Kurz vor kritischer Marke

Boris Palmer rechnet auf Facebook mit Quarantäne-Verweigerer aus Fitnessstudio ab - doch er irrt sich

Fotomontage: Boris Palmer rechnet mit einem Quarantäne-Verweigerer ab, der in einem Fitnessstudio mehrere Menschen mit Covid-19 angesteckt haben soll.
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Boris Palmer rechnet auf Facebook mit einem Quarantäne-Verweigerer ab, der in einem Fitnessstudio mehrere Menschen mit Covid-19 angesteckt haben soll.
  • Anna-Lena Schüchtle
    vonAnna-Lena Schüchtle
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Das Coronavirus in Baden-Württemberg sorgt in Tübingen für kritische Zahlen. Boris Palmer rechnet auf Facebook mit einem Quarantäne-Verweigerer ab, der mehrere Menschen infiziert haben soll. 

Update vom 16. Oktober: Wie der Oberbürgermeister Boris Palmer am Donnerstag in einem weiteren Post auf Facebook bekannt gab, weichen neue Informationen der Stadtverwaltung „von meiner Darstellung einen Tag zuvor“ ab. „Mein damaliger Kenntnisstand, wonach eine Person [...] trotz positiven Tests in das Studio gegangen sei, ist überholt“, so Boris Palmer, der unter dem Facebook-Beitrag viel Kritik bekommt.

Tübingen: Boris Palmer kritisiert auf Facebook zu Unrecht Quarantäne-Verweigerer aus Fitnessstudio

Tübingen - Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg steigt derzeit stark an. Neben Esslingen wurde auch Stuttgart mittlerweile zum Risikogebiet erklärt. Die Regierung der Landeshauptstadt beschloss aufgrund dessen strenge Regeln, die seit heute gelten. Bereits im Frühjahr hatten zahlreiche Maßnahmen und Verbote zum Infektionsschutz zu tiefgreifenden Einschnitten im Leben der Bevölkerung geführt - die Ausbreitung von Covid-19 konnte dadurch jedoch eingedämmt werden.

Seit den Lockerungen vom 1. Juli war die Zahl der Personen, die sich mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg angesteckt hatten, zunächst langsam angestiegen. In den vergangenen Wochen nahm das Infektionsgeschehen im Südwesten jedoch ein bedenkliches Ausmaß an. Einer der Gründe: Die Menschen scheinen leichtsinniger zu werden - wie ein Beispiel aus Tübingen jüngst zeigt. Oberbürgermeister Boris Palmer reagiert ungehalten.

Tübingen: Boris Palmer kritisierte auf Facebook angeblichen Quarantäne-Verweigerer aus Fitnessstudio

In der Universitätsstadt - etwa 30 Kilometer südwestlich von Stuttgart - stieg die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg innerhalb kürzester Zeit stark an. „Es gibt Sachen, die glaubt man nicht“, teilt der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer in einem Facebook-Post am Dienstag mit. „33 neue Coronafälle an einem Tag. Morgen wird unser Kreis, der gerade noch im grünen Bereich war, plötzlich rot“.

Auslöser für diese schnelle Entwicklung soll nach Angaben von Boris Palmer „eine Person“ sein, die trotz positivem Covid-19-Test ein Fitnessstudio besucht haben soll. „Fast die Hälfte der neuen Fälle“, die am Montag gemeldet wurden, „sind deswegen entstanden“, so der Oberbürgermeister auf Facebook. Der grüne Politiker machte in Bezug auf das Coronavirus in Baden-Württemberg während der vergangenen Wochen immer wieder von sich Reden - unter anderem ließ er sich gegen Covid-19 impfen.

„Wie kann man nur so verantwortungslos sein? Wer positiv ist, bleibt daheim. Das kann doch nicht so schwer zu verstehen sein?“, kritisiert Boris Palmer in seinem Facebook-Post des Weiteren. Die Inzidenz der vergangenen sieben Tage ist in Tübingen mit den Neuinfektionen, die auf den positiv getesteten Besucher des Fitnessstudios zurückzuführen sind, auf 49,3 Infizierte auf 100.000 Einwohner angestiegen. Damit lag sie am Montag nur knapp unter dem kritischen Wert von 50. Im Landesdurchschnitt wurden im selben Zeitraum 32,3 Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg gemeldet.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Boris Palmer kritisiert angeblichen Quarantäne-Verweigerer

Im Kampf gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg sorgt der Tübinger Oberbürgermeister mit seinen kontroversen Ansichten immer wie Aufsehen. In einer Talkshow provozierte er beispielsweise mit einem Corona-Witz und kassierte dafür Häme. Vor einigen Wochen verkündete Boris Palmer dagegen eine Corona-Forderung, die seinen Unterstützern nicht gefallen dürfte.

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