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„Verdammt gutes Gefühl“: Dietmar Hopp spendete zwei Drittel seines Vermögens und lebt bescheiden

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Von: Julian Baumann

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Der Unternehmer und Mäzen Dietmar Hopp spricht bei der Verleihung des Karl Kübel Preises im Musiktheater Rex
Dietmar Hopp wurde im Sommer 2020 für sein Engagement für Familien und Kinder mit dem Karl-Kübel-Preis ausgezeichnet. (Archivfoto) © picture alliance/Uwe Anspach/dpa-Pool/dpa

Milliardär Dietmar Hopp brachte zwei Drittel seines privaten Vermögens in seine Stiftung ein und lebt selbst ungewöhnlich bescheiden.

Heidelberg/Hoffenheim - Dietmar Hopp, SAP-Gründer und Multi-Milliardär, ist einer der reichsten Menschen Deutschlands. Der Mäzen des Bundesliga Vereins TSG 1899 Hoffenheim wird allgemein auch mit dem Ort im Rhein-Neckar-Kreis assoziiert, geboren ist Hopp jedoch in einer anderen Stadt in Baden-Württemberg - in Heidelberg. Der Milliardär gründete im Jahr 1995 die nach ihm benannte Dietmar-Hopp-Stiftung, um die Umsetzung von gemeinnützigen Projekten zu ermöglichen. Die Kapazität der Stiftung besteht aus Aktien des Softwareunternehmens SAP (‚Systeme, Anwendungen, Produkte‘), die Gründer Hopp aus seinem privaten Besitz einbrachte. Dietmar Hopp investierte zwei Drittel seines Vermögens in die Stiftung und lebt selbst ungewöhnlich bescheiden.

Dietmar Hopp: „Eigentum verpflichtet. Reichtum verpflichtet noch mehr“

In einem Interview mit dem „Allianz Deutschland Kundenmagazin“ aus dem September 2020 sprach Dietmar Hopp über sein Leben als Milliardär und zeigte sich dabei sehr bodenständig. Auf die Frage, warum er sich nicht spontan zehn Ferraris kaufen würde, wo er es doch könnte, antwortete der SAP-Gründer: „Ich leiste mir alles, was ich gerne hätte. Das sieht manchmal vielleicht bescheiden aus, denn es gäbe sicher tollere Autos als meinen Diesel“. Auch bei der Wahl seiner Schuhe setzt der erfolgreiche Unternehmer nicht auf überteuerte Marken. „Schuhe kaufe ich seit Jahrzehnten bei Salamander. Warum sollte ich das ändern, wenn ich bequem darin gehe?“, sagte Hopp im Interview.

Durch seine Investition in die Stiftung verzichtete Dietmar Hopp auf mehrere Milliarden Euro. Für den SAP-Gründer ist das jedoch ein Mittel, um mit seinem Vermögen zu helfen. „Ja. Es ist ein verdammt gutes Gefühl, Gutes zu tun. Diese Genugtuung, etwas bewegt zu haben, die habe ich“, so Hopp. „Wenn ich beispielsweise Briefe von Eltern bekomme, deren Kinder mit medizinischen Geräten, die die Stiftung angeschafft hat, von einem Hirntumor geheilt wurden. Dann ist das weiß Gott eine Belohnung“. Auf die Frage, ob persönliche Freude auch der Antrieb sei zu helfen, sagte Hopp: „Nicht nur. Eigentum verpflichtet - das ist die eine Sache. Für mich gilt: Reichtum verpflichtet noch mehr“.

Dietmar Hopp: Milliardär aus Baden-Württemberg erhielt Preis für sein Engagement für Kinder

Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) damals berichtete, wurde Dietmar Hopp im Sommer 2020 in Bensheim (Hessen) für sein Engagement für Familien und Kinder mit dem Karl-Kübel-Preis ausgezeichnet. Der Preis ist mit einer Summe von 25.000 Euro dotiert. Die Karl-Kübel-Stiftung würdigte damit das vielfältige ehrenamtliche Engagement für Kinder des Heidelberger Unternehmens von Hopp. Seit der Gründung der Dietmar-Hopp-Stiftung sind knapp 190 Millionen Euro (Stand 2020) in Projekte der Förderung der Medizin, von Ausbildungsinstitutionen und sozialen Einrichtungen geflossen, berichtete das Portal easm2008.

Durch die Dietmar-Hopp-Stiftung werden gemeinnützige Projekte aus den Bereichen Sport, Medizin, Soziales und Bildung gefördert. Der Schwerpunkt der Aktivitäten liegt in der Metropolregion Rhein-Neckar, zu der Dietmar Hopp eine besondere Beziehung hat. „Trotz des internationalen Hintergrundes meiner unternehmerischen Tätigkeit fühle ich mich der Metropolregion Rhein-Neckar sehr verbunden“, sagte der SAP-Gründer nach Angaben von easm2008. „Hier bin ich geboren und aufgewachsen, und hier liegt die Wiege meines Erfolges. Deshalb gebe ich jetzt gerne etwas an die Region zurück und unterstütze vorwiegend hiesige Projekte“.

Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.

Im September 2021 investierte Dietmar Hopp zudem rund 80 Millionen Euro in das Unternehmen CureVac aus Tübingen. Das biopharmazeutische Unternehmen arbeitete unter anderem an einem Impfstoff gegen das Coronavirus.

 

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