Mit den Einnahmen will Tübingen den Klimaschutz finanzieren

Tübingen kassiert SUV-Fahrer ab: Diese heftigen Parkgebühren setzt OB Palmer durch

OB Boris Palmer
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Tübingen kassiert SUV-Fahrer ab: Diese Mega-Parkgebühren setzt OB Palmer durch!
  • Dominik Jahn
    VonDominik Jahn
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Tübingen lässt SUV-Fahrer in Zukunft ordentlich Geld bezahlen fürs Anwohnerparken. Oberbürgermeister Boris Palmer hatte das Thema bei Facebook angeheizt.

Jetzt wird‘s richtig teuer! Wer in Tübingen wohnt und sein Auto vor seiner Wohnung oder seinem Haus parken möchte, der muss in Zukunft ordentlich Geld bezahlen. Die Universitätsstadt setzt als erste Stadt auf eine deutliche Erhöhung der Parkgebühren. Wie echo24.de* bereits berichtet hatte, könnte das Parken in Baden-Württemberg allgemein bald teurer* werden.

Gefreut hat sich über die neuen Mega-Parkgebühren besonders Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer. Wie unter anderem die Stuttgarter Nachrichten schreibt, müssen Anwohner mit einem Auto mit Verbrennungsmotor, die mehr als 1.800 Kilogramm wiegen, 120 Euro pro Jahr zahlen. Für Elektroautos mit 2.000 Kilogramm werden dann 180 Euro verlangt. Der städtische Klimaausschuss hatte sich zu Wochenbeginn auf die Preisanpassungen verständigt.

Tübingen erhöht Parkgebühren: OB Palmer wollte noch höhere Preise

Hätte Palmer seinen eigentlichen Plan durchsetzen können, es wäre für SUV-Fahrer noch viel schlimmer gekommen. Der 49-Jährige wollte dem Bericht nach für die großen Autos die Kosten von 30 auf 360 Euro erhöhen. Die endgültige Abstimmung wird im Gemeinderat nach der Sommerpause Ende September stattfinden.

Dann wird auch der Zusatz für „sozial schwache Tübinger“ berücksichtigt. Sie sollen eine Ermäßigung erhalten. Mit einer Bonuscard müssten sie dann lediglich die Hälfte der neuen Parkgebühren zahlen. Palmer erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Angentur (dpa): „Ich sehe uns da als Vorreiter. SUVs brauchen gerade in einer historischen Stadt wie Tübingen eher zwei als einen Parkplatz.“

Tübingens OB heizt Stimmung an: Über Facebook befeuert er das Park-Thema im Vorfeld

Boris Palmer hatte zuletzt auch über Facebook ordentlich Stimmung gemacht bei dem Thema. Er hatte sich dafür direkt an die Autofahrer gewendet: „Ihr habt die Straße nicht bezahlt. Ihr bezahlt nicht schon genug Steuern. Euer Lieblingsgefährt wird massiv bezuschusst, von allen Steuerzahlen und den kommenden Generationen. Wenn die Preise die Wahrheit sagen würden, müsste ein Stellplatz nicht 30 Euro im Jahr kosten, sondern 3.000“.

Ihr habt die Straße nicht bezahlt. Ihr bezahlt nicht schon genug Steuern.

Boris Palmer, Oberbürgermeister Tübingen

Die Kommentare dazu fielen vielfältig aus. Von „Langsam wird das aber zum persönlichen Feldzug gegen Autos und ihre Besitzer“ über „So langsam glaube ich, sie sind Gehirn amputiert Herr Boris Palmer!“ bis zu Zuspruch „So eine klare Kante wünsche ich mir für meine Heimatstadt auch“. Fast 1.000 Kommentare waren es bis 22. September.

Neue Mega-Parkgebühren in Tübingen: Geld für Klimaschutz und Applaus aus Stuttgart

Durch die neuen Mega-Gebühren fürs Parken hofft der OB mehr Geld für den Klimaschutz in die Kassen zu bekommen - und zusätzlich weniger Autos in Tübingen zu haben. Palmer machte im Gespräch mit dem Nachrichtenportal t-online zudem deutlich, wo die Reise für Tübingen in Baden-Württemberg hingehen soll: „Wir wollen als Stadt bis 2030 klimaneutral sein. Der Nahverkehr muss dafür massiv ausgebaut und deutlich günstiger werden.“ Die Einnahmen sollen sich jährlich dann auf  576. 000 Euro belaufen.

Applaus für den Gebühren-Wucher in Tübingen kommt aus Stuttgart*. Aus der Landeshauptstadt meldete sich laut dpa Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann und lobte Palmer für die neuen Mega-Parkgebühren für Anwohner: „Das zeigt, dass Oberbürgermeister Palmer bei vielen Dingen mutig vorangeht und dafür Mehrheiten bekommt.“

Stuttgart: Kretschmann sieht Modell der Zukunft

Kretschmann glaubt durchaus an ein Modell für die Zukunft. Immerhin versuchten alle großen Städte, mehr Raum in den Innenstädten zu schaffen: „Insofern ist das, glaub’ ich, ein Trend, den er damit auch setzt.“ Auch in Stuttgart, Reutlingen oder in Ulm wird durchaus über eine Erhöhung der Parkgebühren diskutiert. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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