem Geländer aufgebockt hatte, fährt nun ein 84-Jähriger mit seinem Golf gegen eine Hauswand. Immer wieder kommt es zu Unfällen von Senioren mit ihren Automatikfahrzeugen.

Stuttgart - Ein 85 Jahre alter Golf-Fahrer ist am Freitagvormittag (30. September) gegen eine Hauswand an der Landstuhler Straße in Stuttgart-Feuerbach gefahren. Der 85-Jährige wollte in der Straße am Fahrbahnrand parken und legte vermutlich dabei den falschen Gang bei seinem Automatikauto ein. Zunächst soll er dann mehrmals gegen ein Gebäude und anschließend mehrere Meter die Straße entlang bis zu einem weiteren Gebäude gefahren sein, wo er schließlich stehen blieb.

Bei dem Unfall wurde offenbar niemand verletzt, heißt es in der Meldung der Polizei Stuttgart. Ersten Schätzungen zufolge entstand jedoch ein Sachschaden von mehreren Zehntausend Euro. Es ist der zweite Fall innerhalb kürzester Zeit in Baden-Württemberg: Am Dienstagvormittag (27. September) verlor ein 91-Jähriger in Freiberg am Neckar (Kreis Ludwigsburg) die Kontrolle über sein Fahrzeug, prallte rückwärts gegen ein Geländer und hing zur Hälfte in der Luft.

Automatikautos oder Fahrer in der Region Stuttgart außer Kontrolle?

Mindestens 520.000 Euro Schaden, eine Tote und zwölf Verletzte in der Region Stuttgart in diesem Jahr durch Automatikautos, schreibt die Stuttgarter Zeitung (StZ). Grund für die Unfälle sei immer wieder, dass die Pedale verwechselt werden. So fuhr ihm April in Stuttgart ein 83-jähriger Mercedes-Benz-Fahrer versehentlich gegen die Fassade einer Bäckerei. Im Kreis Esslingen raste ein 77-Jähriger in eine Tankstelle und in Böblingen endete die eine 84-Jähriger mit seinem Mercedes drei Meter tief kopfüber auf einem Fußweg. „Automatikautos außer Kontrolle“, berichtet deshalb etwa die StZ.

Im Netz fragen sich die User jedoch, ist nicht eher der Fahrer die Gefahr? Tatsächlich sind die wenigsten Fahrer, die in diesem Jahr verunglückten, nicht jünger als 75 Jahre. Gerade für Senioren seien Automatikfahrzeuge gut geeignet. Allerdings gibt es immer wieder Probleme beim Rangieren, wie Jochen Klima, Vorsitzender des Landesfahrlehrerverbands Baden-Württemberg, weiß. Einige Experten empfehlen daher älteren Autofahrern, sich einen Profi auf den Beifahrersitz zu holen und eine einstündige Alltagstestfahrt zu machen. Somit könne man seine Fahrtüchtigkeit nochmals gut unter Beweis stellen.

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