Wegen Partys

Tübingen verbietet nachts Lieferdienste und Essen zum Abholen - 500 Euro Bußgeld drohen

Nachtschwärmer in Tübingen.
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Um große Ansammlungen von Nachtschwärmern zu vermeiden, schränkt die Stadt Tübingen die Gastronomie weiter ein.
  • Sina Alonso Garcia
    VonSina Alonso Garcia
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Die Stadt Tübingen schränkt ab heute Nacht die To-Go-Gastronomie ein. Dadurch sollen laut Oberbürgermeister Boris Palmer Partys in der Innenstadt verhindert werden.

Tübingen - Angesichts der sinkenden Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg konnten viele Regionen im Land die Corona-Regeln lockern. In der Universitätsstadt Tübingen rief die wiedergewonnene Freiheit viele Party-Hungrige auf den Plan. So musste die Tübinger Polizei am Wochenende eine Ansammlung von etwa 300 Menschen auflösen. Nun reagiert die Stadt und verbietet den Außer-Haus-Verkauf ab 1 Uhr nachts.

In enger Abstimmung mit der Landespolizei hat Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) ein Verbot von Außer-Haus-Verkauf sowie Abhol- und Lieferdiensten verhängt. Von diesem Freitag an dürfen Gaststätten, aber auch Shisha- und Raucherbars zwischen 1 und 4 Uhr nachts nichts mehr an Abholer oder per Bestellservice verkaufen. Bei Verstößen werde ein Bußgeld in Höhe von 500 Euro fällig, teilte die Stadt am Donnerstag mit. Das Verbot gilt zunächst bis zum 4. Juli.

Tübingen: Das gilt jetzt für Abholdienste sowie Innen- und Außengastronomie

Schon seit dem 1. Juni darf in der Tübinger Altstadt ab 22 Uhr kein Alkohol mehr im öffentlichen Raum getrunken werden. Das Verbot soll auch weiter gelten - ausgenommen ist die Außengastronomie, die unter der Woche bis 23 Uhr und am Wochenende bis Mitternacht öffnen darf. Auch die Innengastronomie darf weiter bis 1 Uhr geöffnet bleiben.

Tübingens OB Boris Palmer erklärte, mit der Entscheidung einen Mittelweg gefunden zu haben: „Einerseits gibt es das verständliche Bedürfnis der Jugend, endlich wieder mit Gleichaltrigen zu feiern.“ Andererseits müssten die Ruhebedürfnisse der Anwohner geschützt und Corona-Regeln eingehalten werden.

Tübingen: Palmer will Party-Volk im Zaum halten - „600 Menschen, die eng gedrängt am Holzmarkt feiern“

Mit den strengeren Einschränkungen möchten Stadt und Polizei das Räumen von Plätzen und Parks in der Nacht verhindern. Boris Palmer erklärte: „So haben wir es vereinbart und hoffen, damit einen Weg gefunden zu haben, der so lange trägt, bis die Corona-Beschränkungen insgesamt entfallen.“ Er ergänzt: „Denn niemand könnte erklären, warum eine private Feier mit vier Gästen aus vier Haushalten verboten sein soll, während 600 Menschen eng gedrängt am Holzmarkt Party feiern.“

Nicht nur in Tübingen ist angesichts von sommerlichen Temperaturen und Lockerungen der Corona-Regeln das Party-Fieber ausgebrochen. So kam es auch in der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart kürzlich zu einem Massen-Auflauf des Feiervolks, im Zuge dessen die Freitreppe am Schlossplatz an bestimmten Tagen gesperrt wird. Angesichts der Krawalle will die Polizei in Baden-Württembergs Städten mehr Präsenz zeigen.

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