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Überlingen erinnert mit Schweigeminute an Flugzeugcrash mit 71 Toten

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Flugzeugkollision bei Überlingen
Das Heck des abgestürzten russischen Flugzeugs liegt in einem Kornfeld. © Felix Kästle/dpa/Archivbild

Zwei Flugzeuge stoßen am 1. Juli 2002 über dem Bodensee zusammen. 71 Menschen sterben, darunter Dutzende Kinder aus Russland. 20 Jahre später will die Stadt Überlingen der Opfer gedenken. Wie viele Hinterbliebene dabei sein können, ist unklar.

Überlingen (dpa/lsw) - Mit einer Schweigeminute und einer Kranzniederlegung will die Stadt Überlingen am Freitag (17.00 Uhr) der 71 Opfer der Flugzeugkollision vor 20 Jahren gedenken. Unter anderem wollen der Überlinger Oberbürgermeister Jan Zeitler (SPD) und der Justizstaatssekretär Siegfried Lorek (CDU) bei der Veranstaltung sprechen, wie die Stadtverwaltung im Vorfeld mitteilte. Obwohl ein Großteil der Opfer des Unglücks vom 1. Juli 2002 aus Russland stammte, seien angesichts des Angriffskriegs in der Ukraine keine russischen Regierungsvertreter eingeladen worden.

Wie viele der russischen Hinterbliebenen beim Gedenken dabei sein werden, ist bis zuletzt unklar geblieben. Zwar habe das deutsche Konsulat in Jekaterinburg zugesagt, dass die nötigen Visa erteilt würden, sagte die Vorsitzende des Vereins «Brücke nach Ufa», Nadja Wintermeyer. Für viele Angehörige der Opfer, die der Verein in der Vergangenheit zum Gedenken eingeladen hatte, sei die Reise wegen der eingeschränkten Flugverbindungen nach Russland aber sehr teuer und aufwendig.

Zwei russische Familien würden voraussichtlich erst im Laufe des Freitags in Deutschland landen, sagte Wintermeyer. Die ersten Pässe mit den nötigen Visa seien erst am Donnerstag zugestellt worden. «Diese Kurzfristigkeit hätte nicht sein müssen», sagte Wintermeyer.

Nahe Überlingen waren am 1. Juli 2002 kurz vor Mitternacht eine russische Passagiermaschine und ein DHL-Flugzeug zusammengestoßen und abgestürzt. Dabei kamen alle 71 Insassen ums Leben, darunter Dutzende Kinder. Die Tupolew war auf dem Weg nach Spanien, wo die Kinder Urlaub machen wollten. Auch die zwei Piloten des Frachtflugzeugs kamen ums Leben.

Das Unglück ging der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung zufolge auf technische Mängel und menschliche Fehler bei der Schweizer Flugsicherung Skyguide zurück. 2004 erstach einer der Hinterbliebenen, der bei dem Absturz Frau und Kinder verloren hatte, einen Fluglotsen, der am Abend des Unglücks alleine im Kontrollzentrum saß und die nahende Kollision zu spät bemerkte.

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