Umstrittener Politiker

OB-Wahl in Tübingen: Grüne suchen nach Alternative für Amtsinhaber Boris Palmer

Boris Palmer von den Grünen in Tübingen
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Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer hat bei seiner eigenen Partei einen schweren Stand. Das könnte ihm bei den anstehenden Wahlen zum Verhängnis werden.
  • Valentin Betz
    VonValentin Betz
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Tübingen wählt nächstes Jahr einen neuen Oberbürgermeister. Ob Amtsinhaber Boris Palmer antritt, ist offen. Wenn, täte er das eventuell ohne Rückhalt seiner Partei.

Tübingen - Die Universitätsstadt Tübingen bekommt jenseits von Baden-Württemberg nicht gerade viel Aufmerksamkeit. Wäre da nicht Oberbürgermeister Boris Palmer. Der Grünen-Politiker hat in der Vergangenheit wiederholt für Schlagzeilen gesorgt und damit auch Tübingen ins Rampenlicht befördert.

Zuletzt eskalierte in Tübingen der Streit zwischen OB Palmer und Autofahrern. Denn der Grünen-Politiker will die Parkgebühren für Autos in der Stadt erheblich teurer machen. Dabei wäre Unterstützung aus der Bevölkerung dringend nötig, denn im kommenden Jahr stehen in Tübingen Oberbürgermeisterwahlen an. Aus der eigenen Partei dürfte Boris Palmer nämlich nicht mit viel Rückhalt rechnen, wie die Deutsche Presseagentur (dpa) berichtet.

Tübingen: Boris Palmer wird es bei der kommenden Wahl zum Oberbürgermeister schwer haben

Laut Deutscher Presseagentur wollen die Grünen in Tübingen über ihren Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl im kommenden Jahr mit einer Urwahl entscheiden. Das zeigt einmal mehr, wie viel Rückhalt Boris Palmer durch seine Kontroversen inzwischen eingebüßt hat. Neben der Debatte um Parkgebühren war er in der Vergangenheit auch wegen Äußerungen zur Corona-Strategie und Rassismus-Vorwürfen aufgefallen. Bei seinem rassistischen Aogo-Kommentar räumte Palmer inzwischen Fehler ein.

Fest steht wohl, dass es keine einfache Nominierungsveranstaltung mit Boris Palmer als einzigen Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl geben wird. „Es gibt mindestens eine Person, die gegen Boris Palmer antreten will“, erklärte Marc Mausch vom Stadtvorstand der Deutschen Presseagentur. Eine Mitgliederversammlung soll ein Verfahren am Mittwoch kommender Woche (20. Oktober) beschließen.

Wahl zum Oberbürgermeister von Tübingen: Amtsinhaber Boris Palmer zögert selbst

Der amtierende Oberbürgermeister Boris Palmer äußerte sich zu den Überlegungen seiner Partei bislang laut Deutscher Presseagentur nicht. Allerdings scheint er aktuell selbst nicht sicher, ob er nach zwei Amtszeiten bei der Oberbürgermeisterwahl in Tübingen überhaupt erneut antritt. „Das überlege ich mir ganz in Ruhe“, sagte er der dpa. „Natürlich ist es für den Amtsinhaber in so einer Situation klar, dass man sich das dann genau überlegt“, so Marc Mausch. Er gehe davon aus, dass die Versammlung für eine Urwahl stimmen wird.

Auch die Grünen selbst sollten sich die Vorgehensweise für die Wahl genau überlegen. Zuletzt hatte Stuttgart nämlich gezeigt, wie schwierig eine OB-Wahl mit mehreren Kandidaten derselben Partei sein kann. Der 30-jährige SPD-Politiker Marian Schreier war in Stuttgart ohne Rückhalt der Partei angetreten, weil diese bereits den Kandidaten Martin Körner unterstützte. Am Ende zog CDU-Politiker Frank Nopper ins Rathaus ein.

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