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„Das ist eine Lachnummer“: Erneut Zugausfälle und Störungen auf der Neubaustrecke Ulm-Wendlingen

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Von: Julia Hawener

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Nachdem die Neubaustrecke zwischen Wendlingen und Ulm eröffnet wurde, kam es bereits mehrmals zu Störungen und Zugausfällen. Im Netz hagelt es Kritik.

Stuttgart – Das Großprojekt Stuttgart 21 ist schon seit Jahren umstritten und schlägt auch zwölf Jahre nach dem Baubeginn noch immer hohe Wellen. Kritiker sorgen sich zum einen um die Umwelt, sehen aber vor allem auch die große finanzielle Belastung. Mehr als neun Milliarden Euro kostet der Bau nach aktuellen Annahmen insgesamt – doppelt so viel wie zu Beginn veranschlagt. Und auch die Fertigstellung wurde zum Ärger vieler Zuggäste in den vergangenen Jahren immer wieder nach hinten geschoben.

Zahlreiche Pannen auf der Schnellstrecke Ulm-Wendlingen bereits kurz nach Inbetriebnahme

Die Deutsche Bahn konnte zuletzt zwar etwas Positives verzeichnen: ein Teil des Bahnprojekts in Baden-Württemberg, die Neubaustrecke zwischen Ulm und Wendlingen, ist am 11. Dezember offiziell an den Start gegangen. Doch die große Euphorie über den abgeschlossenen Meilenstein wurde bereits einen Tag nach Inbetriebnahme von einer Panne überschattet. Nachdem am Wochenende vom 16. bis 18. Dezember auch noch eine Weichenstörung einige Zugverbindungen auf der ICE-Strecke beeinträchtigt hatte, mussten Zugreisende zum Wochenbeginn erneut Verspätungen hinnehmen.

Wegen eines Defekts an einer Weiche zwischen Stuttgart und Ulm kam es laut Angaben der Deutschen Bahn von Montag (19. Dezember) bis Mittwoch (21. Dezember) zu Einschränkungen auf der Neubaustrecke. Einige Züge des Fernverkehrs in Fahrtrichtung Ulm wurden ohne Zwischenhalt umgeleitet und verspäteten sich dadurch. Mit etwa 20 Minuten Verzögerung musste man rechnen. Eine defekte Gleiskonstruktion war auch der Grund, weshalb zuvor vereinzelt Regionalzüge ausgefallen waren und Fernzüge auf der alten Strecke fahren mussten.

„Einfach nur peinlich“ – Netz kritisiert Deutsche Bahn für Chaos auf der neuen Strecke

In den sozialen Medien erntet die Deutsche Bahn Kritik und Spott für das Chaos auf der neuen Strecke. „Sprachlos“ und „OMG. Das ist echt eine solche Lachnummer Made in Germany“, schreiben die User auf Facebook. Einige Nutzer hätten die Verzögerungen und Ausfälle sogar am eigenen Leib zu spüren bekommen. „Furchtbar. Gebuchte Züge fallen aus oder haben mächtig Verspätung“, schreibt etwa eine Userin, während ein anderer kommentiert: „Wir saßen schon im RE 200 als es hieß: bitte aussteigen.“

Bahn-Neubaustrecke geht in kommerziellen Betrieb
Die ersten Tage nach Inbetriebnahme der Neubaustrecke Wendlingen - Ulm laufen für die Deutsche Bahn und Zugreisende alles andere als reibungslos ab. © dpa/Christoph Schmidt

Viele User sind von den Vorfällen auf der Neubaustrecke nicht überrascht. „Das ist eine Bahnstrecke, also kein Wunder“, schreibt ein Facebook-Nutzer. „Bahnkunden brauchen immer Geduld, da wird sich auch nichts ändern“, kommentiert ein anderer, der Vergleiche zu anderen Ländern zieht. In Thailand oder Japan etwa kämen die Züge auf die Minute pünktlich, behauptet er. „In Deutschland ist das einfach nur peinlich. Hier ist man absolut auf sein Auto angewiesen“, schreibt er weiter.

Ohne Störungen sparen Zugreisende auf der Schnellstrecke zwischen Wendlingen und Ulm viel Zeit

Zugreisende sparen seit der Inbetriebnahme der Schnellstrecke bis zu sieben Minuten von Ulm nach Stuttgart ein – wenn es keine Störungen gibt. Auf der Fahrt von Ulm nach Reutlingen und Tübingen sind es laut Verkehrsministerium sogar 30 bis 40 Minuten. Und wenn die Bauarbeiten am neuen Tiefbahnhof abgeschlossen sind, soll sich die Fahrzeit zwischen Stuttgart und Ulm sogar um insgesamt rund eine halbe Stunde verkürzen.

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